Inhalt:

 Aktuelles Abenteuer:

Theaterritter III „Der Schwarze Forst“

6. Spielabend (11.09.2021)

5. Spielabend (24.07.2021)

4. Spielabend (17.10.2020)

3. Spielabend (03.10.2020)

2. Spielabend (22.08.2020)

1. Spielabend (01.08.2020)

Abgeschlossene Abenteuer:

Heldenwerk 8: Rübenernte

4. Spielabend (18.07.2020)

3. Spielabend (04.07.2020)

2. Spielabend (22.02.2020)

1. Spielabend (25.01.2020)

Theaterritter II „Das Blaue Buch“

Finale – Teil 2 (04.01.2020)

Finale – Teil 1 (27.12.2019)

8. Spielabend (30.11.2019)

7. Spielabend (26.10.2019)

6. Spielabend (12.10.2019)

5. Spielabend (21.09.2019)

4. Spielabend (20.07.2019)

3. Spielabend (29.06.2019)

2. Spielabend (01.06.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 3“ (25.05.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 2“ (04.05.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 1“ (20.04.2019)

1. Spielabend (06.04.2019)

Theaterritter I „Der Weiße See“

Finale (25.01.2019)

5. Spielabend (28.12.2018)

4. Spielabend (16.11.2018)

3. Spielabend (03.11.2018)

2. Spielabend (20.10.2018)

1. Spielabend (31.08.2018)

Heldenwerk 2: Ein Goblin mehr oder weniger

4. Spielabend (25.08.2018)

3. Spielabend (18.08.2018)

Zwischenspiel „Man sieht sich immer zweimal…“ (11.08.2018)

2. Spielabend (15.06.2018)

1. Spielabend (01.06.2018)

Heldenwerk 5: Die Thorwalertrommel (16.05.2018)

„Schuld sind immer die Anderen“

Finale (09.05.2018)

10. Spielabend (21.04.2018)

9. Spielabend (31.03.2018)

Zwischenspiel: „Grimme Herzen – Teil 2“ (23.03.2018)

Zwischenspiel: „Grimme Herzen – Teil 1“ (10.02.2018)

8. Spielabend (27.01.2018)

7. Spielabend (30.12.2017)

6. Spielabend (23.12.2017)

5. Spielabend (18.11.2017)

4. Spielabend (28.10.2017)

 3. Spielabend (07.10.2017)

 2. Spielabend (09.09.2017)

 1. Spielabend (18.08.2017)

Übersicht Meisterpersonen

„Im Auftrag des Könighauses“

Finale (04.08.2017)

7. Spielabend (22.07.2017)

6. Spielabend (24.06.2017)

5. Spielabend (04.06.2017)

4. Spielabend (22.04.2017)

3. Spielabend (08.04.2017)

2. Spielabend (11.03.2017)

1. Spielabend (25.02.2017)

„Der Weg nach Süden“

Der Weg nach Brabak – Teil 2 (04.02.2017)

Zwischenspiel I: Der Krug (ist) im Arsch (14.01.2017)

Der Weg nach Brabak – Teil 1 (30.12.2016)

Das Schiff in der Flasche (16.12.2016)

„Unheil über Arivor“

8. Spielabend (26.11.2016)

7. Spielabend (05.11.2016)

6. Spielabend (01.10.2016)

5. Spielabend (17.09.2016)

4. Spielabend (03.09.2016)

3. Spielabend (29.07.2016)

2. Spielabend (09.07.2016)

1. Spielabend (25.06.2016)

Zwischenspiel IV: Ich schieß uns nen Eber, oder nen Hasen oder eben gar nix (21.05.2016)

Zwischenspiel III: Alles hat seinen Preis, nur Prügel gibt es gratis! (23.04.2016)

Zwischenspiel II: Elfen sind scheiße… Praioten aber auch! (26.03.2016)

Zwischenspiel I: Der Titane Tuto Ri Al (20.02.2016)

„Das Tal des Todes“

Finale (28.12.2015)

6. Spielabend (05.12.2015)

5. Spielabend (21.11.2015)

4. Spielabend (17.10.2015)

3. Spielabend (03.10.2015)

2. Spielabend (08.09.2015)

1. Spielabend (15.08.2015)

„Die Gunst des Fuchses“

Finale (13.06.2015)

 9. Spielabend (30.05.2015)

8. Spielabend (04.04.2015)

7. Spielabend (02.04.2015)

Zwischenspiel III “Nichts als Ärger mit den Kindern…” (28.02.2015)

Zwischenspiel II “Blumen sind scheiße!” (14.02.2015)

4. Spielabend (24.01.2015)

Zwischenspiel I “Immer mitten in die Fresse rein”

3. Spielabend (28.12.2014)

Sonstiges:

Outtakes & Zitate

Überbleibsel der G7

FS-Location letztes Profil vor Wechsel zu FB

6. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 11.09.2021

08. Phex 1039 BF, auf dem Westerbach

Noch immer bestand die Forderung der Hexe ZELDA und ihrer Zirkelschwestern, die Helden sollen das Floß verlassen und den Stahl zu Fuß durch den Bornwald nach FIRUNEN schaffen. Da die Gruppe jedoch nicht ohne den Versuch einer Verhandlung zu diesem Schritt bereit war, ergriff TARAS das Wort und machte den Vorschlag, über die enorme Anstrengung der Fahrt auf dem Fluss zu berichten und so sicher zu stellen, dass der Wasserweg auch in Zukunft keine sichere Route für Handelsgüter oder Personen sei.

Nach kurzer Überlegung lehnte ZELDA diesen Vorschlag ab und die beiden Waldschrate packten das Floß und warfen es verkehrt herum auf die flache Uferböschung. Die Aufbauten des Unterstands, die Proviantkisten und die Behältnisse für den Stahltransport rissen sich von den Holzstämmen los und landeten neben den Helden im hüfthöhen Buschwerk. Im Anschluss zogen die Schrate das Floß zurück ins Wasser und hoben den Baumstamm, welcher die Wasserstraße bisher blockierte und die Helden überhaupt erst zum Anhalten gezwungen hatte, in die Luft. Das Floß folgte nun weiter dem Flusslauf des Westerbachs. Die fünf Hexen sprangen im Vorbeifahren auf das ehemalige Gefährt der Helden und lachte boshaft als sie hinter der nächsten Flussbiegung aus dem Sichtbereich der Gruppe verschwanden.

Ohne Karren oder Zugtiere mit sechshundert Stein Stahl fanden sich die Helden nun Mitten im Bornwald gestrandet. Die jahrelange Erfahrung der Gruppe mit ausweglosen und bedrohlichen Situationen fertig zu werden, sorgte jedoch auch an diesem Nachmittag für einen gewissen Automatismus: Zuerst wurden die verstreut herumliegende Ausrüstung eingesammelt und die Böschung hochgeschleppt. Auf einer gut einsehbaren und zu verteidigenden Lichtung wurde daraufhin ein Nachtlager aufgeschlagen und erste Überlegungen über das weitere Vorgehen angestoßen. Rasch war man sich darüber einig, dass der Stahl nicht zurückgelassen werden durfte. Da der Bau eines weiteren Floßes sowohl am Mangel an Werkzeugen wie auch an den handwerklichen Talenten der Gruppe scheiterte, teilte man die Eisenstangen unter den Anwesenden auf und entschloss sich den Weg zu Fuß fortzusetzen. Da dies jedoch noch einiges an Vorbereitung erfordern würde, mussten sie erst einmal hierbleiben. RICARDA nutzte die Gelegenheit und bereitete in dem Kupferofen, welcher ebenfalls von dem Floß gefallen war, eine kräftigende und wärmende Suppe zu.

Die weiteren Reisevorbereitungen beanspruchten den verbleibenden Tag und ZAHIDE übernahm die Wache in der schicksalsträchtigen, kommenden Nacht: Die Elfe bemerkte von ihrem Beobachtungspunkt in einem nahen Baum, dass RICARDA auch in dieser Nacht keine Ruhe fand. Als nach einigen Stunden die getigerte Katze, welche die Köchin der Gruppe bereits seit ihrer ersten Begegnung begleitete, anscheinend im Wald verschwunden war, machte sie die junge Norbardin leise davon, um die Katze zu suchen. Ein weniger aufmerksamer Held hätte dies vielleicht gar nicht bemerkt und ein nicht so misstrauischer wäre nicht auf die Idee gekommen, den beiden ins Unterholz zu folgen. ZAHIDE jedoch hörte auf ihre Intuition und schlich unbemerkt hinterher. Einige Dutzend Schritt vom Lager entfernte fand RICARDA ihre Katze wieder, wobei es für die Elfe eher den Anschein hatte, als hätten sie sich dort bewusst getroffen als zufällig gefunden. Leise flüsterte die Verlobte von ALRIKSEJ JANTAREFF mit ihrem Gefährten, machte sich über die Dummheit des Norbarden lustig und bekundete ihre Dankbarkeit die unfähige Gruppe nun endlich verlassen zu können. ZAHIDE wusste durch NOARA genug über die TÖCHTER SATUARIAS um sich nun sicher zu sein, eine Hexe vor sich zu haben. Eine Hexe, die nicht nur im Begriff war die Gruppe im Bornwald zurück zu lassen, sondern sich auch stark in den Verdacht brachte, etwas mit dem Überfall ZELDAS auf das Floß zu tun zu haben. Als RICARDA daraufhin ihren Wanderstab bestieg und kurzerhand davonflog, fasste ZAHIDE innerhalb von Sekundenbruchteilen den Entschluss, sie aufzuhalten. Zwei Pfeile trafen die junge Hexe daraufhin gut zwanzig Schritt über dem Boden in den Rücken. Im Nachgang konnte nicht mehr eindeutig geklärt werden, ob die Pfeile oder der nachfolgende Sturz zu ihrem Tod führten. Im Lager weckte ZAHIDE ihre Kammeraden, wobei jene sich möglichst leise verhielten, um den Norbarden nicht zu wecken. Der Leichnam RICARDAS wurde geborgen und die Elfe erklärte ihr Handeln. Auch wenn wenig Zweifel über die Rechtmäßigkeit ihres Handelns bestand, so schauten doch alle mit Sorge der Aussprache mit ALRIKSEJ entgegen, der sicherlich wenig Verständnis für die Ermordung seiner Geliebten würde aufbringen können…

09. Phex 1039 BF, auf Ostufer des Westerbachs

Der dämmernde Morgen versprach eine große Belastungsprobe für die Gefährten zu werden und natürlich war der NORBARDE außer sich vor Wut und Zorn. Nicht nur glaubte er die Anschuldigungen gegenüber seiner Verlobten nicht, sie habe die Gruppe verraten und gemeinsame Sache mit ZELDA gemacht, auch unterstellte er der Elfe, vom ersten Augenblick an Vorbehalte gegen RICARDA gehabt und sie heimtückische bei der bietenden Gelegenheit ermordet zu haben. Er erkannte zwar schnell, dass es weder der Richtige Ort noch die richtige Zeit war, mit der Gruppe zu brechen, jedoch machte er sich bereits ernsthafte Gedanken über eine angemessene Vergeltung. Ohne ein weiteres Wort zu sprechen machte er sich daran, den zerschundenen Leichnam seiner Verlobten in der Erde des Waldes zu bestatten.

In der Zwischenzeit bemerkten die Helden, dass sie ein großer Rabe aus den Baumkronen herab beobachtete. Seine Größe und Stattlichkeit schien für NOARA Hinweis genug zu sein, dass es sich bei dem Tier um einen Vertrauten handeln könnte. Dass die Hexen die Gruppe weiter beobachten würde, hatte TARAS bereits vermutet und da man den Raben ohnehin kaum erreichen beziehungsweise sich nicht den Zorn einer Hexe durch das Töten ihres Tieres auf sich ziehen wollte, beließ man es dabei. Die Gruppe wollte jede weitere Begegnung mit ZELDA ohnehin vermeiden und so schnell wie möglich den Wald wieder verlassen.

Von ihren weiteren Planungen wurden sie allerdings rasch abgelenkt. Ein junger Goblin kam schreiend und mit den Armen wedelnd über den umgestürzten Baumstamm direkt in ihr Lager gerannt. Ein beherztes Zugreifen von AMIR stoppte den Rotpelz. Jener berichtete außer Atem, dass sein Name NAGNOG sei und er zu der Truppe von  NORF FEUERMOOS gehöre, eben jenen Goblins die die Helden drei Tage zuvor getroffen hatte und welche die Elfen des Waldes aus dessen Mitte weglocken sollten. Dies schien jedoch zu gut funktioniert zu haben, rieben doch die Langohren den Goblintross beinahe zur Gänze auf. Nur ein paar Überlebende, darunter eben auch NAGNOG konnten fliehen. Da er große Angst hatte, die Elfen könnten ihn verfolgen und auch die Helden keine Lust hatten als Verbündete oder Freund der Goblins Aufmerksamkeit zu erregen, ließen sie ihn schließlich wieder laufen.

In Anbetracht der immer gefährlicher werdenden Situation, die Beobachtung durch die Hexen, ein vielleicht rachsüchtiger Norbarde und die Eindringlinge mordenden Waldelfen, beschlossenen die Helden für die Nacht sowohl DIMM wie auch AMIR als erste Nachtwache aufzustellen. Jene würde dann nach zwei Stunden abgelöst werden. Ebenfalls nicht zur Entspannung trug am späten Nachmittag eine beinahe fünfzehn Schritt lange, bläulich, grüne Flussschlange bei. Das Tier war im Wasser beinahe unsichtbar und fraß ein ausgewachsenes Reh, welches unweit des Heldenlager zum Trinken an den WESTERBACH gehen wollte und von den Helden noch kurz zuvor als gutes Omen und eine Beruhigung der Umstände gedeutet wurde…

10. Phex 1039 BF, auf Ostufer des Westerbachs

Die Gruppe erwachte am späten Vormittag. Weder war es in der Nacht zu einem Wachwechsel gekommen, noch hatte die eingeteilte Wache die restlichen Gruppenmitglieder wie abgesprochen bei Morgendämmerung geweckt. Auch wenn es ansonsten keine Spuren eines Raubes oder Überfalls gab, so stellte sich schnell heraus, dass DIMM und AMIR in der Nacht verschwunden waren. Die Umgebung wurde daraufhin genau untersucht und schnell fand man Spuren auf dem Waldboden: Anscheinend waren die beiden Helden abgelenkt und von hinten überrascht worden. Schleifspuren führten dann bis zu einem hohen Baum mit breitem Stamm. Was auch immer DIMM und AMIR überwältigte, hatte sie im Anschluss in die Baumkronen gezerrt.

Da Spekulationen über Tiere oder Ungeheuer wenig hilfreich waren, begann man mit der Besteigung des Baums. NOARA flog dazu nach oben und befestigte ein Kletterseil. Auch wenn zuerst nur einzelne Helden nach oben kletterten, standen doch eine Stunde später alle Gruppenmitgliedern auf der Spitze des Baumes. Zu beeindruckend war die Aussicht auf eine über den Wipfeln des Bornwalds gebaute ELFENSTADT. Jene war aus lebenden Bäumen und kunstvoll geschnitzten Holz errichtet und durchzog mit einer Vielzahl an Hängebrücken und Plattformen den Kernwald am Ostufer des Westerbachs. Auf den überdachten Plattformen zwischen den Baumwipfeln sahen die Helden die hochgewachsenen Gestallten der anmutigen Elfen, welche mit langen Bögen bewaffnet die Sterblichen ohne erkennbare Regung musterten. Es war offensichtlich das DIMM und AMIR in die Stadt gebracht worden waren und da niemand versuchte sie aufzuhalten, machte sich die Gruppe ebenfalls auf den Weg.

Nach einer beeindruckenden Wanderung über dem Blätterdach des ansonsten als beinahe unpassierbar geltenden Bornwalds erreichten sie die Stadt. Da bis auf eine Türe, welche zu einer großen Treppe führte, alle anderen versperrt oder durch Wache haltenden Elfenkriegern blockiert waren, stiegen die Helden einige Stockwerke nach oben und erreichten einen prächtigen Saal. An dessen Ende stand ein gedeckter Tisch mit all den Früchten und Kräutern, welche der Wald bereithielt. An diesem Tisch saßen bereits die beiden vermissten Helden und warteten auf die Gruppe. Nachdem sie von ihrer Entführung in der Nacht zuvor berichtet hatten, betraten mehrere vornehm gekleidete Elfen den Raum. Ein eleganter, großer Elf wurde von einem Sprecher als WALDKÖNIG PERELIN TRALIPHION vorgestellt und in seinem Namen wurde die Gruppe in der HOCHELFENSTADT SIRIDAN, begrüßt, jedoch nicht willkommen geheißen.

