Inhalt:

Aktuelles Abenteuer:

Theaterritter IV „Der Grüne Zug“

3. Spielabend (02.09.2022)

2. Spielabend (10.06.2022)

1. Spielabend (13.05.2022)


Abgeschlossene Abenteuer:

Heldenwerk „Festums Eleven“

3. Spielabend (16.04.2022)

2. Spielabend (26.02.2022)

1. Spielabend (29.01.2022)


Theaterritter III „Der Schwarze Forst“

Ausklang (30.12.2021)

Finale – Teil 2 (18.12.2021)

Finale – Teil  1 (20.11.2021)

7. Spielabend (18.10.2021)

6. Spielabend (11.09.2021)

5. Spielabend (24.07.2021)

4. Spielabend (17.10.2020)

3. Spielabend (03.10.2020)

2. Spielabend (22.08.2020)

1. Spielabend (01.08.2020)


Heldenwerk 8: Rübenernte

4. Spielabend (18.07.2020)

3. Spielabend (04.07.2020)

2. Spielabend (22.02.2020)

1. Spielabend (25.01.2020)


Theaterritter II „Das Blaue Buch“

Finale – Teil 2 (04.01.2020)

Finale – Teil 1 (27.12.2019)

8. Spielabend (30.11.2019)

7. Spielabend (26.10.2019)

6. Spielabend (12.10.2019)

5. Spielabend (21.09.2019)

4. Spielabend (20.07.2019)

3. Spielabend (29.06.2019)

2. Spielabend (01.06.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 3“ (25.05.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 2“ (04.05.2019)

Zwischenspiel: „Das freie Schwarzwind – Teil 1“ (20.04.2019)

1. Spielabend (06.04.2019)


Theaterritter I „Der Weiße See“

Finale (25.01.2019)

5. Spielabend (28.12.2018)

4. Spielabend (16.11.2018)

3. Spielabend (03.11.2018)

2. Spielabend (20.10.2018)

1. Spielabend (31.08.2018)


Heldenwerk 2: Ein Goblin mehr oder weniger

4. Spielabend (25.08.2018)

3. Spielabend (18.08.2018)

Zwischenspiel „Man sieht sich immer zweimal…“ (11.08.2018)

2. Spielabend (15.06.2018)

1. Spielabend (01.06.2018)


Heldenwerk 5: Die Thorwalertrommel (16.05.2018)


„Schuld sind immer die Anderen“

Finale (09.05.2018)

10. Spielabend (21.04.2018)

9. Spielabend (31.03.2018)

Zwischenspiel: „Grimme Herzen – Teil 2“ (23.03.2018)

Zwischenspiel: „Grimme Herzen – Teil 1“ (10.02.2018)

8. Spielabend (27.01.2018)

7. Spielabend (30.12.2017)

6. Spielabend (23.12.2017)

5. Spielabend (18.11.2017)

4. Spielabend (28.10.2017)

 3. Spielabend (07.10.2017)

 2. Spielabend (09.09.2017)

 1. Spielabend (18.08.2017)

Übersicht Meisterpersonen


„Im Auftrag des Könighauses“

Finale (04.08.2017)

7. Spielabend (22.07.2017)

6. Spielabend (24.06.2017)

5. Spielabend (04.06.2017)

4. Spielabend (22.04.2017)

3. Spielabend (08.04.2017)

2. Spielabend (11.03.2017)

1. Spielabend (25.02.2017)


„Der Weg nach Süden“

Der Weg nach Brabak – Teil 2 (04.02.2017)

Zwischenspiel I: Der Krug (ist) im Arsch (14.01.2017)

Der Weg nach Brabak – Teil 1 (30.12.2016)

Das Schiff in der Flasche (16.12.2016)


„Unheil über Arivor“

8. Spielabend (26.11.2016)

7. Spielabend (05.11.2016)

6. Spielabend (01.10.2016)

5. Spielabend (17.09.2016)

4. Spielabend (03.09.2016)

3. Spielabend (29.07.2016)

2. Spielabend (09.07.2016)

1. Spielabend (25.06.2016)

Zwischenspiel IV: Ich schieß uns nen Eber, oder nen Hasen oder eben gar nix (21.05.2016)