Im anschließenden, sehr kurzen Gespräch machte der WALDKÖNIG unmissverständlich klar, dass weder die Helden noch das Schicksal der Bornländer die Elfen in irgendeiner Form kümmerte, wohl aber das Treiben der OBERHEXE ZELDA. Auch habe eine alte ELFENFREUNDIN sich als Fürsprecherin der Helden hervorgetan und benötigt nun ihre Hilfe. Dies sei auch der Grund für die Entführung oder, wie es PERELIN nannte, die Einladung der Helden nach SIRIDAN gewesen. Bevor sich der WALDKÖNIG zurückzog warnte er die Gruppe nochmals: Sie seien über den Baumwipfeln nicht willkommen und sollten sie es wagen nochmals in die HOCHELFENSTADT zurück zu kehren, so würde man sie beim ersten Anblick erschießen und ihre toten Körper von den Bäumen zurück nach unten werfen. Daraufhin verließen die Elfen den Saal und kehrten auch nicht mehr zurück.

Etwas unschlüssig, was man jetzt von ihnen erwartete, wollte die Gruppe bereits ihren Weg zurück ins Lager antreten, als eine alte Frau in der Tür des Festsaal erschien. Jene stellte sich als BISMINKA VON JASSULA vor, der einstigen Lehrmeisterin und Weggefährtin von ZELDA, nun jedoch eine erbitterte Widersacherin ihrer einstigen Schülerin. Sie erklärte den Helden was im Bornwald vor sich ging und beantwortete deren Fragen. Am Ende des Gespräches war vieles klar geworden, auch wenn sich die Situation der Gruppe nochmals verschlechterte:

Aufgrund von Streitereien und Uneinigkeit welche Rolle die TÖCHTER SATUARIAS in der Zukunft im ERWACHENDEN Bornland zu spielen hatten, gelang es dem Hexenzirkel ZELDAS nicht, das gemeinsame Ritual für die Herstellung der FLUGSALBE erfolgreich durch zu führen. Um ihre Ziele trotzdem noch erreichen zu können, wurde die junge, aber machtgierige Hexe RICARDA von ZELDA mit der Aufgabe betraut, das HEXENHOLZ, eine URNISLAWESCHE mit der Gefangenen Seele einer mächtigen Hexe ins Herzen des Bornwalds an die QUELLE DES SARN zu bringen. Mit diesem mächtigen PARAPHERNALIUM plant ZELDA den Fluch über den RIESEN MILZENIS zu brechen und ihn auf die Menschen des Bornlands loszulassen. In den kommenden Zeiten des Umbruchs würde es durch die Macht des Riesen zu großen Verlusten unter den Bronjaren kommen, vor allem da viele derer Soldaten bereits auf den Weg in den Süden waren, um sich dem Kriegszug gegen HELME HAFFAX anzuschließen.

Um ihre Ziele zu erreichen umgarnte RICARDA den leichtgläubigen und ahnungslosen ALRIKSEJ, manipulierte durch Hexenwerk die Spiele in Irberod damit die Gruppe gewann, verfluchte die Sägemühle um die Zerstörung des HEXENHOLZES zu verhindern, vergiftete die Zugtiere des Norbarden und überredete ihn im Anschluss zu der heldenhaften Floßfahrt. Die Helden unterstützten sie dabei aus ganzer Kraft und im Bornwald musste ZELDA das gelieferte Holz nur noch in Empfang nehmen.

Das RICARDA von der aufmerksamen ZAHIDE getötet wurde, scherte die Oberhexe nicht weiter, da jene ihre Aufgabe erfüllt habe. Nun sei es aber an den Helden, ihrerseits zur QUELLE DES SARN zu reisen und zu verhindern, dass die Hexen den Riesen abermals auf das wehrlose Bornland loslassen…

5. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 24.07.2021

03. Phex 1039 BF, Irberod

Die anfängliche Freude ALRIKSEJ JANTAREFFS über die Möglichkeit, den Stahl nun doch noch über den Born nach FIRUNEN transportieren zu können, schwand bei einem offenen Gespräch mit der Heldengruppe. Natürlich war der Norbarde auf die Unterstützung seiner Gefährten angewiesen und jene hätten gerne versucht ihm diese wahnsinnige Idee auszureden, bevor er sich vor LEUDARA und GRÄFIN RILKA NADJESCHKA VON IRBEROD-PRASKOW dafür verpflichtete. Nach der großspurigen Rede und der damit verbundenen Begeisterung der Zuschauer war ein Rückzieher jedoch nicht mehr möglich und die Ehrhaftigkeit der Helden gebot es ihnen, ihrem Verbündeten auch weiterhin zu helfen.

Rasch wurde sich daraufhin zusammengesetzt und erste Pläne geschmiedet. Gegen einige Batzen Gold und der Aussicht auf Ruhm und Ansehen beim ersten Durchschiffen des Bornwalds, ließ sich der SEEKADETT FABIUS TER FRAUTING als Mitfahrer gewinnen. Auf die seemännischen Fähigkeiten des vormaligen Konkurrenten setzte ALRIKSEJ großes Vertrauen, auch wenn der Seefahrer selbst ausschließlich Erfahrung auf dem Ozean vorzuweisen hatte. Mit JUNKER WITOLD BROSCHKIN VON WESTERMUND wurde sogleich eine Absprache getätigt, dass die Heldengruppe das nicht geschnittene Holz aus der Sägemühle erwerben konnte, um daraus ihr Floß zu bauen. Der Junker erwarb im Gegenzug das Fuhrwerk des Norbarden, welches ohne Zugtiere für die Gruppe nutzlos geworden war. Mehrere Aufbauten für Proviant, eine Reling, ein Unterstand bei Regen und Kisten zum Transport der Stahlstangen vollendeten die Bauarbeiten des Floßes, welche sich jedoch noch bis zum späten Nachmittag des 03. Phex hinziehen sollten. Nachdem die letzten Einkäufe getätigt waren, feierte die Helden am Abend ein rauschendes Abschiedsfest, wobei ein wenig zu oft auf ihr Seelenheil bei der anstehenden Fahrt in ihr Verderben getrunken wurde…

05. Phex 1039 BF, Irberod

Früh am Morgen legte das Floß unter lautem Jubel der Dorfbewohner und mit dem begleitenden Segen LEUDARAS vom Steg des Efferdtempels ab. Die ersten Stunden der Reise erschienen der Gruppe mehr wie eine Erholungsfahrt in der milden Wintersonne und das grünen Dickichts des Waldes zu beiden Seiten des Westerbachs hatten nichts mit den vielen Geschichten über die Wildheit des Bornwalds zu tun. Am Abend des ersten Reisetages hatten sie ein gutes Drittel bis zur Bornmündung hinter sich gebracht und da unter dem Blätterdach selbst im Madaschein kaum etwas zu erkennen sein würde, beschlossen sie das Ufer anzusteuern und sich ein Nachlager in den Bäumen zu suchen. ZAHIDE übernahm die Wache und bezog in einer Astgabel Stellung. Bis auf den unruhigen Schlaf einiger Mitstreiter blieb es jedoch friedlich…

06. Phex 1039 BF, auf dem Westerbach

Beim Frühstück berichtete ANASTASIA und NOARA von einem gemeinsamen Traum, in welchem sie aus den Floßkisten, in denen die Stahlstangen untergebracht waren, lautes Wimmern und Jammern hörten. Aus Angst davor, was sich darin befinden oder daraus entfliehen könnte, wagten sie es jedoch nicht ihrer Neugier nach zu geben und die Kisten zu öffnen. Die beiden Heldinnen konnten sich miteinander unterhalten und auch nach dem Aufwachen sich unabhängig voneinander an die Inhalte des Traums erinnern. Da es sich dabei um keine gewöhnliche Träumerei zu handelte schien wurde der Versuch einer Kontaktaufnahme ebenso in Betracht gezogen wie die natürliche Auswirkung des Waldes auf den Verstand der Reisenden. Auch diskutierte die Gruppe über die mögliche Bedeutung des Traumes und war sich darin einig, dass es eine umsichtige Handlung der beiden Frauen gewesen war, die Traumgestallt nicht aus ihrem Gefängnis befreit zu haben.

Bis zum späten Nachmittag ereignete sich auf der Reise nichts weiter berichtenswertes, dann jedoch blieb das Floss an einer Wurzel hängen und noch während die Helden mit gemeinsamer Anstrengung ihr Gefährt wieder zurück in die Strömung beförderten, bemerkten sie unweit ihrer Position etwa zwei Dutzend Rotpelze. Die Goblins waren aus dem Schutz des Waldes getreten, um ihre Wasserschläuche am Fluss wieder aufzufüllen und beäugten nun neugierig die Fremden. Auch wenn sie selbst mit dem Bootsbau und der Flussschifffahrt nichts zu tun hatten, so bemerkten sogar die kleinen Pelzträger das eine Befahrung der bornwälder Flüsse ungewöhnlich war. Aus Neugierde richtete deswegen deren Anführer NORF FEUERMOOS das Wort an die Helden und fragte nach dem Grund ihrer Reise. Daraus entwickelte sich ein kurzes Gespräch und die Gruppe erfuhr, dass die Goblins auf Geheiß ihrer Schamanin YAAKSCHA RUUBAH Blut und Tierkadaver am Waldrand und in den Baumkronen verteilen sollte, um die BIUNVARA, die Elfen des Bornwalds aus der Mitte an dessen Rand zu locken. Warum sie dies taten und wer daraus einen Nutzen ziehen konnte, vermochte der Anführer nicht zu sagen. Er sei lediglich daran interessiert sich nicht von den Elfen erwischen zu lassen und überlasse komplizierte Zusammenhänge seines Tuns der Schamanin. Er meinte allerdings, dass seine Aufgabe mit einer alten Menschenfrau mit bösen Augen zu tun hätte, welche vor einigen Tagen eine lange Unterredung mit YAAKSCHA RUUBAH hatte und ihr wohl auch Gold gegeben hätte.

Mehr war aus den Rotpelzen nicht heraus zu bekommen, da jene weiterziehen wollten, um nicht doch noch von den Bewahrern des Waldes gefunden zu werden. Den restlichen Tag verbrachte die Gruppe mit der Weiterreise, wobei sich nichts berichtenswertes mehr ereignete.

07. Phex 1039 BF, auf dem Westerbach

Das Frühstück am nächsten Morgen wurde vom gemeinsamen Bericht KALZANS und TARAS unterbrochen, welche ebenfalls in der Nacht einen Traum erlebten. Bei ihnen befand sich eine Frau im Schatten eines Baumes. Über ihr schwang ein großes Pendel, welches sie offenbar an Ort und Stelle festhielt. Die Interpretation des Traumes lieferte der Magier gleich selbst, war es doch ein Bornland weithin bekanntes Symbol: Das schwingende Pendel war einst von URNISLAW selbst verwendet worden, um speziell geschützte oder gereinigte Ort zu kennzeichnen. Die andauernde Bewegung zeigte die in dem Zauber gespeicherte Astralkraft und sollte das Volk beruhigen und Feinde, wie Hexen, Druiden aber auch die Schamanen der Goblins, eindringlich daran erinnern wer Herr dieses Landes war. Die Helden waren sich darin einig, dass der Traum, ebenso wie jener von  ANASTASIA und NOARA in der Nacht zuvor, entweder als Warnung oder als Hilferuf einer gefangenen Frau zu verstehen sei. Ob jene gut oder böse und die Strafe gerechtfertigt war, konnte allerdings ebenso wenig geklärt werden, wie ob sich die Gruppe in Gefahr befand.

Gänzlich anders und viel leichter viel die Beurteilung einer Begegnung am späten Nachmittag aus. Nach einem ruhigen Tag bemerkten die Helden plötzlich, dass sie von einem riesenhaften, wie ein Baum aussehenden Waldschrat beobachtet wurden. Jener streckte sein, in den Baumkronen fast unsichtbares Gesicht neugierig über den Fluss. Heldengruppe wie Waldbewohner beäugten sich während der Vorbeifahrt stumm und regungslos und als der Beobachter hinter einer Flussbiegung verschwand, war auch die Erleichterung der Floßfahrer groß, hätte doch eine Kampf gegen das Ungetüm nur schlecht für die Helden ausgehen können.

08. Phex 1039 BF, auf dem Westerbach

Auch die dritte Nacht auf dem Westerbach brachte einen neuen Traum, diesmal für DIMM und AMIR. Die beiden Krieger erlebten darin die Verwandlung einer Frau in einen Baum, jedoch durch die Augen des zaubernden Magiers. Die Interpretation dieser Begebenheit passte zu der am Tag zuvor aufgestellten Theorie: Ein Zauberer, vielleicht URNISLAV oder einer seiner Schüler, hatte eine Frau in einen Baum verwandelt. Der erste Traum deutet durch die Holzkiste auf ihr Gefängnis hin, der zweite Traum durch das Pendel auf das Fortbestehen des Fluches und der Dritte auf die Ausführung durch einen Gildenmagier. Als zwölfgöttertreue Helden ging die Gruppe in erster Überlegung von der gerechtfertigten Verwünschung der Frau aus und betrachtete die Träume als Warnung vor einer möglichen Gefahr.

Derartige Spitzfindigkeiten über eventuelle Bedrohung durch Frauen in Baumgestalt verschwanden gänzlich aus den Gedanken der Helden, als sie zur Mittagsstunde durch einen quer über den Westerbach liegenden, umgestürzten Baum gestoppt wurden. Auf dem Baum standen fünf Frauen, welche aufgrund ihrer Erscheinung und auch ihres Verhaltens sehr schnell als Hexen identifiziert werden konnten. Die Anführerin der fünf stellte sich ZELDA vor, nach eigenen Angaben die mächtigste und einflussreichste TOCHTER SATUARIAS im ganzen Bornland und mit der Reise der Helden nicht einverstanden. Da sie um die Unversehrtheit des Bornwalds besorgt war und eine einsetzende Beschiffung von Westerbach und Born befürchtete, sollte die Gruppe die Reise ohne Probleme hinter sich bringen, sah sie und ihr Zirkel sich gezwungen einzugreifen. Die Helden könnten den Stahl abladen und ihre Reise zu Fuß fortsetzen, doch das Floß würde an Ort und Stelle in die Obhut der Hexen übergeben werden.

Als ob die Bedrohung durch fünf erfahrene (und verärgerte) Hexen nicht bereits unerfreulich genug wäre, befanden sich in der Anhängerschaft von ZELDA noch zwei WALDSCHRATE, wobei einer von jenen der Beobachter des vergangenen Tages zu sein schien. Der ungeduldige Blick der mächtigsten Hexe des Bornlands ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Kraft ihrer Verbündeten auch einsetzen würde, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen und sich das Floß notfalls auch mit Gewalt holen würde…

4. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 17.10.2020

01. Phex 1039 BF, Irberod

Der Tag begann nach dem Frühstück mit der bereits bekannten Geschichte der Geweihten über die Heldentaten der Theaterritter. Diesmal war der ehrhafte Zweikampf ANSHAG VON GLODENHOF das Thema der Predigt und wie jener den dekadent gewordenen GUNBALD VON NEERSANDE herausforderte, um den Verfall der SILBERNEN HORDE aufzuhalten. Es überraschte die Heldengruppe nicht, dass bei einem Wettstreit um den Theaterorden früher oder später auch Zweikämpfe eine Rolle spielen sollten. Da jedoch weder Waffenart noch Kampfdauer bekannt war, wählte man ALEKSEJ SOROKIN als vielseitigsten Kämpfer zum Vertreter der Gruppe. Nach dem Mittagsmahl besuchte JUNKER WITOLD BROSCHKIN VON WESTERMUND abermals das Lager der Gruppe und teilte ihnen mit, dass es bei der georderten Holzlieferung zu Verzögerungen kommen würde, da eine Reihe von unglücklichen Umständen zum Stillstand der Sägemühle geführt haben. Er sei jedoch bereit einen Nachlass auf das Holz zu geben, wenn die Gruppe einen weiteren Tag auf das Baumaterial warten könnte. Dem stimmten die Helden zu, konnten sich jedoch auch beim anschließenden Gespräch untereinander nicht von der angeblichen Zufälligkeit dieses Problems überzeugen. Aus diesem Grund machte sich ALEKSEJ am Nachmittag auf den Weg zur Mühle und bot dem dortigen Vorarbeiter die Hilfe der Helden an. Auf dieses Angebot wurde dankbar eingegangen und eine Stunde später traf der Bornländer in Begleitung von ZAHIDE abermals im Sägewerk ein.