Zwischenspiel III: Alles hat seinen Preis, nur Prügel gibt es gratis! (23.04.2016)

Zwischenspiel II: Elfen sind scheiße… Praioten aber auch! (26.03.2016)

Zwischenspiel I: Der Titane Tuto Ri Al (20.02.2016)


„Das Tal des Todes“

Finale (28.12.2015)

6. Spielabend (05.12.2015)

5. Spielabend (21.11.2015)

4. Spielabend (17.10.2015)

3. Spielabend (03.10.2015)

2. Spielabend (08.09.2015)

1. Spielabend (15.08.2015)


„Die Gunst des Fuchses“

Finale (13.06.2015)

 9. Spielabend (30.05.2015)

8. Spielabend (04.04.2015)

7. Spielabend (02.04.2015)

Zwischenspiel III “Nichts als Ärger mit den Kindern…” (28.02.2015)

Zwischenspiel II “Blumen sind scheiße!” (14.02.2015)

4. Spielabend (24.01.2015)

Zwischenspiel I “Immer mitten in die Fresse rein”

3. Spielabend (28.12.2014)


Sonstiges:

Outtakes & Zitate

Überbleibsel der G7

FS-Location letztes Profil vor Wechsel zu FB


3. Spielabend „Der Grüne Zug“ 02.09.2022

08. Peraine 1039 BF, Norburg

Die Ausschreitungen auf dem Marktplatz der Stadt hatten sich inzwischen auf die umliegenden Gassen und die großen Hauptstraße verlagert. Da die Adelsmarschallin bereits in Sicherheit gebracht worden war, wollten die Helden nun bei der Befriedung der Stadt helfen. GASPARYN DAGONEFF richtete unter dem Schutz seiner Gefährten vor dem Hotel “AM MARKT” ein Lazarett ein. Als die noch anwesenden Adeligen dies sahen, zwangen sie sich ebenfalls zu helfen, um nicht später in den Erzählungen der Barden als Feige zu gelten. ZAHIDE stimmte in der Zwischenzeit ein Friedenslied der Elfen an und beruhigte die Kämpfenden im Umkreis von mehreren Schritt. So zog die Gruppe die Hauptstraße entlang und schaffte es mit Unterstützung der Stadtwachen die gewalttätigen Besucher und Stadtbewohner zu überwältigen. Dabei entdeckten sie, dass die Kämpfenden, welche in den letzten Tagen KORS SAMEN zu sich genommen hatten, nur während des Elfenzaubers ihre Kämpfe einstellten und sofort wieder begannen, sobald sie nicht mehr unter der Macht der beruhigenden Melodie standen. Auch schien der Zauber unnatürlich lange zu wirken und so stellte TARAS die Theorie auf, dass Verwundungen und Blut die Zauberdauer verlängern könnte. Um auch jene derart Bezauberten ruhig zu stellen, wurden sie kurzerhand gefesselt. GASPARYN wirkte auf einen der Gefesselten einen GIFTBANN, woraufhin jener schwarzen Schleim erbrach und danach geheilt zu sein schien. Da dies jedoch nicht bei allen Betroffenendurchzuführen war, sperrte man die Festgenommenen in einen Käfigwagen und übergab sie der Stadtwache. Früher oder später würde die Wirkung des Zaubertrankes nachlassen und bis dahin sollten die Wachen darauf achten, dass sich niemand selbst oder andere verletzte.

Nachdem die Kämpfe in den Straßen von den Helden beendet wurden, kehrten sie ebenfalls in die Norburg zurück. Dort wurden sie von NADJESCHA VON LEUFURTEN damit beauftragt, den gefangenen Zwergen zu befragen und mehr über die Tat und die Verantwortlichen heraus zu finden. Sie selbst würde sich in die Stadt begeben um sich einen Überblick über die Schäden zu verschaffen und die Leichen der Getöteten, allen voran des GRAFEN VON ASK zu bergen. Kurz darauf lernte die Gruppe die junge ARINA kennen, welche Schildmagd und Knappe von GUDANJA TIPPSJEN gewesen war und mit dem Tod ihrer Herrin nun nicht mehr wusste wohin sie sollte. Die restlichen BIRKHOLTER RITTER, zu deren Truppe auch GUDANJA gehörte, waren in die Kämpfe in der Stadt verwickelt worden und so flüchtete das junge Mädchen kurzerhand in die Burg. Gerne begleitete sie nun auf Geheiß von NADJESCHA die Helden um mehr über die Mörder ihrer Herrin in Erfahrung zu bringen.

Bevor sich die Gruppe jedoch um den Zwergen kümmern wollte, begaben sie sich in die Schatzkammer, wo sowohl die Trommel als auch das Wappenschild verwahrt wurden. Auf dem Weg dorthin begegneten sie abermals BISMINKA VON JASSULA. Die alte Hexe war von der Adelsmarschallin gerufen worden, um den Zauber der Trommel zu untersuchen und war gerne bereit mit den Helden zusammen zu arbeiten. Es entstanden mehrere Diskussionen zwischen der Magistra und TARAS, worum es um die grundlegenden Arten der Zauberausführung zwischen Gildenmitgliedern und Intuitivzauberern ging. Diese Wortgefechte beeinträchtigten jedoch nicht die Zusammenarbeit und so wurden rege Informationen ausgetauscht. Wie bereits vermutet war die Trommel mit dem selben Zauber belegt worden, wie jene die den Aufstand während des Atmaskottjenumzug in Festum ausgelöst hatte. Da das Instrument mit Menschenhaut bespannt war, wirkte es nicht auf den Zwergen selbst, wodurch jener handlungsfähig blieb und versuchen konnte das Schild zu stehlen. Bei der Untersuchung des Schildes selbst erkannten die Helden einen geschnitzten Gebirgszug auf dessen Rückseite. Über eine Loch an der höchsten Bergspitze konnte eine markante Landmarke angepeilt werden und mehrere Markierung schienen Hinweise auf den Aufbewahrungsort der SCHWERTER DES NORDENS zu sein. Ohne die passenden Berge waren diese Informationen jedoch wertlos, dennoch vermuteten die Helden es könnten sich um eines der Vorgebirge der NORDWALSERHÖHEN handeln, da Graf Wahnfried in jüngster Zeit mehrere Expeditionen nach Westen unternommen hatte und dabei angeblich auf Hinweise zu den Schwertern gestoßen sei.