Beide durchsuchten das Gebäude und es war den magischen Fähigkeiten und der enormen Sinnenschärfe der Elfin zu verdanken, dass tatsächlich zwei kleine Lederbeutel gefunden wurden. Einer befand sich in der Nähe des Mauerdurchbruchs, durch welche die Welle des Mühlrads ins Innere geführt wurde. Der zweite unter einer Holzplanke neben dem Sägeblock. Der Vorarbeiter hatte die Helden darüber informiert, dass sich zuerst die drei Sägeblätter verbogen hatten. Nachdem jene umständlich und mühselig gewechselt wurden, sei beim erneuten Anlaufen des Wasserrads dessen Welle gebrochen, was abermals mehrere Stunden der Reparatur bedurfte. Um kein Risiko einzugehen, beschlossen die Helden die Beutelchen jedoch an Ort und Stelle zu lassen, in ihr Lager zurückzukehren und den Gefährten von ihrer Entdeckung zu berichten.

NOARA schließlich war es, die in den Ledersäckchen eine Art der Fluchmagie erkannte und so die Vermutung der restlichen Helden bestätigte. Die Sägemühle war offenbar vorsätzlich beschädigt worden, um die Vorbereitungen der Helden zu stören. Es drängten sich jedoch zwei Fragen auf: Wer wusste von ihrem Plan, den Karren ALRIKSEJS für den Stahltransport zu verstärken und wem brachte diese Verzögerung den meistens Nutzen. RICARDA ihrerseits gab noch zu bedenken, dass auch sie selbst solche mit Kräutern und Talismane gefüllte Beutel zur Unterstützung und Beruhigung der Gebärenden während ihrer Tätigkeit als Hebamme verwendete und ob es sich nicht auch um Schutzzauber handeln konnte. Von soviel Naivität und Unerfahrenheit belustigt, beschloss die Gruppe die beiden Säckchen zu bergen und die Mühle in der Nacht von NOARAS SPINNE bewachen zu lassen, um weitere Verzögerungen beim Holzzuschnitt zu vermeiden. NOARA selbst machte sich auf dem Weg, um die Hexenbeutel zu entfernen, sich die Gegebenheiten vor Ort anzusehen und vielleicht noch weitere Flüche aufzuspüren. Begleitet und unterstützt wurde sie dabei abermals von der Elfin, welche sowohl dem Junker und Mühlenbetreiber, sowie ihrer Gefährtin RICARDA mit Misstrauen begegnete und Verschwörung und Unredlichkeit an jeder Ecke vermutete.

Während dieser Geschehnisse machten sich sowohl KALZAN wie auch ALEKSEJ auf den Weg zum Rondratempel, da es zumindest nicht schaden konnte, göttlichen Beistand bei dem anstehenden Wettkampf und Segen für die weitere Unternehmung zu erbitten. Unterstützt wurde dieses Anliegen mit einer großzügigen Spende von einem Goldbatzen.

Wie sich jedoch später an diesem Tag herausstellte, erwies sich diese Spende wohl als zu gering. Der Wettkampf am Abend hatte nämlich eine entscheidende und weitreichende Regel. Der Sieger eines Zweikampfes durfte zwar seinen nächsten Gegner wählen, der Gewählte sich dafür für eine Waffengattung entscheiden. So kämpften also bei dem mehrere Runden andauernde Turnier hochgewachsene Krieger mit Stäben und Knüppeln, während schwerfällige Zwerge anstatt mit der gewohnten Axt mit Messern und Dolche zu kämpfen hatten. Am Ende war RITTER GERWIN VON GROWINSK-NASSHOSEN der Gewinner und ALEKSEJ musste sich geschlagen geben. Somit hatten die Heldengruppe zwei Siegpunkte und GERWIN sowie BENGRAM SCHMETTERAXT jeweils einen.

In Anbetracht der Bedeutung der morgigen Spiele verzichtete die Gruppe, sich an den allabendlichen Feierlichkeiten zu beteiligen und zog sich in ihr Lager zurück. Das Vetrautentier der Heldenhexe machte sich auf den Weg zum Sägewerk und die ZAHIDE bezog auf der Kutsche Stellung, um die Nachtwache zu übernehmen…

02. Phex 1039 BF, Irberod

Der letzte Tag der Irberoder Festspieler um den Stahltransport brach an und brachte durchaus erfreuliche Nachrichten für Helden. So zeigten die von der Vetrautenspinne an ihre Herrin übertragene Bilder, dass das Sägewerk die Arbeit wieder aufgenommen hatte und bestellten Bretter am nächsten Tag geliefert werden sollten. Auch hatte der zwielichtige und bei allen unbeliebte RAGASCHOFF wohl in der Nacht sein Lager abgebrochen und war kommentarlos verschwunden. Bei der erbärmlichen Leistung seiner nur aus Soldvolk bestehenden Mannschaft, sei dies jedoch nur zu verständlich. So sagte es zumindest ALRIKSEJ, der mit RACARDA im Arm sogleich den Humpen auf seine Gefährten erhob und vielfach versicherte, sich keine treueren und aufrichtigeren Wegbegleiter als die Helden wünschen zu können.

Nach der gewohnten Frühandacht erzählt LEUDARA die letzte Geschichte der Spiele. In jener ging es um die HEILIGEN RONDRAGABUND, welche zur Anfangszeit der Priesterkaiser im Jahr 337 den Tempelschatz aus Festum in den Norden brachte, um ihn so vor dem verräterischen Zugriff der Praioten zu schützen. Bei dem Schatz handelte es sich um fünfzig geweihte Rondrakämme, welche das Fortbestehen des Theaterordens sicherstellte und einen Widerstand gegen die Verräter ermöglichte.

Da die Heilige bei ihrer Flucht einen von Pferden gezogenen Wagen verwendete und über viele Meilen verfolgt wurde, schlussfolgerten die Helden, dass es sich bei der letzten Prüfung um ein Rennen handeln könnte. Den restlichen Tag verbrachten sie mit Vorbereitungen und Beobachtung der anderen Teilnehmer. Wenn es ihnen gelingen sollte diese Aufgabe für sich zu entscheiden, dann würde sie morgen bereits auf dem Weg nach FIRUNEN sein. Als der Abend herannahte wurden die Spielregeln verkündet. Es sollte tatsächlich ein Rennen stattfinden, wobei bis zu drei Streiter pro Wagen erlaubt waren. Es mussten drei Schwerter erfolgreich ins Ziel gebracht werden, um so der HEILIGEN RONDRAGABUND nachzueifern. Der Weg ins Ziel konnte jedoch durchaus beschwerlich werden, da die beiden Mitfahrer, welche den Wagen nicht lenken mussten, andere Gegner behindern konnte. Hinüberspringen, aufhalten und stehlen der Schwerter war ebenso erlaubt wie das simple Rammen des feindlichen Gefährtes. Die Stimmung bei den Zuschauern war in Vorfreude auf dieses Spektakels ausgelassen und die Heldengruppe musste ihre Mitfahrer bestimmen. Die Wahl fiel auf ALEKSEJ, ZAHIDE und AMIR. So waren Kampfkraft, Geschicklichkeit und die höchste Begabung im Lenken von Fuhrwerken versammelt und versprach die besten Erfolgsaussichten.

Als das Rennen begann zeigte sich jedoch schnell, dass es wieder FABIUS TER FRAUTING war, welcher von seiner Ausbildung profitieren konnte. Seine beiden Mitfahrer hielten ihm den Rücken frei und auch wenn es den Helden gelang sich an zweiter Stelle zu setzten und einige Gegner auszuschalten, so schien das Rennen verloren zu gehen. Einige Dutzend Schritt vor dem Ziel begann der Seekadett jedoch wie wild zu schreien und um sich zu schlagen. Als der Wagen der Helden vorbeizog, konnten die drei Fahrer tausende von wimmelnden und herumkrabbelnden Insekten, Würmer und Maden auf FABIUS erkennen. Jene hatten den vermeintlichen Sieger derart in Panik versetzt, dass er zu wild an den Zügeln riss, die Pferde aufscheuchte und den Wagen in voller Fahrt umwarf. Damit war das Rennen für ihn beendet und die Helden gewannen die dritte Aufgabe und somit das Recht an dem Stahltransport. Da außer den Helden weder die Zuschauer noch LEUDARA oder GRÄFIN RILKA NADJESCHKA VON IRBEROD-PRASKOW die Insekten erkennen konnten, glaubte man auch den Ausführungen FABIUS nicht. Allen voran mischte sich dann auch sogleich der Zwerg BENGRAM mit ein, der den Spott des Seekadetten bei dem ersten von ihn verloren Spiel nicht vergessen hatte. Unter spöttischen Pfiffen der Zuschauer musste sich FRAUTING als schlechter Verlierer bezeichnen lassen und verließ den Festplatz.

LEUDARA und die GRÄFIN RILKA beglückwünschten in der Zwischenzeit ALRIKSEJ JANTAREFF als Anführer der Gruppe zum Sieg und überreichte ihm einen kleine, aber prächtigen Schmiedehammer aus der Waffenkammer der Löwenburg sowie offizielle den Zuschlag für den Kauf des Stahls.

Im Anschluss wurde ein rauschendes Fest gefeiert, welches bis spät in die Nacht hinein andauerte und die anderen Wettkampfteilnehmer schnell ihre Niederlagen vergessen ließen. Auch ALRIKSEJ und RICARDA feierten ausgelassen, lediglich die Helden saßen noch lange beisammen und beredeten den Ausgang des Rennens. Offiziell hatten sie die Behauptung FABIUS nicht bestätigten, jedoch berichteten die Wagenfahrer, ebenfalls die Insekten gesehen zu haben und es war NOARA, welche als erstes an einen hexischen Zauber dachte, welcher die Insekten hatte erscheinen lassen. NOARA und TARAS bestätigten jedoch auf Nachfrage, dass eine solche Beschwörung ebenfalls Ausdruck einer magiedilettantischen Veranlagung sein könnte. Wenn RICARDA, wie bereits vermutet, über latente arkane Kräfte verfügt, welche sie im normalen Alltag zur Beruhigung der werdenden Mütter oder zum erledigen der täglichen Arbeit nutzt, so könnte die Angst, der Wettkampf könnte für ihren geliebten ALRIKSEJ verloren gehen, durchaus eine solche Zauberwirkung hervorrufen. Vorerst beließen es die Helden bei dieser Erklärung und widmeten sich dann doch noch dem Feste…

03. Phex 1039 BF, Irberod

Die Gruppe hatte sich ursprünglich auf einen ruhigen Morgen ohne der rondrianischen Frühandacht gefreut. Das ihnen dies nicht vergönnt war, merkten sie, als einer der Ausrufer schreiend und mit der Handglocke läutend durch das Lager lief und ein Verbrechen meldete. Viele der Tiere auf der Dorfkoppel seine in der Nacht verstorben und ihre Gnade LEUDARA gehe von einem Verbrechen aus. Noch bevor sich alle der Helden erhoben hatte, war der Norbarde bereits angezogen und in Richtung der Stallungen davongeeilt. Als die Gruppe kurze Zeit später zu ihm stieß, erfuhren sie von der schlimmen Nachricht: Auch ALRIKSEJS Ochsen waren unter den toten Tiere. Die meisten Wettkampfteilnehmer hatten Verluste zu beklagen, so auch RITTER RITTER GERWIN, der sein Schlachtross verloren hatte. Einzig die Zwerge besaßen noch all ihre Tiere, da sie weder ihre Ochsen noch die Lastziegen von Fremdländern versorgen lassen wollten. Das dies sich jetzt offenbar ausgezahlt hatte, rieb BENGRAM jedem unter die Nase, was zu einer beträchtlichen Verschlechterung der Stimmung beitrug. Als der Angroschim schließlich offen verkündete, er und seine Gefährten seien die einzigen, welche den Stahltransport jetzt noch durchführen konnten, zeigte sich offene Feindseligkeit und rasch wurden die Zwerge verdächtigt die Tier getötet zu haben um so doch noch an das Eisen zu kommen. LEUDARA und die GRÄFIN sprachen daraufhin ein Machtwort und beriefen eine Versammlung auf dem Marktplatz zur Mittagsstunde ein. Dort sollte über das weitere Vorgehen beratschlagt werden.

Während die Heldengruppe Nachforschungen über das Ableben der Tiere anstellte, brach eine wahre Verkaufsschlacht im Lager aus. Jeder, der noch lebende Tiere besaß, wollte sie nun zu einem Wucherpreis verkaufen. Auch ALRIKSEJ und RICARDA versuchten neue Zugochsen zu erwerben, jedoch hatten sie weder das notwendige Gold noch wollte sie jemand unterstützen, da sie somit ja wieder über das Vorkaufsrecht verfügen würden. Die Helden konnten sich in der Zwischenzeit durch die Fürsprache LEUDARAS auf der Koppel umsehen. Es schien offensichtlich das das Futter der Tiere vergiftet worden war, auch wenn sich kein kundiger Alchemist finden ließ, der die Art des Giftes zu bestimmen vermochte. So blieben letztlich nur Vermutungen, wobei der hinterlistige RAGASCHOFF wohl am wahrscheinlichsten als Giftmischer erschien. Er war früh am gestrigen Tag aufgebrochen, um keinen Verdacht zu erwecken und aus Bosheit in der Nacht ins Lager zurückgekommen. Vielleicht hatte er seinen Söldnern sogar noch aufgetragen die eigenen Tiere, welche er selbst für den Transport des Stahls nicht mehr benötigte, jetzt gewinnbringend zu verkaufen.

Mehr war an der Koppel für die Helden nicht zu erfahren und da sich die Mittagsstunde näherte, begaben sie sich wie alle anderen Anwesenden ebenfalls zum Marktplatz. Auf dem Holzpodium hatte sich abermals GRÄFIN RILKA und die Rondrageweihte versammelt. Letztere rief ALRIKSEJ zu sich und wollte wissen, ob er noch in der Lage war den Stahl zu transportieren. Als jener verneinte, wollte sich LEUDARA bereits nach einem anderen Boten und Zwischenhändler umsehen. Wie die Helden bemerkten, redete RICARDA abermals auf ALRIKSEJ ein. Ihr Gesicht zeigte eine Mischung aus Verzweiflung und Traurigkeit, konnte sich der Norbarde doch ohne den Erlös des Stahls nicht von seiner Familie freikaufen und somit auch nicht die junge Hebamme ehelichen. Mit einem entschlossenen Blick zu seiner Verlobten bestieg er abermals das Podium und brachte mit einem lauten Ruf sowohl die beiden edlen Damen wie auch die Menge zum Schweigen. In einer wortgewandten Rede beharrte er auf seinem erstrittenen Recht an dem Stahltransport und deutete den Tod der Tiere als weitere Prüfung, welche ihm von Rondra selbst auferlegt wurde. Unter den Jubelrufen der Zuschauer erläuterte er seinen Plan, habe er doch vorhin bereits mit dem JUNKER WITOLD verhandelt und ihm die Holzstämme abgekauft, welche er noch auf Lager hatte. Daraus würde er ein Floß bauen und als erster Mensch den BORNWALD auf dem Fluß durchqueren. Mit dieser Heldentat würde er nicht nur Rondra sondern auch Efferd ehren und beweisen, wozu ein ALRIKSEJ JANTAREFF fähig sein. Aufgrund der Begeisterung der Zuschauer und der Anrufung der Götterselbst blieb sowohl der Gräfin wie auch der Geweihten nichts anderes übrig, als diesem heroischen Vorschlag zuzustimmen.