Da im Moment weder über die Trommel noch über die Schwerter weiteres zu erfahren war, wandte sich die Gruppe dem Verlies der Norburg und dem gefangenen Zwergen zu. Jener zierte sich anfangs und schien eine, etwas von der Gruppe abweichende Vorstellungen über seinen Verhandlungspostion zu haben, jedoch gelang es GASPARYN nach einer wortgewandten Befragung einiges über die Umstände der Tat herauszufinden: Der Zwerg hieß BERTOSCH, SOHN DES BAGAX und war seit mehreren Jahren Mitglied der ILMENGARDE, einer privaten Söldnertruppe von WOLTAN VON ILMENSTEIN, Sohn und Erbe von RONJASCHA VON ILMENSTEIN und somit zukünftiger Bronnjar. Jener hatte BERTOSCH die Fläschchen mit KORS SAMEN übergeben, sowie den Auftrag erteilt es im KONTOR SURJELOFF in die Weinfässer zu mischen und so für dessen Verbreitung zu sorgen. Am Morgen des heutigen Tages übergab er ihm dann die Trommel und den Auftrag, sie während der Feierlichkeiten auf dem Marktplatz zu schlagen. Im dadurch entstandenen Chaos sollte er das Wappenschild stehlen und es einer unbekannten dritten Person übergeben. Deren Namen wollte er jedoch nur verraten, wenn die Adelsmarschallin in begnadigte und er freigelassen werden würde. Da NADJESCHA diesen Namen unbedingt erfahren wollte, willigte sie in die Forderung des Zwergs unter der zusätzlichen Bedingung ein, jener sollte seine Anschuldigung gegenüber der Familie ILMENSTEIN offen vor Geweihten aller fünf in der Stadt ansässigen Tempel wiederholen. Damit war BERTOSCH einverstanden und während nach den Geweihten geschickt wurden, besorgte ZAHIDE aus der Stadtresidenz ILMENSTEIN das Kassenbuch der Söldnertruppe. Wie sie bei einem belauschten Gespräch erfahren hatte, war der Schatzmeister der Söldner, GILM MOOSHOLD, gegenüber der GRÄFIN RONJASCHA und der Familie ILMENSTEIN loyal und hatte großen Kummer darüber, viele Zahlungen WOLTANS in den Kontobüchern zu verschleiern und somit die Gräfin zu täuschen. Die Helden konnten eindeutig beweisen, dass die Bezahlung des Zwerges sowie die Anschaffung der nötigen alchemistischen Zutaten für KORS SAMEN in den Büchern versteckt worden war. Dieser zusätzliche Beweise erhärtete den Verdacht gegenüber WOLTAN derart, dass die Adelsmarschallin die Helden zusammen mit zwanzig Stadtwachen zur Residenz schickte um WOLTAN ebenfalls zur Befragung vor den Tempelvertretern zu bringen.

GILM war bei dieser Aktion ein vertrauensvoller und wertvoller Unterstützer, brachte er doch die Kinder und Frauen im Stadthaus als erster in die Obhut der Helden, um sie bei eventuellen Kämpfen keiner Gefahr auszusetzen. Soweit kam es jedoch nicht, da der Schatzmeister auch unter den Söldnern viele Freunde und Verbündete hatte und genau wusste, wer mit der neuen Brutalität und Rücksichtslosigkeit, welche WOLTAN seit ungefähr einem Jahr an den Tag legte, ebenfalls nicht einverstanden war. Die handvoll Getreuer WOLTANS sahen sich schließlich einer Überzahl an Wachen und Helden gegenüber und leistete keinen weiteren Widerstand.

In einem großen Saal der Norburg hatten sich die inzwischen Geweihte der Götter Rondra, Hesinde, Ifirn und Praios versammelt. Für den Perainetempel übernahm GASPARYN selbst die Protokollierung der Vernehmung. Die Befragung wiederum würde TARAS durchführen und etwaige noch offene Fragen von der Adelsmarschallin ergänzt werden. Zuerst wurde der Zwerg herein geführt und jener wiederholte seine Anschuldigungen gegenüber WOLTAN. Er gab zu für fünfzig Goldstücke den Wein vergiftet, die Trommel geschlagen und das Schild gestohlen zu haben, um es anschließend an ISCHTAN VON QUELLDUNKEL zu übergeben, welcher es nach Osten bringen sollte. Diese Aussage gab NADJESCHA zu denken, war ISCHTAN doch ein enger Vertrauter von ALDERICH VON NOTMARK, einem der mächtigsten Bronnjaren und ein starker Konkurrent in der im kommenden Jahr anstehenden Wahl des Adelsmarschalls. Was genau mit dem Schild im Osten geschehen sollte, konnte der Zwerg jedoch glaubwürdig nicht beantworten. Auch wusste er nichts von einem geplanten Anschlag auf den Grafen, auch wenn ihm von WOLTAN aufgetragen wurde, die Trommel genau dann zu schlagen, wenn WAHNFRIED sein Schert gezogen hatte, um GUDANJA zur Ritterin zu schlagen und dadurch die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, dass der Provinzherr beim folgenden Blutrausch getötet werden würde.

Als nächstes hörten sich die Anwesenden die Aussage des Schatzmeisters GILM MOOSHOLD an. Jener bezeugte seine Treue zum Hause Ilmenstein und belastete WOLTAN schwer. Er habe vor einem Jahr begonnen seine Brutalität an den Frauen und Kinder der Dienerschaft auszuleben und Fehler mit Stock- und Peitschenhieben zu ahnden. Auch habe er beinahe zwanzigtausend Goldstücke aus dem Schlossschatz von Ilmenstein entwendet und es in NOTMARK einer unbekannten Person übergeben, welche angeblich einen Drachen als Reittier nutzte. Den Helden war sofort klar, dass es sich bei dem Drachenreiter sicherlich um ein Mitglied des Korsmalbundes handeln musste und die Verhaltensänderung WOLTANS von einer Vergiftung seinerseits mit KORS SAMEN herrühren konnte.

Als letztes wurde der junge Bronnjarenerbe selbst befragt, wobei sich WOLTAN lange Zeit als selbstsicher und unangreifbar gab, schlicht jede Schuld von sich wies und sowohl BERTOSCH wie auch GILM als dümmliche Lügner bezeichnete. Da auf diesem Weg kein wahres Wort zu erfahren war, rief die Adelsmarschallin abermals nach BISMINKA. Die Hexe flößte WOLTAN daraufhin unter Zwang einen Zaubertrank ein, welchen ihn dazu brachte die Wahrheit zu sprechen. Keine zehn Minuten später erkannten die Anwesenden die anbahnende Katastrophe in vollem Umfang: WOLTAN war, wie bereits vermutet, ein Mitglied des Korsmalbundes, ebenso wie auch GRAF WAHNFRIED. Jener hatte allerdings auf eine wichtige Führungsrolle bestanden, da er mit seinem Einfluss und den SCHWERTERN DES NORDENS, welche er bald zu finden gedachte, eindeutig die zukünftigen Geschicke des reformierten Bornlands maßgeblich mitbestimmen sollte. Dies widersprach aber den Vorstellungen des Bundes und da der Graf bereits zu viel wusste, wurde der Plan ersonnen ihn durch den in Blutrausch versetzten Mob töten zu lassen und gleichzeitig den Schild zu erhalten um wiederum die Schwerter zu nutzen um die zukünftigen Machtansprüche noch stärker zu untermauern. WOLTAN selbst sollte dafür eine höhere Position innerhalb des Bundes erhalten. Die zwanzigtausend Batzen wiederum habe er dem Bund übergeben, da jener im dichten Wald um NOTMARK herum eine Armee aufstellte, welche nach seinem letzten Wissensstand bereits um die vierhundert bewaffnete Männer zählte. Diese beeindruckende Streitmacht würde in wenigen Wochen mit der Eroberung des Nordens beginnen und da beinahe die gesamte bornische Armee mit LINJAN VON ELENAU im Mittelreich gegen die Heptarchen kämpfte, würde sie wohl niemand aufhalten können.

Nachdem alle Fragen beantwortet waren, herrschte für einige Minuten betretenes Schweigen, ehe NADJESCHA VON LEUFURTEN sich an die Anwesenden wandte und mit ihrer Macht als gewählte Adelsmarschallin WOLTAN VON ILMENSTEIN zum Tode wegen Hochverrats verurteilte. Als sich das Raunen unter den Zeugen dieses historischen Augenblicks gelegt hatte, wandte sie sich abermals an die Helden und nahm ihnen das Versprechen ab, an ihrer Seite gegen den Bund zu ziehen. Im Anschluss rief sie offiziell die Gründung eines Heerzuges aus, welcher sich nach NOTMARK begeben sollte um den Feind zu stellen ehe er vollends kampfbereit war…