Der Nordbarde hatte in diesem Moment nur noch Augen für das erleichterte Strahlen im Gesicht seiner RICARDA, ansonsten hätte ihn die Mischung aus Wut und Entsetzen bei den Helden daran erinnert, dass er das Floß und die Fracht wohl kaum alleine würde befördern können…

3. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 03.10.2020

29. Tsa 1039 BF, Irberod

Wie auch an den beiden vorherigen Tagen, begann der Morgen mit einer Andacht auf dem Platz vor dem RONDRATEMPEL. LEUDARA sprach aufmunternde und bestärkende Worte und lobte die Anstrengungen der Wettbewerber. Zur Mittagsstunde verlas sie abermals einen Teil der Geschichte der THEATERRITTER. Darin ging um die Standhaftigkeit der Ritter und den durch KOR verursachten Rausch des Kampfes. Nur wer jenen Rausch beherrschte und sich von ihm nicht hinfort reißen ließ, der würde seinen Gegner bezwingen. Dass es bei der bornischen Auslegung dieses historischen Textes mit großer Wahrscheinlichkeit um Kampftrinken handeln würde, schien den Helden einleuchtend.

Nach der Geschichte begab sich die Gruppe zurück zu ihrem Lager und verspeiste das wie immer hervorragende, von RICARDA zubereitete Mahl. Im Anschluss besprachen sie sich, wie man nun mit LEUDARA weiter verfahren sollte. Die Helden erinnerten sich an die Begebenheiten in HINTERBRUCH, an ihren Kampf mit ANSHAG und die weiteren Ereignisse. Es war wichtig zu wissen, auf welche Seite die RONDRAGEWEIHTE stand und so beschlossen KALZAN, KIAN und AMIR ein Gespräch mit ihr zu suchen. Aus diesem Grund begaben sich die drei zum Schrein der Kriegergöttin und erklärten ihr Anliegen dem Tempelvorsteher, welcher nach der Geweihten aus FIRUNEN schicken ließ. Als LEUDARA einige Minuten später im Tempel eintraf, zeigte sie sich sichtlich erfreut über den Gesprächswunsch der Helden und nahm sie mit in das gräfliche Anwesen, in welchem sie als Gast der GRÄFIN RILKA NADJESCHA VON IRBEROD-PRUSKOW Quartier bezogen hatte. Zu einigen Humpen Bier erzählten die Helden nun ihre Geschichte, angefangen mit dem Streit zwischen den beiden Geweihten in HINTERBRUCH bis hin zu ihrem Sieg an der BLUTKLIPPE und der Störung des Rituals. Die Kunde über ANSHAGS Tod nahm sie ohne sichtliche Regung hin und nach ungefähr einer Stunde hatten sie ihr Gespräch beendet. Die Helden fanden dabei folgendes heraus:

  • Es gab bei den Theaterrittern einen geheimen Orden, welcher DIE SILBERNE HORDE genannt wurde. Jene in silberne Rüstung gekleidete Krieger nutzten magische Gegenzauber um die schädlichen Flüche und Rituale der Schamaninnen um die GOBLINHEXE KUNGA SUULA zu neutralisieren und hatten somit einen erheblichen Teil zum Sieg des Ordens über die Goblins beigetragen.
  • Nach dem Sieg wurde der Horde jedoch finstere Rituale, Menschopfer und sogar Blutmagie vorgeworfen. Unter dem Schleier dieser Verleumdungen wurden sie aus den meisten Geschichtsbüchern gestrichen und ihr Beitrag zur Eroberung des BORNLANDS heruntergespielt.
  • Dem KORGLAUBEN stand die Horde näher als die Theaterritter selbst. Letztere wurden nach dem Sieg über die Goblins in WJASSUULA dekadent und ANSHAG VON GLODENHOF war es, der 321 BF eine weitere Blütezeit des Ordens einläutete, indem er selbst die Führung der Theaterritter übernahm. Aus dieser Zeit stammt auch ein besonderer Ritus der Verehrung KORS, welche die Grundlage des KORSMALBUNDES zu bilden scheint.

Über den KORSMALBUND selbst zu berichten, weigerte sich LEUDARA. Sie erzählte von einem Schwur, den sie der Vorsteherin des Rondratempels in FERUNEN, IRINJE VON SCHWERTBERGEN gegeben hatte. Jene Hochgeweihte war es auch, die sie nach IRBEROD als Schiedsrichterin der Wettkämpfe schickte und auch von ihr stammten ANSHAGS Befehle das BLAUE BUCH aus HINTERBRUCH zu beschaffen. Ob sie jedoch auch den Mord an den Dorfbewohner gebilligt hatte, von dem Drachenreiter des Bundes oder der Massentaufe im KORSFORST wusste, konnte LEUDARA weder bestätigen noch verneinen.

Aus diesen Informationen zog die Gruppe folgende Schlüsse:

  • Es könnte durchaus sein, dass die HOCHGEWEIHTE IRINJE VON SCHWERTBERGEN eine hohe Position innerhalb des KORSMALBUNDES innehatte und vielleicht über sämtliche Vorgänge im KORSFORST und BURG KORSWANDT informiert war, wenn sie nicht sogar die Auftraggeberin ANSHAG darstellte.
  • LEUDARA wurde vermutlich nach IRBEROD geschickt, weil man ihr nach ihrer Auflehnung gegen ANSHAG nicht mehr vertraute und sie erstmals ruhigstellen wollte.
  • Die Stahllieferung würde in FIRUNEN von IRINJE im Namen der Rondrakirche in Empfang genommen werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen und die Hochgeweihte tatsächlich dem Bund angehören, so würde der Sieger der Wettkämpfe dem KORSMALBUND den Stahl für die Bewaffnung der Aufständigen liefern, was weder im Sinne der Helden noch des BORNLANDS wäre…

Während die drei Gefährten sich mit LEUDARA unterhielten, machten sich ANASTASIA und ALEKSEJ auf den Weg zum Lager von BENGRAM SCHMETTERAXT. Sie hofften von dem Zwerg neue Informationen zu bekommen, jener weigerte sich allerdings mit ihnen zu sprechen, da er die Niederlage des gestrigen Abends noch immer persönlich nahm und weiterhin von einer Verschwörung gegen die ANGROSCHIM ausging. Sollten die beiden Helden allerdings etwas über den kommenden Wettkampf in Erfahrung bringen können und dieses Wissen auch mit BENGRAM teilen, so hätten sie die Möglichkeit ihren Ruf als vertrauenswürde Freund zurück zu bekommen.

Ohne dieser Möglichkeit ungebührliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, spazierten die beiden weiter und erreichten die BLEICHE. In der Mitte der Senke waren lange Holzlatten ausgelegt worden, um auf dem noch immer matschigen Untergrund eine ebene Fläche zu erschaffen. Auf jener waren drei Fässer platziert worden, auf welchen runde Holzplatten befestigt worden waren. Mit den abgesägten Holzklötzen zu beiden Seiten, sahen die drei Fässer beinahe wie Tavernentische aus, was die anfängliche Vermutung der Helden, es könne sich am Abend um eine Art Wettsaufen handeln, noch weiter bestärkte.

Mit dieser Erkenntnis machten sie sich auf den Rückweg ins Lager. Am späten Nachmittag, nachdem auch KALZAN, KIAN und AMIR von ihrem Gespräch mit LEUDARA zurückgekehrt waren, tauschten sie das neue Wissen aus und bestimmten abermals AMIR als ihren Vertreter bei dem anstehenden Wettkampf.

Am Abend bestätigte sich die Vermutung der Gruppe: Die bodenständig-bornländische Interpretation des „Kampfrausches“ bestand aus dem sich abwechselnd gegenseitig ins Gesicht schlagen und regelmäßigen Trinkens großer Mengen an MESKINNES, so lange bis einer betrunken vom Fass fiel. Das bei einer derartig auf die zwergische Lebensweise abgestimmten Aufgabe niemand anderes als BENGRAM gewinnen konnte, zeigte sich bereits nach den ersten Runden und so musste sich AMIR diesmal seinem Gegner geschlagen geben. Die Zwerge feierten ihren Sieg ausgiebig und erhielten von LEUDARA als Preis den Topfhelm eines gewissen ALMIN AUS SKULLEN, welchen jener der Überlieferung nach beim KORSWUNDER an der BLUTKLIPPE trug.

AMIR hingegen wurde von seinen Kameraden zurück ins Lager getragen. Seine linke Gesichtshälfte hatte in der Zwischenzeit ein efferdgefälliges Dunkelblau angenommen und würde ihm sicherlich starke Schmerzen bereiten, sobald er aus seiner Ohnmacht erwachen würde.

KIAN unternahm in der Dunkelheit der Nacht noch einige Spaziergänge durch das Lager. Es waren der Gruppe mehrere Berichte zugetragen worden, dass Diebe die Trunkenheit der Lagernden ausnutzen, um Zelte aufzuschlitzen, Wägen aufzubrechen und Gold und andere wertvolle Dinge zu entwenden. Außer einige Dirnen, welche ihrem Geschäft nachgingen und einem Rauschkrautschmuggler, der der Dorfjugend etwas verkaufte, zeigte sich jedoch nichts Außergewöhnliches in dieser Nacht…

30. Tsa 1039 BF, Irberod

Bereits am frühen Morgen kümmerte sich RICARDA um die vom Vortrag noch immer betrunkenen Helden, allen voran AMIR, der erst kurz vor der Mittagsstunde wieder aufwachte. Ein aus vielerlei Kräutern gebrauter Tee vertrieb die ärgsten Kopfschmerzen und eine Heilsalbe aus EINBEEREN half gegen das geschwollene Gesicht des Südländers.

Die restliche Gruppe hatte inzwischen abermals an der Frühandacht teilgenommen und sich die Geschichte über den Hintergrund der am Abend anstehenden Prüfung angehört. Die Zwergentruppe um BENGRAM hatte für sich selbst einen Triumphzug organisiert und kam mit Bannern und Wappen geschmückt auf den Marktplatz, um an ihre glorreichen Taten der vergangenen Nacht zu erinnern. Doch selbst die Zwerge wurden still, als LEUDARA vom THRON DER KUNGA SUULA erzählte, vom Siegeszug der THEATERRITTER und von den körperlichen Anstrengungen, welche zu diesem Sieg nötig waren.

Das sich diese Geschichte nach einer körperlichen Herausforderung anhörte, bestätigte am Nachmittag eine Besichtigung des Wettkampfplatzes. Einige hundert Schritt südlich von IRBEROD war ein hoher Holzturm und ein Fahnenmast errichtet worden. Die Regeln besagten, dass die Wettkämpfer erst im Faustkampf die beiden Bewacher des Turms bezwingen mussten, dann ein rotes Fell an sich nehmen und so schnell wie möglich über das große Feld zum Fahnenmasten sprinten mussten. Wer am schnellsten den Mast erkletterte und dort das Fell als Fahne hisste, der würde den nächsten Wettkampf gewinnen.

Bevor es jedoch soweit war, erhielt die Gruppe in ihrem Lager noch Besuch von JUNKER WITOLD BROSCHKIN VON WESTERMUND. Jener betrieb mit Erlaubnis der Gräfin ein Sägewerk südlich des Dorfes und verkaufte hochwertiges Holz. RICARDA hatte ihn eingeladen, da ALRIKSEJ plante seinen Wagen verstärken zu lassen, um den schweren Stahltransport nicht durch eine Beschädigung des Fuhrwerks zu gefährden. Auch die Helden fanden diese Idee gut und orderten zehn große Bretter, mit denen sie ebenfalls ihre Kutsche weiter ausbauen wollten. BROSCHKIN nahm ihren Auftrag an und versprach das Holz bis zum Ende der Wettkämpfe ins Lager zu liefern.

Als der Abend heranrückte, begab sich die Gruppe zurück zu der großen Wiese mit Holzturm und Fahnenmast. Als Wettstreiter wurde von ihnen diesmal ALEKSEJ ausgewählt. Der bornländische Held konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Sieger wurde der SEEKADETT FABIUS TER FRAUTING, der allein schon aufgrund seiner Ausbildung auf Segelschiffen der festumer Flotte den besten Kletterer darstellte. Zu einem Unentschieden schaffte es zumindest kurzzeitig SALWINA VON ELKENACKER, jedoch warf LEUDARA daraufhin das rote Fell in eine ruhige Stelle des WESTERBACHS. Endgültiger Sieger sollte sein, wer ihr das Fell als erstes brachte. Auch hier zahlte sich die Ausbildung FABIUS aus, da er natürlich wesentlich besser und schneller schwimmen konnte als die Kriegerin gewann er das Stechen mit Leichtigkeit und erhielt als Preis eine Halskette mit den Hauern der Leibwächter der KUNGA SUULA.

Die Stimmung am späten Abend war im Lager der Helden weniger ausgelassen als sonst. Im Moment hatten sie mit zwei gewonnenen Wettkämpfen noch die Oberhand, aber sowohl die Zwerge wie auch FRAUTING schienen mit ihrem Erfolgen neue Kraft und Ehrgeiz zu gewinnen. Der morgige Tag würde vielleicht schon eine Entscheidung bringen…

01. Phex 1039 BF, Irberod, nachts

Abermals machte sich KIAN weit nach Mitternacht auf den Weg, um durch das Lager zu schleichen. Er begegnete dabei dem Rauschkrauthändler, mit welcher er beinahe in eine Handgreiflichkeit verwickelt worden wäre, da jeder der beiden Männer meinte vom jeweils anderen verfolgt zu werden. Schließlich einigte man sich jedoch auf ein Geschäft und KIAN erstand für seinen Waffengefährten AMIR ein kleines Stück SCHWARZEN MARASKANER. Der Südländer freute sich über dieses Geschenk und beide teilten sich daraufhin ein Pfeifchen…

2. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 22.08.2020

 

26. Tsa 1039 BF, Irberod

Nachdem die Heldengruppe die Stadt unter dem Jubel der Zuschauer durchfahren hatte, begaben sie sich auf die Weideflächen vor dem Osttor. Hunderte von Besuchern hatten hier größere Lager und Zeltstädte errichtet und auch die Gefährten ALRIKSEJS ließen sich unweit der Straße nieder. Zwischen den beiden Wägen wurde eine Zeltplane gespannt und nachdem Feuerholz herangeschafft war und das späte Mittagessen zu duften begann, stellte sich der Lagerplatz als gemütlicher Ort heraus, an dem die Helden die kommenden Tage in verdienter Ruhe verbringen konnten.

Den Nachmittag verbrachten KALZAN, ALEKSEJ und KIAN nahe dem Dorfe an einer ruhigen Stelle des WESTERBACHS beim Fischfang. Sie hatten den Plan das Abendmahl zu fangen, jedoch gestaltete sich dies schwierig, da KALZAN in den Fluss stürzte und nur unter großen Mühen von seinen beiden Gefährten gerettet werden konnte, ehe ihn die Strömung in den BORNWALD treiben konnte. Ohne Fisch, jedoch durchnässt und frierend kamen sie daraufhin in das Lager zurück. Die Kochkünste RICARDAS konnten jedoch die schlechte Laune vertreiben und das Lagerfeuer wärmte sie wieder auf.

Am Abend dieses Tages fand die offizielle Begrüßung durch GRÄFIN RILKA NADJESCHA VON IRBEROD-PRUSKOW und LEUDARA VON FIRUNEN statt. Dabei wurden auch Regeländerungen bekannt gegeben, da sowohl die Zwerge um BENGRAM SCHMETTERAXT wie auch der Ritter GERWIN VON GROWINSK-NASSHOSEN auf die Wichtigkeit seiner Gefährten bestand. Ein Zwerg würde nie allein ein Bergwerk betreiben und auch ein Ritter verlässt sich auf seine Knappen und die Talente seines Gefolges. Da niemand von ihnen den Transport des Stahls allein durchführen konnte, sollten man auch nicht allein um das Vorkaufsrecht kämpfen, sondern stehts denjenigen in einen Wettkampf schicken, der die besten Erfolgsaussichten versprach. Auch wenn es von den kleineren Teilnehmergruppe leises, ablehnende Gemurmel gab, so zeigte sich ALRIKSEJ von dieser Regeländerung als begeistert, konnten doch nun die Stärksten, Schlausten und Gewandtesten aus der Heldengruppe ihn bei den Wettkämpfen vertreten.

Im Anschluss an diese Bekanntmachung ließ LEUDARA jeden Anführer der Teilnehmenden zu sich auf die hölzerne Bühne kommen und feierlich seinen Namen, auf den von der Rondrakirche gesiegelten Vertrag schreiben. Damit wurde die Übergabe des Stahls in FIRUNEN an den Tempel sichergestellt. Auch wurden die Wechsel und Schuldscheine der Teilnehmer, ausgestellt von Banken, Adligen oder anderweitig Wohlhabenden, eingezogen, welche das nötige Gold für den Erwerb bereitstellten.

Nach diesem offiziellen Begrüßungsakt entließ die Gräfin die Zuschauer und Wettkämpfer zurück in das Lager, wo sogleich vielerorts wild gefeiert wurde. Diese Gelegenheit nutzte TARAS, um sich einen Überblick über die Mitbewerber zu verschaffen. Mit folgender Information kehrte er eine Stunde später zurück:

BENGRAM SCHMETTERAXT, war der Anführer einer Schar Zwergensöldner, welche es als ihre heilige Pflicht ANGROSCH gegenüber ansahen, den Stahl selbst zu transportieren und diese wichtige Aufgabe nicht irgendwelchen schwächlichen Menschen zu überlassen. Er war einer der treibenden Kräfte gewesen, welche zusammen mit RITTER GERWIN die Regeländerungen bei der Gräfin erwirkte.

JANKO RAGASCHOFF war der Gruppe vor allem wegen seiner Verwandtschaft zu ALJEG bekannt, eben jenen zwielichtigen Händler, welcher der NORBARDENSIPPE der PRISCHKAJ eine aus SCHWARZTOBRIEN stammenden und mit dämonischer Magie verzauberte Säge verkauft hatte. Das die Helden indirekt für den Tod seines Vettern mitverantwortlich waren, wusste jener vermutlich nicht… und die Gruppe hatte auch nicht vor es ihm zu sagen.

SALWINJA VON ELKENACKER war eine junge Absolventin der NEERSANDER KRIEGERAKADEMIE und suchte nach Ruhm, um darauf aufbauenden neue und lukrative Angebote im Kriegshandwerk zu erhalten um ihre horrenden Schulden zurückzahlen zu können.

GERWIN VON GROWINSK-NASSHOSEN war Ritter und verarmter BRÜCKENBARON und hoffte etwas von dem alten Glanz seiner Familie bei diesem Wettkampf zurückgewinnen zu können.

Der Seekadett FABIUS TER FRAUTING, Absolvent der ADMIRAL-VON-SEWERITZ-SCHULE zu FESTUM brauchte Gold hat von der See erstmal genug. Der Transport des Stahls über die trockenen, bornischen Straßen würden ihm dabei helfen die jahrelange Schikane auf den Ausbildungsschiffen der Akademie zu vergessen.

SEMKIN VON IRBEROD-KARKIWEN war der Neffe von GRÄFIN RILKA und versuchte durch seine Teilnahme an den Spielen etwas Ruhm für sich zu verdienen, da er bisher wohl keine Rolle innerhalb seiner Familie oder der Grafschaft spielte.

Nach diesem Bericht des Magiers machten sich DIMM und ALRIKSEJ sofort auf den Weg zu den Zwergen, um ebenfalls „Nachforschungen“ anzustellen. Wie nicht anders zu erwarten war, dauerte dies mehrere Stunden und brachte kein neues Wissen, außer die Kenntnis über die schiere Mengen an Bier und Schnaps, welche die ANGROSCHIM aus ihrer Heimat im FINSTERKAMM mit hierher genommen hatten und wofür extra ein eigener Eselwagen mitgeführt wurde.

In der Zwischenzeit versuchte NOARA RICARDA in ein Gespräch zu verwickeln. Der Hexe war während ihrer Reise mehrfach eine prächtige, orangerote Katze aufgefallen, welche der Heldengruppe zu folgen schien. Dies und der Umstand der plötzlichen Versessenheit ALRIKSEJS auf RICARDA, ließ NOARA misstrauisch werden. Hexen waren im BORNLAND weitaus häufiger anzutreffen als im KAISERREICH und es war durchaus im Bereich des Möglichen, dass sich die neue Reisegefährtin der Helden ebenfalls als TOCHTER SATUARIAS herausstellen könnte, wobei sich natürlich die Frage nach ihrer Heimlichtuerei und den Sinn ihrer Reise aufdrängte. Aus dem Gespräch zwischen den beiden Frauen ließ sich jedoch nicht viel neues Wissen gewinnen, vor allem da NOARA eine direkte Konfrontation RICARDAS verhindern wollte, kannte sie doch den Jähzorn vieler ihrer Schwestern und die dadurch verbundenen Gefahren.

Nach dem Abendessen offenbarte sich die Hexe TARAS gegenüber und erläuterte ihm ihre Bedenken. Eine weitere Unterhaltung mit RICARDA brachte den Magier der Heldengruppen auf eine neue Idee: Die junge Frau erwähnte in diesem Gespräch, dass ihr seid ihrer Jugend öfters unerklärliche Dinge wiederfuhren. Beim Kochen waren es fehlende Gewürze, welche ihr plötzlich in die Hand flogen und so ein schmackhaftes Mahl ergaben, auch wenn sie selbst nie Kochen gelernt hatte. Auch ihr einnehmender Charakter war wohl von früheren Freunden und Liebhabern als geradezu „magisch und bezaubernd“ beschrieben worden und auch die Heldengruppe hatte bereits ihre einnehmende Art bemerkt. TARAS erzählte NOARA daraufhin von den MAGIEDILETTANTEN, welche zwar magische Kraft besaßen, jedoch ohne Ausbildung oder Talent nur zu kleinen Dingen fähig waren, wie eben beispielsweise Kochen oder die unterbewusste Beeinflussung, um somit liebenswert und nett zu erscheinen. Dies war in den Augen des Magiers zwar nicht gefährlich, sollte jedoch weiter beobachtet werden…

 

27. Tsa 1039 BF, Irberod

Am frühen Morgen versammelten sich alle Einwohner und Gäste des Ortes auf dem Marktplatz um die hölzerne Bühne. Mit feierlicher Stimme begann LEUDARA ihre Einleitung und erzählte die Geschichte der THEATERRITTER und der BLUTROTEN BULLE, eben jenes Schriftstück mit denen KAISER GERBALD I. im Jahr 177 BF das BORNLAND an den Orden übertrug. Die BULLE wurde damals von manchen außerhalb des Ordens ebenfalls begehrt und so war ihr Weg in das Land am BORN eine regelrechte Verfolgungsjagd. Dies sollte sich auch in der ersten Prüfung widerspiegeln.

Worin diese Aufgabe nun genau bestand, sollte erst am Abend offenbart werden, da jedoch an der BLEICHE vor den Toren bereits eine Art Arena errichtet wurde, schien es allen Beobachtern schnell klar zu sein, dass es bei dem Wettkampf und Kraft und Schnelligkeit ging.

Die Gruppe wählte aus diesem Grund AMIR aus, um sie bei Anbruch der Dunkelheit bei dem Spiel zu vertreten. Ziel dabei war es, eine rot gefärbte Lederrolle über den Platz zu tragen und in eine Truhe zu legen. Holzzäune versperrten jedoch den direkten Weg und sollten die Probleme symbolisieren, welche auch die Boten des Kaisers erst umgehen mussten, ehe sie an ihrem Ziel ankamen. Um die Mühsal des Weges und die Anstrengung der damaligen Zeit zu zeigen, wurde der gesamte Platz noch kniehoch überflutet und bis zum Abend hatte sich daraus eine dicke Brühe aus Dreck und Erde ergeben. Dies gestaltete sich vor allem für den Zwerg, welcher im Namen BENGRAMS kämpfte, als unüberwindliches Hindernis. AMIR hingegen konnten durch schiere Größe und Körperkraft die BULLE an sich nehmen und auch wenn es kurz vor der zu erreichenden Truhe noch einmal spannend wurde, gewann der Held das Spiel ohne größere Probleme.

Unter tosendem Beifall und zwergischen Flüchen nahm ALRIKSEJ als Anführer seiner Gefolgschaft den Preis entgegen: Ein Tintenfass aus Messing und übernahm damit die Gesamtführung im Kampf und die Stahllieferung. TARAS amüsierte sich inzwischen sehr über die ANGROSCHIM. BENGRAM SCHMETTERAXT fielen dutzende von Gründen ein, warum seine Mannschaft verloren hatte und in einer sehr kruden Thesis kam sogar ein Lindwurm und ein alter Fluch der Gräfin vor. Das die ganze Angelegenheit nur eine Verschwörung der Menschen gegen die Zwerge sein konnte, deren Konkurrenz die Großen schlichtweg so sehr fürchteten das sie zu ehrlosen Mitteln greifen mussten, war eine allgemein akzeptierte Erklärung seitens BENGRAMS.

Um die Zwerge noch mehr zu ärgern und zu reizen, war dem Magier selbst ein Goldstück nicht zu teuer und so heuerte er kurzerhand einen Barden an, welcher in den kommenden Stunden über das Versagen der Zwerge und der Schmach ihrer Niederlage singen sollte. Hier die überlieferten Zeilen, welche die Helden von ihrem Lagerplatz aus hören konnten:

 

Geehrte Irberoder Gäste,

So höret nun mein lustig Lied,

Doch sagt nicht ich würde lästern,

Weil ich nur über Zwerge schrieb.

 

Seit Anbeginn der Zeiten,

Sind unsere Länder so gemacht,

Dass man über’s Volk der Zwerge,

halt allzu gerne Witze macht.

 

Auch heute gab es was zum Lachen,

als man den Angroschim sah,

wie er dort im Dreck verschwand,

ganz plötzlich war er nicht mehr da.

 

Der stolze, große Amir jedoch,

Tat als Sieger sich hervor,

Noch bevor‘s das Zwerglein merkte,

Hatte es auch schon verlor‘n…

 

Die Mitglieder des kleinen, jedoch stolzen Volkes hörten sich die ersten vier Strophen des Liedes an, beschlossen dann jedoch den Barden in ein leeres Fass zu stecken und den Abhang hinunter zu werfen… daraufhin hörte der Gesang auf…

 

A28. Tsa 1039 BF, Irberod

Der zweite Tag der Wettkämpfe begann am frühen Morgen, als der Gong des Rondratempels alle Teilnehmer, Zuschauer und Einwohner IRBERODS zur Andacht rief. Die Feierlaune der vergangenen Nacht war in vielen Gesichtern zu sehen und vermutlich war dies auch der Grund für die besonders lange und laute Predigt LEUDARAS, worin um es Disziplin und Verantwortungsbewusstseins ging.

Wie bereits tags zuvor, erzählte sie im Anschluss an die Messe eine weitere Geschichte über den Theaterorden und somit die geschichtliche Grundlage zu der am Abend stattfindenden Aufgabe:

Beim SCHWERTWUNDER VON LEUFURTEN heiligte Rondra die Waffen der Theaterritter und ermöglichte es ihnen so, die Heerscharen der GOBLINHEXE KUNGA SUULA zu besiegen. Dieses Wunder erhielt der Orden als Gegenleistung für seine Standhaftigkeit und Göttergefälligkeit.

Bei der Prüfung sollte aus diesem Grund ein rondragefälliges Lied gesungen werden. Die Standhaftigkeit würde dadurch demonstriert, dass sich die Teilnehmer, welche auf Fässern standen, Sandsäcke an die Köpfe warfen. Wer den Halt verlor und vom Fass stürzte oder nicht mehr singen konnte, schied aus.

Den ganzen Tag beratschlagte die Gruppe über einen geeigneten Streiter. Da es um Geschicklichkeit, Körperbeherrschung und musikalisches Talent ging, fiel die Wahl schließlich auf ZAHIDE. Auch wenn die Elfe kaum rondragefälliges Wissen aufbringen konnte, so schaffte sie es am Abend doch, durch geschickt improvisierte Verse und katzenhafte Reflexe den von JANKO RAGASCHOFF gekauften Barden im finalen Zweikampf zu bezwingen und somit den zweiten Sieg für ALRIKSEJ zu erringen. Zur Belohnung erhielt die Gruppe einen kunstvoll gearbeiteter Dolch, welche aus dem Nachlass des Ordens stammte und somit mehrere Jahrhunderte alt war.

An derlei historische Schätze fand AMIR und DIMM jedoch keinen Gefallen. Direkt nach der abschließenden Ansprache LEUDARAS machten sie sich ins Gasthaus KUPFERGRUBE davon um schnell noch einen Batzen Gold auf ihren eigenen Sieg zu setzten. Hier war gutes Geld zu verdienen, da die Wettkämpfe bisher keinerlei Herausforderung darstellten… der listige PHEX hätte ihnen vielleicht von ihrer Überheblichkeit abgeraten, immerhin standen ihnen noch vier weitere Wettkampftage bevor…

 

1. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 01.08.2020

20. Tsa 1039 BF, Festum, Taverne „Quacksalber“

Bis spät in die Nacht hinein besprach man den Vorschlag ALRIKSEJ JANTAREFFS an den Spielen in IRBEROD Teil zu nehmen und einigte sich schließlich darauf, dass alleine schon die Möglichkeit mit LEUDARA VON FIRUNEN ein klärenden Gespräch führen zu können, die Reise wert sei.

21. Tsa 1039 BF, Festum

An diesem Tag standen viele Reisevorbereitungen für ihren bevorstehenden Aufbruch an:

Der erste Weg der Heldengruppe führte in die HALLE DES QUECKSILBERS. Dort wurde das BLAUE BUCH aus den Gewölben unter der Akademie hervorgeholt, um den ALCHEMISTEN TRAVIN von ihren redlichen Absichten zu überzeugen. Im Anschluss wurde nicht nur das Buch, sondern auch der unheiligen Ring des Dämonenpaktierers IRIAN VON SCHWARZENBURG wieder in die Obhut der Akademie gegeben. Des Weiteren wurde eine Vereinbarung getroffen, welche eine Mitarbeit TRAVINS in den alchemistischen Werkstätten der Akademie ermöglichte. Er sollte gegen Verpflegung und Unterkunft für die HALLE DES QUECKSILBERS arbeiten und erhielte auch außerhalb seines Dienstes freien Zugang zu den Laboratorien, wo er dann im Auftrag der Helden Tränke und Gifte bis zu deren Rückkehr herstellen konnte. Um seinen Bedarf an Zutaten und Reinsubstanzen zu decken, erhielt der Alchemist von den Helden dreißig Batzen Gold…

Ein weiterer wichtiger Punkt, welche die Helden zu erledigen hatten, war der Besuch im HESINDEDORF. Dort besprachen sie sich lange Zeit mit SCHWESTER PAALE und dem GEWEIHTEN PETTAR. Jenem berichteten sie von allen wichtigen Ereignisse der vergangenen Monate, beginnend mit dem Erhalt des BLAUEN BUCHES in NEERSAND, von den Geschehnissen in HINTERBRUCH und PILKAMM bis hin zum Angriff auf KLOSTER KORSWANDT, der vereitelten Massentaufe an der BLUTKLIPPE und den blutenden Rüben von NEU-WULZEN. Der Geweihte schrieb alles kommentarlos nieder, bestand allerdings auf eine Überprüfung der Erzählung ehe er irgendetwas davon an andere Kirche oder regierende Adelshäuser weiterleiten würde. Da sie dazu Boten ausschicken wollten, welche in NEERSAND, HINTERBRUCH und auf KORSWANDT Erkundigungen einholten, konnte die Gruppe nicht mit einer unmittelbaren Unterstützung rechnen und verließen daraufhin den Tempel wieder. Zuvor ließen sie allerdings noch einen BLUTSTEIN, welchen sie in der GOBLINHÖHLE bei der Suche nach der THORWALERTROMMEL fanden sowie ein Relikt der THEATERRITTER in Form eines Amuletts aus der GROßEN MOSCHE nahe PILKAMMS zur genaueren Untersuchung im Tempel zurück.

Da der GEWEIHTE PETTAR erst nach der Bestätigung des Wahrheitsgehaltes der Geschichte der Helden auch die EFFERDKIRCHE unterrichten würde, beschloss die Gruppe selbst einen Brief nach NEERSAND zu schicken. Diese Aufgabe viel wieder einmal KALZAN zu. Der Gelehrte umriss kurz die Geschehnisse um das BLAUE BUCH. Ohne auf den genauen Aufenthaltsort hinzuweisen, teilte er dem Tempel lediglich mit, das Buch sei in sicherer Verwahrung. Dies tat die Gruppe, da sie keinesfalls vorhatten, diese wichtige Quelle für Wissen um die THEATERRITTER in vorauseilendem Gehorsam aus der Hand zu geben. Es würde Wochen dauern bis aus NEERSAND Antwort zu erwarten war und selbst wenn der TEMPEL die Rückgabe des Buches forderte, so würde er sich aufgrund seiner Unwissenheit nicht direkt an die Akademie wenden können. All dies würde den Schriftgelehrten der Akademie zusätzliche Zeit geben, vielleicht wichtige neue Erkenntnisse aus dem Buch zu gewinnen.