2. Spielabend „Der Grüne Zug“ 10.06.2022

08. Peraine 1039 BF, Norburg

Der Morgen gestaltete sich nach dem lange Abend in der OGERFAUST als anstrengend und so begaben sich die Helden als erstes in das öffentliche Badehaus. Dort fanden sie nicht nur die dringend benötigte Ruhe sondern auch so manche Gerüchte, welche jedoch auch mit handfesten Lügen und wichtigtuerischen Geschwätz durchsetzt waren. Folgende neue Informationen erschienen ihnen als glaubhaft und interessant: GRAF WAHNFRIED VON ASK hat den Schild der heiligen Rondragabund von Riedemer gefunden. Auf jenem soll eine Karte zu sehen mit, mit dem die SCHWRTER DES NORDENS, legendäre Waffen des Theaterordens zu finden sind. Der Graf scheint auch eine Expedition zu planen um die Waffen zu finden und somit seinen Einfluss zu erweitern. Nach dem verlassen des Badehauses ließen sich die Helden von einem der Barden die Legende der heiligen Rondragabund vortragen. Jene hatte den Tempelschatz von Festum, geweihte Rondrakämmer, auf einem Wagen aus der Stadt geschafft, als die Praioten 337 BF die Macht übernahmen. Unter diesem Schatz befanden sich angeblich auch die SCHWRTER DES NORDENS.

Wie viel von dieser Legende, dem Wert der Schwerter und deren Einfluss auf Zukünftiges zu halten war, konnte die Gruppe im Moment nicht beurteilen. Schnell wurden ihre Gedanken auf ein neues Thema gelenkt, als eine farbenfrohe Schlange AMIR fast zu Tode erschreckte. Kurz bevor der Kämpfer das Kriechtier erschlagen konnte, wurde er von seinen Gefährten darauf hingewiesen, dass es sich bei dem stattlichen Tier um den Vertrauten einer Hexe handeln könnte und deren Rache fürchterlich wäre, wenn ihm etwas zustoßen würde. NOARA erkannte die Schlange, hatte sie jene doch bereits im Bornwald als Begleiterin von BISMINKA VON JASSULA gesehen. Die ebenfalls in Magierkreisen hoch angesehene Magistra rief die Helden zur HALLE DES LEBENS, der weißmagischen Akademie Norburgs. Sie hatte von den Norbarden erfahren wo sie zu finden seien und empfing sie im Hof der Zauberschule. Für den Austausch von Höflichkeiten war jedoch keine Zeit. Rasch umriss BISMINKA den Grund ihres Gesprächs: Der beliebte Barde ULLICK JESSOFF war ohnmächtig aufgefunden und in die Heilakademie gebracht worden, da er nicht zu wecken gewesen war. Wie sich herausstellte war er von einer starken, offenbar auch astral wirksamen Flüssigkeit in einem Weinschlauch beeinflusst worden. Woher der Weinschlauch stammte konnte nicht mehr nachvollzogen werden, jedoch war ein ähnlich Fall drei Tage zuvor beobachtet worden, als GRIMMJAN, ein bekannter Streuner und Bewohner der BRANDRUINEN, tot aufgefunden wurde. Auch jener schien Reste von astraler Kraft in sich zu tragen, wobei keinerlei magisches Potential bei ihm selbst bekannt gewesen wäre. Eine alchemistische Analyse des Weines ergab als zusätzliche Substanzen das Blut eines Raubtiers, Stahlspäne und Asche von Kirschholz, wobei das magische Potential vermutlich an dem Blut gebunden war und sich jedoch nach wenigen Stunden verflüchtigte. Da lediglich KALZAN und TARAS die magietheoretische und alchemistische Beschreibung des Gebräus nachvollziehen konnten, fragten sich die Helden rasch, warum sie denn gerufen wurden. BISMINKA erklärte daraufhin, dass die Töchter Satuarias eine magische Möglichkeit der Kommunikation und Kontaktaufnahme über größere Distanzen hatten und sie so ihre Schwestern zu dem Ursprung und der Art des Gebräus befragte. BERSCHINA BORNSKI meldete sich daraufhin mit ihrem Wissen, sie habe diesen Trank in jüngster Vergangenheit bereits bei einem Ritual im Korsforst aus den Überresten einer Kultstätte bergen können, wobei dort Menschen- statt Tierblut verwendet wurde. Der Name der Helden fiel eher nebenbei doch wurde von BISMINKA sofort erkannt. Da der als KORS SAMEN bekannte Sud bereits bei einer noch nahezu unbekannten Bruderschafts verwendet wurde und die Gruppe jene bereits mehrfach geschlagen hatte, war eine Aussprache mit den Helden für die Schlangenhexe der nächste logische Schritt. Es war davon auszugehen das sich Verbündete der Korsmalbundes auf dem Bardentreffen befanden und unter den Anwesenden der Sud verbreiteten. Welches Ziel damit verfolgt werden sollte war zwar noch nicht ersichtlich, jedoch war eine Untersuchung Seitens der Helden sicherlich ein lohnenswertes Unterfangen. Da der tote GRIMMJAN als erstes an den Auswirkungen und an an einer erheblich höheren Konzentration des Suds verstorben war, erschien eine Untersuchung der Brandruinen als lohnenswert.