Der letzte Punkt auf der Liste der Erledigungen war ein weitere Besuch bei der weisen, alten GOBLINSCHAMANIN MANTKA RIIBA, da die Gruppe sie nach ihrem Wissen um den KORSMALBUND befragen wollte. Dies erwies sich allerdings als unmöglich, da die Schamanin FESTUM bereits vor längerer Zeit verlassen hatte. Ihre Schülerin NIRIAS erklärte den Helden, MANTKA RIIBA führte Gespräche mit einem der mächtigsten Hexenzirkel des Bornlands, welchem die HEXE ZELDA vorstehe. Jener schien die Zeit für gekommen zu halten, dass die TÖCHTER SATUARIAS wieder zu ihrer alten Macht zurückfanden und als mächtige Zauberer an die Höfe der BRONJAREN zurückkehrten. Ob sich die Anführerin der FESTUMER GOBLINS in dieser Angelegenheit für Hexen oder für die alte Ordnung einsetzten würde, konnte aus dem Gespräch mit NIRIAS jedoch nicht in Erfahrung gebracht werden…

Am Nachmittag dieses Tages waren die Vorbereitungen abgeschlossen und die Gruppe traf sich mit ALRIKSEJ. Jener hatte einen großen Waagen mit vier Ochsen bespannt und plante mit jenem auch den Stahltransport von IRBEROD nach FIRUNEN. Bei dieser Gelegenheit lernten die Helden auch RICARDA AUS RITTERFURT kennen, die neue Gefährtin ALRIKSEJS und einer seiner Gründe den Stahl gewinnen zu wollen, da er sich aus der Sippe der JANTAREFFS freizukaufen plante. Die junge Frau zeigte sich als herzliche und gastfreundlich Reisebegleitung und versorgte die Gruppe mit selbst gekochten Leckereien, würzigen Bier und starken Schnaps.

Die Nacht verbrachten die Reisenden auf einer windgeschützten Lichtung unweit der Hauptstraße.

22. Tsa 1039 BF, nördlich von Festum

Während des zweiten Reisetags lernte die Gruppe RICARDA besser kennen. Die NORBARDIN kochte ein köstliches Mittagsmal aus frisch gefangenen Fisch und frischem Brot. Der großzügig ausgeschenkte MESKINNES sorgte für eine gemütliche Stimmung und kurzzeitig konnte einige Helden sogar den ernsten Grund ihrer Reise vergessen.

Am Abend kehrte die Gruppe in einen Wehrhof ein und verbrachte dort die Nacht auf einem gemütlichen Heuboden. Im Gastraum lernten sie nicht nur das Bauernpaar des Hofes kennen, sondern auch JANKO RAGASCHOFF. Der ebenso schmächtige wie zwielichtige Mann hatte ebenfalls vor an den Spielen in IRBEROD teil zu nehmen und den Stahl für sich zu gewinnen. Als die Helden seinen Familiennamen hörte, dachte sie sofort an ALJEK, eben jenen Händler, der eine dämonisch besessene Säge sowie verbotenes Rauschkraut an die Norbardenfamilie PRISCHKAJ verkaufte und sein gerechtes Ende durch die mächtige Keule eines Bergtrolls erlitt. JANKO erzählte den Helden allerlei Gerüchte, Halbwahrheiten und offensichtliche Lügen, da er sie anscheinend verwirren und aushorchen wollte. Nachdem die Gruppe auf seine Spielchen jedoch nicht einging, zog er sich in sein für teures Geld gemietete Zimmer im Bauernhaus zurück.

Da die Helden mit seiner Hinterlist rechneten, stellten sie ZAHIDE abermals als Nachtwache ab. Die Elfe beobachtete den Hof und konnte tatsächlich auch eine Gestalt erkennen, welche sich dem Hof vom nahen Wald aus zu nähern versuchte. Als der Unbekannte jedoch die Wache bemerkte, machte sie sich eilig in die dunkle Nacht davon. Ob dies etwas mit RAGASCHOFF zu tun hatte, ließ sich nicht mehr herausfinden, jedoch schätzte die Gruppe ihre Kampfkraft als ausreichend groß ein, um sich über einzelne Wegelagerer keine Gedanken machen zu müssen.

23. – 26. Tsa 1039 BF

Die verbleibenden Reisetage verliefen ohne Zwischenfälle. Auf der schmalen Straße nach Westen drängten sich jedoch mit jeder Wegstunde mehr Reisende, welche ebenfalls auf den Weg nach IRBEROD waren und auf gute Lagerplätze bei dem Volksfest hofften. Mehrmals kamen ihnen auch Ritterzüge entgegen, so zum Beispiel GERWIN VON GROWINSK-NASSHOSEN, ein Ritter der in Begleitung seiner Knappen reiste und sich bei den Spielen ebenfalls als der Mutigste und Tapferste beweisen wollte. Ebendieses Ziel hatte auch FABIUS FRAUTING, ein stattlicher Seekadett, sowie der muskelbepackte Söldner BENGRAM SCHMETTERAXT.

Das der bevorstehende Wettbewerb bei dieser Konkurrenz kein Kinderspiel werden würde, war somit klar und beunruhigte ALRIKSEJ zusehends, wobei die zuversichtlichen und beruhigen Worte RICARDAS ihm stets neue Hoffnung verliehen.

26. Tsa 1039 BF, Irberod

Gegen Mittag dieses Tages traf die Gruppe in IRBEROD ein. Auf dem Marktplatz hatten sich bereits Hunderte von Zuschauer eingefunden und bejubelten und bestaunten die ankommenden Kontrahenten, welche an bunten Wimpeln an den Wägen erkennbar waren. Auf einer großen Bühne vor dem GRAFENHAUS stand auf einer hölzernen Bühne LEUDARA VON FIRUNEN. Jene erhob zum Gruß die Hand, denn offenbar hatte sie Helden erkannt und erinnerte sich an ihre gemeinsamen Abenteuer auf der HARDENER SEENPLATTE. Unter diesen Umständen würde die Schiedsrichterin der Wettkämpfe sicherlich ein persönliches Gespräch mit den Helden nicht ausschlagen und bald würde sich zeigen, ob LEUDARA eine wertvolle Verbündete oder gefährliche Gegnerin sein würde…

4. Spielabend „Heldenwerk 8: Rübenernte“ 18.07.2020

16. Tsa 1039 BF, Wald bei Neu-Wulzen

Bevor sich die Helden über ihr weiteres Vorgehen Gedanken machen konnten, musste zuerst die KAISERSTRAßE wieder passierbar gemacht werden. Der kaputte Wagen, die Kisten mit der Laborausrüstung und die Rüben wurden rund fünfzig Schritt in den angrenzen Wald geschleppt und dort unter Reisig und Blättern verborgen. Den beiden Kutscher und den Wachen gaben die Helden mehrere Batzen Gold, wofür jene allerdings wie geplant nach FESTUM fahren, dort das Gold bei Bier, Met und Huren ausgeben und schließlich wieder heimkehren sollten. Dem BRONJAREN sollten sie die Erfüllung ihres Auftrages melden und es würde sicherlich Wochen, wenn nicht gar Monate dauern, ehe irgendjemand das Verschwinden des Alchemisten und der Rüben überhaupt bemerken würde.

Eine weitere wichtige Frage war, was mit ebenjenem nun geschehen sollte. Die Gefahr war groß, dass er die Geschehnisse an die RONDRAKIRCHE und somit auch dem KORSMALBUND berichten würde. Es wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wobei ein kaltblütiger Mord aufgrund der Dringlichkeit des Problems ebenfalls nicht ausgeschlossen wurde.

Da die Nacht jedoch bereits weit fortgeschritten war, vertagte man die Entscheidung auf den nächsten Morgen. Einiger der Helden wurden zur Bewachung des Alchemisten und des Versteckes von Wagen und Rüben abgestellt und der Rest der Gruppe kehrte in das Dorf zurück.

 

16. Tsa 1039 BF, morgens in Neu-Wulzen

Nach einem erholsamen Schlaf und dem gemeinsamen Morgenmal begab sich die Gruppe abermals zu der verschütteten Ruine des HESINDETEMEPELS. Unter großen Anstrengungen wurden einige Steine aus dem Kuppeldach entfernt. Dabei ereignete sich ein schwerer Unfall, als ALEKSEJ mit dem von der STELLMACHERIN TULJOW ausgeliehenen Meisel abrutschte und jene durch das Schultergelenkt von AMIR stieß. Es erforderte die gemeinsame Heilkunst von NOARA und TARAS sowie einen der wertvollen Heiltränke der Gruppe, um den Südländer wieder einsatz- und kampfbereit zu machen.

Nachdem das Dach durchbrochen war, zeigte sich jedoch ein weiters Problem: Obwohl zwei der Granitquader, aus welche das Kuppeldach bestand, entfernt worden waren, war die Öffnung für die meisten Helden zu klein. Weitere Steine zu entfernen wollte die Gruppe jedoch nicht wagen, da sie einen Einsturz der Jahrhunderte alten Mauerwerke befürchtete. Aus diesem Grund fiel die Ehre der Erforschung des Tempels den beiden kleinesten Helden zu: ANASTASIA und KALZAN. In der folgenden Stunde untersuchten die beiden die Hinterlassenschaften der HESINDEKIRCHE und fanden in zwei noch gut erhaltenen Schriftrollen nicht nur den Befehl über die Auflösung des Tempels, sondern auch eine Niederschrift über die TROLLTAFEL. Jenes noch aus der Zeit vor den THEATERRITTERN stammende Artefakt war ein KRAFTFOKUS für ASTRALENERGIE und versorgte den umliegenden Boden mit arkaner Kraft. Somit konnten Feldfrüchte von beachtlicher Größe gezogen werden und erleichterte die Landwirtschaft in archaischen Zeiten. Da die Kraft jedoch als zu unberechenbar und diffus erschien, entschloss sich die HESINDEKRICHE die aus der Tafel strömende Energie in einem Baum zu binden. Dies geschah im Jahr 274 BF. Der THEATERORDEN beschlagnahmte daraufhin die restliche Ernte und nachdem der Baum gepflanzt und keine ASTRALKARFT mehr im Boden nachweisbar war, befahl die HESINDEKIRCHE den Abbruch der Forschungen und die Aufgabe des Tempels.

Diese Untersuchung des Tempels und die anschließenden Gespräche über die Inhalte der Schriftrollen, sowie die wieder aufgenommene Diskussion über das Schicksal des Alchemisten, dauerte bis zum späten Nachmittag. Als die Helden sich wieder mit ihren Gefährten im Wald trafen, hatten sie einen Entschluss gefasst: Auch wenn der Mord an dem unschuldigen Alchemisten mit dem Namen TRAVIN WOLPJES nicht mehr in Frage kam, so konnten man ihn sicherlich auf unbestimmte Zeit in der BURG KORSWANDT zur sicheren Verwahrung einweisen. Die PRAIOTEN des Klosters würden die Notwendigkeit erkennen und die Helden unterstützen.

Bevor TRAVIN jedoch dieses Schicksal erleiden sollte, erzählten die Helden ihm noch ihre Geschichte. Der Alchemist hörte aufmerksam zu, stellte einige Fragen und konnte tatsächlich davon überzeugt werden, sich der Gruppe anzuschließen. Als tief gläubiger Mann fühlte er sich der RONDRAKIRCHE gegenüber verpflichtet, diese mögliche Unterwanderung durch den KORSMALBUND aufzudecken und die Helden zu unterstützen. Jedoch verlangte er einen glaubwürdigen Beweis für die Aufrichtigkeit der Gruppe und würde aus diesem Grund mit ihnen nach FESTUM reisen. Wenn sie in der Lage waren ihm das BLAUE BUCH zu zeigen, welches angeblich in den Gewölben unter der HALLE DES QUECKSILBERS für sie aufbewahrt wurde, dann würde er all sein alchemistisches Können und seine Beziehungen zum RONDRATEMPEL in FIRUNEN in den Dienst der Helden stellen.

Die Gruppe willigte ein und plante den Aufbruch nach FESTUM für den kommenden Tag.

 

17. bis 20. Tsa 1039 BF

Die Reise von NEU-WULZEN nach FESTUM auf der KAISERSTRAßE gestaltete sich ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Helden nutzen die freie Zeit, um den Alchemisten besser kennen zu lernen. Jener berichtete, dass er aus ARIVOR kam, in den berühmtem WERKSTÄTTEN DES ROTEN SALAMANDERS gelernt hatte und anschließend in den Diensten der RONDRAKIRCHE Heil- und Stärkungstränke für die Krieger der Löwin herstellte. Seine Eltern seien Händler gewesen, da er jedoch das Familiengewerbe nicht weiterführen wollte und im Kaiserreich die Herstellung alchemistischer Tränke und Tinkturen durch PRAIOSKIRCHE und der WEIßEN GILDE stark überwacht und eingeschränkt war, begab er sich ins BORNLAND. Durch ein Empfehlungsschreiben des berühmten ARIVORER RONDRATEMPELS fand er schnell eine neue Anstellung und kam so nach FIRUNEN. Dort erhielt er auch den Auftrag nach NEU-WULZEN zu gehen, die Rüben zu untersuchen und dem Tempel die Ergebnisse zu berichten… ein Umstand der schlussendlich zur Bekanntschaft mit den Helden führte.

 

 

 

20. Tsa 1039 BF, Festum, abends in der Taverne Quacksalber

Am frühen Abend traf die Gruppe ein weiteres mal in der Hafenstadt FESTUM ein. Da es jedoch bereits zu spät für weitere Unternehmungen war, kehrten sie in die TAVERNE QUACKSALBER ein und bezogen ihr bereits bekanntes Quartier.

Beim Abendessen wurde das weitere Vorgehen der kommenden Tage besprochen, wobei diese Planungen jäh unterbrochen wurden, als sich die Türe öffnete und ALRIKSEJ JANTAREFF die Wirtsstube betrat. Der ehemalige Waffengefährte der Helden hatte die NORBARDEN in der Nähe der Stadttore dahingegen bestochen, nach der Heldengruppe Ausschau zu halten, da er sich sicher war, dass jene bald in die freie Stadt zurückkehren würden.

Nach einer überschwänglichen Begrüßung setzte er sich zu ihnen und berichtete von einem großartigen Wettkampf, zu welchem er sich angemeldet habe und fest mit der Unterstützung der Helden rechnete. Es ging um eine Stahllieferung von IRBEROD nach FIRUNEN, da die RONDRAKIRCHE sich den letzten verfügbaren Stahl gesichert hatte. Im nahenden Frühjahr würden sich viele der BRONJAREN zusammen mit ihren Armeen dem Kriegszug des KAISERREICHS gegen den HEPTARCHEN HELME HAFFAX anschließen. Der RONDRATEMPEL zu FERUNEN wollte den Stahl offiziell zur Ausrüstung ihrer Geweihten und zum Schutze des BORNLANDS verwenden.

Es dauerte nicht lange, ehe die Helden die mögliche Gefahr erkannten: Wenn der Tempel in FIRUNEN wirklich unter der Kontrolle von Mitgliedern des KORSMALBUNDES stand, dann würde dieser Wettkampf der Armee des Bundes die benötigten Waffen liefern.

Natürlich willigten die Helden unter diesen Umständen ein, ALRIKSEJ nach IRBEROD zu begleiten und ihm dabei zu helfen den Wettkampf zu gewinnen. Wenn der Stahl erstmal in Besitz der Helden war, konnte sichergestellt werden, dass der Bund ihn nicht erhielt. Zusätzlich stellte sich heraus, dass niemand anderes als LEUDARA VON FIRUNEN die Schiedsrichterin der Spiele sein würde… und seit den Vorkommnissen in HINTERBRUCH und ihrem Streit mit ANSHAG brannten die Helden darauf herauszufinden, ob sie als wertvolle Verbündeten oder gefährlich Feindin zu betrachten sei…

3. Spielabend „Heldenwerk 8: Rübenernte“ 04.07.2020

 

14. Tsa 1038 BF, Neu-Wulzen

Wie von WIRT ARLIN versichert, ermöglichte die Haushälterin PERANKA ILMENSEN ein Treffen mit BRONJAR JUNKER ELKWIN VON WULZEN. Der beinahe einhundert Götterläufe zählende Mann, machte eine schwächlichen, seinem Alter entsprechenden Eindruck und beantwortete gerne die Fragen von KALZAN und ALEKSEJ. Er habe aufgrund seiner zunehmenden Gebrechen bereits vor einigen Jahren die Amtsgeschäfte an seine Tochter LIBUSSA übergeben und jene war es auch gewesen, welche mit ANSHAG VON RODEBRANNT-ASK gesprochen habe. Genaueres über das Treffen mit den Rondrianern vermochte er nicht zu berichten, jedoch erlaubte er es KALZAN, die Chronik von NEU-WULZEN zu studieren.

In jener Niederschrift fand der Gelehrte mehrere interessante Informationen: Zum einen war die Zusammenkunft zwischen ANSHAG und LIBUSSA festgehalten und auch wenn über den Inhalt nichts genaueres berichtet wurde, so erfuhr er doch von PJEROW VON JELLINSKE, einem Rondradiener, welcher auf Geheiß des Hochgeweihten in NEU-WULZEN geblieben war und jetzt wohl seine Unterkunft im NEUEN KORNSPEICHER bewohnte.

Auf einem alten Stadtplan von WULZEN konnte KALZAN schlussendlich auch noch den Standort des verschütteten HESINDETEMPELS ausfindig machen. An diesem Abend konnte er seine Gefährten jedoch nichts mehr über seine neuen Erkenntnisse berichten, da sich jene im Gasthaus „AM DORFPLATZ“ an Schnaps und Bier des WIRTES ARLIN gütlich taten und erst am nächsten Morgen wieder alle Sinne beisammen hatten…

15. Tsa 1038 BF, Neu-Wulzen

Nach dem gemeinsamen Morgenmal berichtetet KALZAN über den Tempel und die Anwesenheit des Rondradieners. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse teilte sich die Gruppe im Anschluss auf, wobei Elfe und Hexe die Aufgabe übernahmen PJEROW zu beobachten und herauszufinden was jener auf dem Dachboden des KORNSPEICHERS trieb.

In der Zwischenzeit machte sich der Rest der Gruppe, mit Schaufeln bewaffnet, zum alten HESINDETEMPEL auf und begannen dort mit den Grabungen.

In NEU-WULZEN beobachtete die beiden Gefährtinnen währenddessen den KORNSPEICHER, als vom Haus des BRONJAREN her eine der Küchenhilfen die Straße überquerte. Sofort schickte NOARA ihre Gefährtenspinne hinterher. Jene konnte im Speicher die Übergabe eines Briefes beobachten, jedoch nichts über dessen Inhalt erfahren. Aus den Bildern, welche die Spinne der Hexe übermittelte, wurde aber zumindest der Zweck des Unterschlupfes ersichtlich, denn offenbar hatte sich PJEROW ein Alchemielabor eingerichtet. Er führte dort verschiedene Versuche mit den Rüben sowie anatomische Untersuchungen an den Riesenratten durch.

Nachdem der Alchemist den Brief gelesen hatte, verließ er den Speicher und sein Labor. Die Hoffnung der beiden Heldinnen, nun seinen Unterschlupft durchsuchen zu können, wurde jedoch enttäuscht, da er in der Wachstube der Dorfbüttel kurzerhand eine Bewachung für den Speicher abstellen ließ. NOARA folgte daraufhin PJEROW, während ZAHIDE versuchte, mittels VISIBILI unsichtbar gemacht, an der Wache vorbei auf den Dachboden zu gelangen. Da die Wache jedoch auf der nach oben führende Treppe Stellung bezogen hate, vermochte dies der Elfe nicht. Versuche, ihm die Anwesenheit des PERAINEGEISTES vorzuspielen, schlugen fehl und der Büttel zog sich daraufhin auf den Dachboden zurück und verriegelte die Tür. Da es für die Elfe nun keinen Weg mehr nach oben zu geben schien, kletterte sie von außen auf den Balkon und beobachtete das Innere des Labors durch ein Butzenglasfenster.

In der Zwischenzeit besuchte der Alchemist den ALTEN SPEICHER und verließ daraufhin das Dorf Richtung Osten. Eine halbe Stunde später blieb er in Sichtweite der Küstenlinie stehen und beobachtete mithilfe eins Fernrohrs die restliche Heldengruppe bei ihren Ausgrabungen am alten Tempel.

Ohne Umwege ging er daraufhin zurück zu seinem Labor. Noch immer beobachtete ZAHIDE das Innere des Dachbodens, als der Alchemist vom Büttel eingelassen wurde. Die Elfe konnte durch ihren feinen Gehörsinn den Bericht der Wache verstehen, welche PJEROW von dem angeblichen Spuk des PERAINEGEISTES berichtete. Ob der Rondradiener ihm glaubte, war nicht festzustellen, jedoch sicherte jener seine Arbeitsstätte, indem er weißes Pulver vor Türen und Fenster ausbrachte und allerlei Bannkreise auf den Boden malte.

Einige Stunden später traf sich die Gruppe im Gasthof und tauschten die neuen Erkenntnisse aus. Das Kuppeldach des HESINDETEMPELS wurde bei der anstrengenden, den ganzen Tag dauernden Grabung erfolgreich freigelegt, jedoch wollten die Helden die Steinwand nicht bei Dunkelheit durchbrechen und lieber bis zum nächsten Tageslicht warten. Die Beobachtung der Gruppe seitens PJEROW, der Brief aus dem Hause des Bronjaren und der magische Schutz des Labors gab den Helden erneuten Grund misstrauisch zu werden. Abermals wurde das Hexentier ausgesandt, um die Vorgänge innerhalb des neuen KORNSPEICHERS zu beobachten. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, schien der Alchemist tatsächlich vor den Helden gewarnt worden zu sein, denn sowohl die Ausrüstung seines Labors wie auch ein Großteil der Rüben wurden auf zwei Wagen geladen. Offenbar wollte sich PJEROW im Schutze der Nacht davonmachen.

Da dies natürlich nicht im Sinne der Gruppe war, entschloss man sich kurzerhand die beiden Wagen einige Meilen außerhalb der Ortschaft nach bester Wegelagererart zu überfallen. Schnell wurde an einem bewaldeten Stück der Straße ein Hinterhalt vorbereitet. Dabei sollten zwei umstürzende Bäume vor und hinter dem Wagenzug jeglichen Fluchtweg abschneiden und im Gebüsch versteckte Schützen die Wachen unter Kontrolle zu halten.

Bis auf die Tatsache, dass der erste umstürzende Baum beinahe das ahnungslose Pferd des vorderen Wagens erschlagen hätte, jenes daraufhin durchging und das gesamte Gespann umwarf, verlief der Überfall reibungslos. Die schiere Kampfkraft AMIRS und die zahlenmäßige Überlegenheit der Helden sorgte für eine schnelle Kapitulation der lediglich aus vier Männern bestehenden Wagenbesatzung.

Rasch wurden daraufhin die Wagen, die Kutscher, die Wache und der Alchemist selbst durchsucht. Dabei wurde auch der Brief, welche PJEROW von der Küchenhilfe erhalten hatte, gefunden. Wie bereits vermutet wurde der Rondradiener dabei vor den Helden gewarnt, wobei es sich bei dem Urheber des Schreibens nicht etwa um LIBUSSA, sondern um den Bronjaren selbst handelte. Offenbar hatte der Alte doch nicht sämtliche Amtsgeschäfte an seine Tochter übergeben.

Einige Zeit später waren die Durchsuchung abgeschlossen und PJEROW eingehend befragt worden: Die Rüben wiesen potente alchemistische Eigenschaften, ähnlich Alraunen, auf und sollten im Namen der Rondrakirche auf ihre Anwendbarkeit in Heil- und Stärkungstränken hin untersucht werden. Da er diese Wirkung inzwischen bestätigen konnte, sollte er nun du die Rüben nach FIRUNEN bringen und dort beim Rondratempel abliefern.

Aus diesen neuen Informationen zogen die Helden mehrere Schlüsse: Der alte Bronjar wollte sich mit ANSHAG gut stellen, wobei dies genau dem Vorgehen des KORSMALBUNDES entsprach. NEU-WULZEN spielte in der Landespolitik des Bornlands kaum eine Rolle, aber als Versorger mit magischen Rüben könnte die BRONJARENFAMILIE nach der Machtergreifung der KORSDIENER zu großem Einfluss kommen.

Auch interessant und für spätere Entscheidung wichtig schien der Umstand, dass die Vorsteherin des Firuner Rondratempels niemand anderes als LEUDARA war und nach den Geschehnissen in HINTERBRUCH es offenbar eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit zwischen ihr und ANSHAG gab. Vielleicht war es nicht die schlechteste Idee, selbst nach FIRUNEN zu gehen und LEUDARA einen weiteren Besuch abzustatten, zuvor allerdings wollten die Helden noch einmal ins Dorf zurück, um weitere Nachforschungen im alten HESINDETEMPEL anzustellen…

2. Spielabend „Heldenwerk 8: Rübenernte“ 22.02.2020

13. Tsa 1038 BF, Neu-Wulzen

Nach dem abrupten Ende des Rübenfestes leerte sich das Gasthaus rasch und als die Helden wenig später von ihrem Gespräch mit ALBIN RODENSEN zurückkamen, war der Schankraum vollkommen leer. ZAHIDE hatte jedoch nicht vor, mit ihren weiteren Nachforschungen bis zum nächsten Morgen zu warten und ignorierte die Aufforderung von LIBUSSA nach Hause und in die Betten zu gehen. Vor dem Gasthaus lief so sogleich den drei Bütteln des Ortes, HURDO, ALJIN und ZORJAN in die Arme, wobei die Situation beinahe eskalierte, was für die Elfe durchaus schlecht hätte ausgehen können. Ihre Gefährten kamen ihr jedoch rechtzeitig zu Hilfe und nach mehrmaliger Beteuerung die Ausgangssperre der Bronjarin nun zu respektieren, konnten die Helden ins Gasthaus zurückkehren und ihr Quartier beziehen.

14. Tsa 1038 BF, Neu-Wulzen

Am frühen Morgen traf die Gruppe abermals in der Wirtsstube auf PRÄHNGUNDE AUS SKORSPY. Jene erklärte auf Nachfrage der Helden, wie sie überhaupt nach NEU-WULZEN gekommen sei: Die STELLMACHERIN des Dorfes, TINEKE TULJOW, schrieb einen Brief an den Perainetempel in SKORSPY und schilderte die Probleme mit den RIESENRATTEN, unnormal aggressiven Wölfen und die mehrfachen Sichtungen eines Geistes. Da der Tempel sich nicht sicher war, wie viel von dem Bauerngeschwätz man glauben sollte, wurde kein Geweihter, sondern lediglich sie als AKOLUTHIN ausgesandt. Um die Dorfbewohner zu beruhigen und Peraines Segen über die Ländereien des Bronjaren kommen zu lassen, organisierte sie das Erntedankfest.

Nach diesem Gespräch entschlossen sich die Abenteurer, weiter den Hinweisen des vergangenen Abends zu folgen. Als erstes wurde die alte Esche aufgesucht. Der große Baum war, wie bereits den Erzählungen der Dörfler zu entnehmen war, vom Blitz getroffen und gespalten worden. Auch wenn das daraufhin ausbrechende Feuer einen Großteil der Äste zerstört hatte, so schien in den Überresten des Baumes noch immer Leben zu stecken. Eine magische Untersuchung durch die kundigen Helden erbrachte, dass große Mengen astraler Energie durch den Baum flossen, welche aus dem Boden zu kommen schienen. Daraufhin wurden sowohl die Rüben wie auch die Felder der Ortschaft genauer in Augenschein genommen, wobei in den Früchten ebenfalls ein hohes Maß an gebundener Astralmacht zu finden war. Dies erwies sich auch als glaubwürdige Erklärung, weshalb die Rüben zu solcher Größe angewachsen waren. Die Idee, den Hügel, auf dem die Esche stand, umzugraben, um vielleicht die Quelle der magischen Kraft zu finden, wurde nach kurzer Überlegung dann jedoch verworfen. Stattdessen machte man sich auf den Weg zu DANJA OUVENSEN.

Die Händlerin, die nach Aussage des Bauern ALBIN eine Paktiererin und Schwarzmagierin aus den SCHATTENLANDEN sei, erwies sich tatsächlich als geheimnisvoll. Einzig ALEKSEJ ließ sie unter dem Vorwand eines Handels in ihre Behausung, welche durch ihr gemauertes Erdgeschoss und den aus Fachwerk bestehenden Dachaufbau sich deutlich von den meisten Hütten der Bauern unterschied. Ein offenes Gespräch mit dem Helden überzeugte die Gruppe, dass es sich bei den Gerüchten gegen DANJA vermutlich eher um Missgunst als um beweisbare Anschuldigungen handelte. Sie berichtete über ihren Handel mit den besetzten Städten des ehemaligen Tobriens und verschwieg auch nicht ihren guten Gewinn, den sie bei allerlei Schmuggeleien gemacht habe. Neid und Aberglaube haben jedoch das Zusammenleben mit den Bewohnern ihrer alten Heimat für sie unmöglich gemacht. Aus diesem Grund würde sie auch im kommenden Frühling ihr Haus dem Bronjaren verkaufen und nach FESTUM ziehen.

Während dieses Gesprächs erfuhr ALEKSEJ noch eine weitere, wichtige Information. Vor einigen Wochen, kurz nachdem die Esche vom Blitz getroffen wurde und sich die Rüben als besonders groß herausstellte, waren Rondrianer in die Ortschaft gekommen. Sie hatten sich für die Feldfrüchte interessiert und hatten ein langes Gespräch mit dem JUNKER ELKWIN geführt. Am nächsten Tag waren sie bereits wieder abgereist.

Dieser Umstand erregte sofort die Aufmerksamkeit der Gruppe, weshalb sie ins Gasthaus zurückkehrten und den WIRT ARLIN befragten. Anhand seiner Beschreibung bestätigte sich der Verdacht der Helden, dass es sich bei den Geweihten um ANSHAG gehandelt haben könnte. Dies bedeutete, dass er bereits vor der MASSENTAUFE AN DER BLUTKLIPPE hier gewesen war und dem entsprechend auch seine Befehle bereits früher erhalten hatte. Was er jedoch mit ELKWIN zu besprechen hatte, konnte der Wirt nicht berichten. Um genauere Informationen darüber zu erhalten, musste die Helden selbst mit dem Bronjaren sprechen. Laut Aussage ARLINS würde sich dies jedoch nur schwer bewerkstelligen lassen, da der JUNKER bettlägerig sei und seine Tochter die Helden wohl kaum zu ihm vorlassen würde. Vielleicht könnte jedoch die Haushälterin und Köchin PERANKA ILMENSEN heimlich ein Treffen mit dem Bronjaren vermitteln. Der Wirt versprach sie auf das Anliegen der Helden hinzuweisen, sobald sie das nächste Mal bei ihm Vorräte einkaufen würde.

Bevor sich die Gruppe zu ihrem verdienten Mittagsmal in die Gaststube begab, wurde der STELLMACHERIN TINEKE TULJOW im Nachbarhaus noch ein Besuch abgestattet. Die Handwerkerin, welche anhand des geschmiedeten TREUERINGS um ihren Hals als wichtigste Leibeigene des Bronjaren zu erkennen war, berichtet von den riesigen Ratten und der mehrmaligen Erscheinung des Geistes bei den Überresten des alten Kornspeichers. Auch bestätigte sie den Brief an den Perainetempel in SKORSPY geschrieben, wofür sie sich jedoch den Zorn LIBUSSAS zugezogen hatte.

Als nächste stattet die Gruppe dem bereits oft genannten Kornspeicher einen Besuch ab. In dem verfallenen Gebäude fanden sie große Erdlöcher, welche vermutlich von den RIESENRATTEN gegraben worden waren. Da sich jedoch keine der Ratten blicken ließ und auch ansonsten nichts Auffälliges gefunden wurde, wollten die Helden den Speicher bereits wieder verlassen, als plötzlich die grünlich leuchtende Gestalt des Geistes erschien. Ohne auf ihre Fragen einzugehen durchquerte er eines der Anbauten des Kornspeichers und verschwand in einem Eck in den Boden. Die Gruppe verstand diesen Hinweis und begann den Holzboden herauszureißen. Schnell wurden Spitzhacke und Schaufel aus der Werkstatt der STELLMACHERIN geholt und ein tiefes Loch gegraben. Wie sich herausstellte, befand sich unter dem Speicher die Ruinen eines älteren Gebäudes. In dessen Fundament wurden dann auch die sterblichen Überreste des Geweihten gefunden. Jener war noch immer an den letzten Resten seiner grünen Robe zu erkennen. Die Gruppe barg die Knochen und bestattete sie perainegefällig am Rand eines Weizenfeldes im Schatten eines kleinen Wäldchens.

Kaum war der Grabsegen gesprochen, erschien abermals der Geist. Dankbar für seine Erlösung beantwortete er die Fragen der Heldengruppe, wobei einige neue Erkenntnisse gewonnen worden:

Der Geweihte mit dem Namen ESCHFRIED AUS HAMKELN erforschte ab dem Jahr 270 BF die sonderbare astrale Auswirkung auf die Erntefrüchte in WULZEN. Als 274 BF der letzte MARKGRAF DER GRAFSCHAFT DRACHENSTEINE ohne Erben verstarb, übernahm MARSCHALLIN JADVIGE VON HUMMERGRABEN im Namen der THEATERRITTER das Lehen. Auf ihrem Geheiß hin wurde in WULZEN ein HESINDETEMPEL errichtet, welcher die fließenden Astralkräfte erforschen und für den THEATERORDEN nutzbar machen sollte. Als ESCHFRIED dies herausfand und sich offen gegen eine Ausbeutung des Landes durch die RONDRIANER aussprach, ließ ihn JADVIGE hinterrücks ermorden und im Fundament ihres ehemaligen Wehrhofs einmauern.

Naturgemäß konnte der Geist über die weiteren Geschehnisse nach seinem Tod keine Auskunft geben, jedoch genügte sein Bericht den Helden, um ihre nächsten Schritte zu bestimmen. Als erstes sollte der verschüttete Hesindetempel gefunden werden. Vielleicht würde man in ihm weitere Hinweise finden und auch eine Erklärung, warum der eigentlich als göttergefällig geltende THEATERORDEN nicht von dem Mord an einen Geweihten zurückschreckte…

1. Spielabend „Heldenwerk 8: Rübenernte“ 25.01.2020

3. Tsa 1038 BF, in den frühen Morgenstunden im Korsforst

Die Heldentaten der Gruppe hatten, mit Unterstützung der HEXE BERSCHINA, zur erfolgreichen Unterbrechung des Rituals des KORSMALBUNDES geführt. Die Lawinen hatte GERWULF VOM SCHILD und den PERLDRACHEN unter sich begraben und die Kultisten in alle Himmelsrichtungen fliehen lassen. Die Gruppe untersuchte, in der sich ausbreitenden Ruhe, den Ritualplatz nach Spuren von Überlebenden. Zehn Minuten später regte sich tatsächlich etwas in der Nähe des verschütteten Altars. Als sich der noch immer lebende GERWULF aus den Schneemassen befreien wollte, war es der gnädige, wenn auch unumgänglicher Stich eines Dolches in den Hals des Drachenreiters, welches diesen gefährlichen Gegner endgültig erledigte. Als kurz darauf jedoch der PERLDRACHE unter wütendem Feuerspeien ebenfalls wieder aus dem Schnee auftauchte, suchte die Gruppe eiligst das Weite und kehrte zur BURG KORSWANDT zurück.

Dort angekommen gönnten sie sich zuerst die wohl verdiente Verschnaufpause. KALZAN begann sogleich mit dem Studium des inzwischen geöffneten BLAUEN BUCHES und konnte einige geschichtliche Zusammenhänge zwischen den THEATERRITTERN, den VIERHÄUPTERN und PILKAMM herausarbeiten. Weitere Gespräche beim gemeinsamen Mittagsmal waren die erbeuteten GOBLINARTEFAKTE, welche von ALEKSEJ vergangene Nacht in die Festung gebracht worden waren. Man entschloss sich dazu, jene vorerst in der Waffenkammer des GELASSES zu verstecken und in FESTUM bei der HALLE DES QUECKSILBERS über deren Verbleib zu berichten. In der Zwischenzeit sollten die Norbarden der JANTAREFFS das WIDDERHORN DES FRUCHTBAREN VATERS und den DACHSKOPF DES GUTEN GELEHRTEN ebenfalls in der Akademie abgegeben haben. Somit waren alle vier GOBLINARTEFAKTE in Sicherheit und vor dem Zugriff des Bundes geschützt.

In den Wohnquartieren der Praiotenburg trafen die Helden auch wieder auf ALRIKSEJ. Seine Verletzung war von den Mönchen behandelt worden und er befand sich auf dem Weg der Genesung. Freudig erzählte er von einer Übereinkunft zwischen seiner Sippe und dem Baron, welcher den Norbarden eine Überwinterung auf KORSWANDT erlaubte, wenn sie im Gegenzug beim Ausbau der Wehranlagen halfen. JELOMIR wollte sich anscheinend nicht länger auf eine bloße Beobachterrolle beschränken und sollte der sich androhende Krieg gegen den KORSMALBUND tatsächlich stattfinden, so würde KORSWANDT sich zu wehren wissen und seiner Jahrhunderte alten Geschichte keine Schande machen.

Am späten Nachmittag trafen auch die Helden nochmals auf den ABT-BARON. Sie besprachen ihre weiteren Pläne und teilten ihm mit, dass sie das BLAUE BUCH nach FESTUM zu MAGISTER WIPPFLÜGLER bringen wollten. Jener konnte sich dann mit dem EFFERDTEMPEL ZU NEERSAND in Verbindung setzten und mit den Geweihten den weiteren Verbleib der Chronik beschließen. Die Gruppe hingegen würde sich auf den Weg nach Süden begegnen und dem gefunden Hinweis aus der Kiste ANSHAGS folgen. Wenn der Bund Interesse an einer vom Blitz getroffenen Esche in NEU-WULZEN bezeugt, dann sollte dies von den Helden untersucht werden. ABT-BARON JELOMIR bedankte sich für die Hilfe der Helden und stellte ihnen eine Kutsche für ihre Reise zur Verfügung.

4. Tsa – 8. Tsa 1038 BF

Reise von BURG KORSWANDT zurück nach FESTUM.

8. Tsa 1038 BF, Festum

Zurück in der freien Hafenstadt bezogen die Helden ihr mittlerweile lieb gewonnenes Quartier in der TAVERNE QUACKSALBER und machten sich im Anschluss sofort auf den Weg zur HALLE DES QUECKSILBERS. Dort jedoch erwartete sie eine Enttäuschung, denn wie sich herausstellte, war MAGISTER WIPPFLÜGLER auf einer Reise ins FESTENLAND und würde frühestens in der kommenden Woche zurückkehren. Da man jedoch nicht bereit war, so lange untätig in FESTUM zu warten, wurde das BLAUE BUCH kurzerhand in den magisch gesicherten Hallen unter der Akademie eingelagert. Dort befanden sich bereits die beiden, von den JANTAREFFS einige Tage zuvor abgelieferten, GOBLINARTEFAKTE, welche hier ebenfalls bis zur Rückkehr WIPPFLÜGLERS sicher verwahrt wurden.

Am Nachmittag unternahmen ANASTASIA und ALEKSEJ noch einen Ausflug zur NORBARDENWIESE um dort Erkundigungen über die JANTAREFFS einzuholen. Wie sich zeigte war die Familie bereits wieder Richtung Norden aufgebrochen und die Gruppe vermutete, dass sie sich auf den Rückweg zu ihrem Winterlager auf BURG KORSWANDT begaben.

Da ansonsten keine nötigen Erledigungen in FESTUM mehr anstanden, stockte die Gruppe ihre Vorräte im Gasthaus auf und bereitete sich auf ihre Weiterreise am kommenden Morgen vor.

9. Tsa 1038 BF, Festum

Die ersten Stunden des Tages nutzten die Helden, um einige bauliche Veränderungen an der Kutsche durchzuführen. Von einem Zimmermeister liehen sie sich dafür das nötige Werkzeug und kauften von ihm auch das Holz. Es wurde nicht nur die Gepäckablage des Daches vergrößert, sondern auch Bretter mit Halteseilen an den Seiten angebracht, wodurch die gesamte Gruppe mitfahren konnte, auch wenn in der Kutsche selbst nur vier Personen Platz fanden. Ein unter dem Kutschbock eingebautes Geheimversteck sollte wichtige Gegenstände bei einer Durchsuchung der Kutsche verbergen und rundete so den Umbau ab.

Als sich zur Mittagszeit die Gruppe durch das Westtor auf den Weg machen wollte, wurden sie von einem GOBLIN aufgehalten. Jener lud die Helden zu einem Gespräch mit der OBERSTEN SCHAMANIN MANTKA RIIBA ins GERBERVIERTEL ein. Da die Helden die Anführerin der festumer Goblins noch von ihren Ermittlungen im Mordfall ALBIN SEWERSKI und den Geschehnissen um die THORWALERTROMMEL kannten, nehmen sie die Einladung gerne an. Die alte Goblinfrau hatte bereits am Tag der Ankunft der Sippe JANTAREFF in Stadt erfahren, dass jene wohl alte und wertvolle Artefakte aus der vergessenen Geschichte der Rotpelze an die Akademie lieferten. Auch vom BLAUEN BUCH wusste sie, wobei es den Helden schleierhaft war, woher sie diese Informationen derart schnell erfahren hatte, vor allem, da die Gruppe auf Geheimhaltung und Verschwiegenheit bedacht war. Auch wenn man außer ein paar nichtssagenden Andeutungen nicht viel von ihr erfuhr, so versprachen die Helden doch, sie über wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der Goblins, welche in den Aufzeichnungen der THEATERRITTER vielleicht noch zu finden waren, zu informieren.

Mit dem Segen der Schamanin verließ die Gruppe daraufhin die Hafenstadt und machte sich auf den Weg nach NEU-WULZEN.

13. Tsa 1038 BF, vormittags Neu-Wulzen

Einige Tage später erreichten die Helden nach einer entspannten Kutschenfahr NEU-WULZEN. Ihr Weg führte sie über die KAISERSTRAßE in südlicher Richtung, VALLUSA entgegen. Der bornische Winter war unweit der Küste nicht so grimmig wie im Hinterland und so kamen sie in dem kleinen Weiler zur Zeit der WINTERERNTE an. NEU-WULZEN lag direkt an der KAISERSTRAßE und lebte von den Händlern und Reisenden. Neben dem GASTHAUS AM DORFPLATZ, gab es noch den STELLMACHER, welcher sich um die Kutschen und Karren kümmerte und so gutes Geld für die Dorfkasse erwirtschafte. Die dritte Einnahmequelle waren die RÜBEN, welche im Sommer und im Winter geerntet wurden und die Hauptnahrung neben dem Fischfang darstellte.

Die Helden wurden ganz nach der Tradition der bornischen Gastfreundschaft sogleich von PRÄHNGUNDE AUS SKORPSKY zum RÜBENFEST eingeladen. Die PERAINE-AKOLUTHIN war zu dem Weiler geschickt worden, da es Berichte über aggressive Wölfe und riesige Ratten gab. Um die Dorfbevölkerung zu beruhigen und PERAINES Segen für den restlichen Winter zu erbitten, organisierte sie das Fest, welches am Abend stattfinden sollte.

Die Gruppe nahm die Einladung an, stellte Pferde und Kutsche im Stall des Gasthauses unter und Quartierten sich selbst ebenfalls dort ein. Mit dem WIRT ARLIN kamen sie rasch ins Gespräch und jener erzählte von RIESIGEN RÜBEN, welche teilweise so groß waren, dass sie nur mit einem Ochsengespann aus dem Boden gezogen werden konnte. Während manche die großen Rüben als Segen der Göttin deuteten, meinten andere, sie seien verflucht. Der Umstand, dass einige der Knollen beim Anschneiden einen dunkelroten, an Blut erinnernden Saft absonderten, unterstrich nur die Vermutung der Helden, dass mit den Rüben vielleicht irgendetwas nicht stimmte.

Am Abend sollten bei dem ERNTEFEST weitere Nachforschungen angestellt werden. Den Standort des gesuchten Baumes hatte die Gruppe während des Tages bereits in Erfahrung gebracht und wollten ihm Morgen einen Besuch abstatten. Es wurde behauptet, in den Tagen der Ernte sei dort ein GEIST gesehen worden. Einer der Bauern, welche die Erscheinung als erstes gesehen hatte, war ALBIN RODENSEN, weshalb die Helden sich möglichst bald mit ihm Unterhalten wollten.

Über die Geschichte NEU-WULZEN erfuhren sie, dass der Weiler WULZEN ursprünglich näher an der Küste lag. Da jener allerdings mehrfach von Wanderdünen verschüttet wurde, zog das ganze Dorf einige Meilen weiter landeinwärts und gründete sich an der KAISERSTRAßE neu. Dies liegt nunmehr mehr als fünf Jahrzehnte zurück.

Noch ehe die Helden weitere Gespräche führen konnten, wurde das RÜBENFEST jäh unterbrochen. In einem grünlichen Licht gehüllt tauchte der Geist eines tödlich verwundeten PERAINEGEWEIHTEN auf und warnt die Dorfbevölkerung. Dunkle Mächte und falsche Götter würden sich der Feldfrüchte bemächtigen und das Land verderben wollen. Er forderte jeden Zwölfgötterglaubigen dazu auf, sich gegen diese Dunkelheit zu stellen und für das Land zu kämpfen. Dann verschwand er und ließ die Dörfler verängstigt und verwirrt zurück.

Einige Sekunden später war jedoch die gröbste Angst verflogen und ganz nach alter Dorftradition wurde lautstark darüber spekuliert was der Geist meinen konnte. Die gewagtesten Theorien wurden aufgestellt und so sah sich LIBUSSA VON WULZEN, die Tochter des BRONJAREN ELKWIN, gezwungen, lautstark für Ruhe zu sorgen. Sie beendete das Fest, schickte die Feiernden nach Hause und verbot weiteres Geschwätz über den Geist. Ihre Worte hatten Gewicht und keine zehn Minuten später waren die Helden allein in der Schankstube, wenn man einmal von PRÄHNGUNDE absah. Die AKOLUTHIN wandte sich den Helden zu. Durch ihre Gespräche hatte sie bereits erfahren, dass die Gruppe aus Abenteurer bestand und da sie den Bauern und Handwerkern des Dorfes nicht zutraute, sich um die Belange des Geistes zu kümmern, bat sie nun Gefährten das prophezeite Übel aufzuspüren.

Da die Helden dieser Sache ohnehin nachgehen wollten, willigten sie ein und verließen sogleich den Gastraum. Auf der Straße hatten sich inzwischen die meisten Feiernden zerstreut. Unweit der Schenke sahen sie am Fenster seines Hauses ALBIN RODENSEN. Der Bauer beobachtete argwöhnisch das Treiben auf dem Markplatz und die Helden. Jene statteten ihm kurzerhand einen Besuch ab und befragten ihn nach seiner ersten Begegnung mit dem Geist an der vom Blitz getroffenen Esche. Der Bauer redete lange und ausgiebig, kam jedoch immer wieder darauf zurück, dass seiner Meinung nach alles die Schuld von BORBARADIANERN sei, allem voran der nach dem Krieg aus dem Süden zurückgekehrten DANJA OUVENSEN, welche in den SCHWARZEN LANDEN angeblich so manches Geschäft mit Dämonen und Schwarzmagiern gemacht hätte.

Auch wenn die Gruppe die Aussagen des Bauern nicht vorbehaltlos glaubte, so entschlossen sie sich DANJA einen Besucht abzustatten. Rasch erklärte ALBIN ihnen den Weg und warnte nochmals eindringlich von der drohenden Gefahr. Er habe bereits seit vielen Jahren vor den „dunklen Mächten“ gewarnt, doch es musste erst der Geist eines Geweihte erscheinen ehe man ihm glaubte…