Unmittelbar im Anschluss an ihr Gespräch mit der Hexe machten sich GASPARYN und ALEKSEJ auf den Weg in das Armenviertel. Als sie dort ankamen, erkannten sie eine erhöhte Anzahl an Wachen an allen Eingängen und während GASPARYN mit einer der Gardisten sprach schlich sich der Norbarde in die Ruinen. Rasch konnte er einen Bettler ausfindig machen und mit einigen Münzen zum reden bringen: Der Sud war vor einigen Tagen aufgetaucht und von GRIMMJAN in einem kleinen Fläschchen aus dem KONTOR SURJELOFF gestohlen worden, weil jener meinte es handle sich dabei um einen besonderen Schnaps. Genaueres wisse man nicht, jedoch gäbe es bestimmte kirchliche Autoritäten, welche einen besseren Überblick über die Vorgänge hätten. Dieser Hinweis auf einen Geweihten des Fuchses erschien für ALEKSEJ eine sehr lohnenswerte Informationsquelle. Er überließ dem Bettler eine Goldmünze und bat ihn den Fuchs zu einer Unterredung in die WOLFSRUH zu schicken. GASPARYN hatte in der Zwischenzeit von der Wache erfahren, dass sich die Bürgermeisterin darüber Sorgen machte, die Bettler der Brandruinen könnten das Fest stören und deswegen die Wache abstellte das Viertel zu sichern und niemand heraus zu lassen.

Nach diesen Untersuchungen war es für die Gruppe an der Zeit ihrer Einladung bei der Adelsmarschallin zu folgen. Sie machten sich abermals auf den Weg zur NORBURG und wurden dort herzlich von NADJESCHA VON LEUFURTEN empfangen. Jener berichteten sie von den Vorkommnissen um den Korsmalbund, ihrer Reise durch den Bornwald, der Unterwanderung des Rondratempels zu Firunen und dem geweihten Stahl dessen Ablieferung an den ursprünglichen Besitzer nicht mehr möglich war. Sie hörte Aufmerksam zu, stellte intelligente Fragen und riet den Helden, den Stahl vorerst sicher zu Verwahren, da auch sie selbst im Moment keinen uneingeschränkte Empfehlung zur Übergabe an bestimmte Provinzherren geben konnte. Die Wahl des neuen Adelsmarschall würde im Firun des nächsten Jahres stattfinden und somit begann bereits jetzt ein jeder Bronnjar seine eigenen Vorteile auszubauen. Auch seien die derzeitigen militärischen Stärken der einzelnen Landbesitzer nicht zu beurteilen, da große Teile des bornischen Heeres sich dem Zug gegen Helme Haffax angeschlossen hatten.

Auch wenn NADJESCHA somit die Frage nach dem besten Nutzen des Stahl nicht beantworten konnte, war sie von den Heldentaten der Gruppe sehr beeindruckt. Als Zeichen ihres Dankes überreichte sie jedem der Gefährten einen Bärenfellmantel und das dazugehörige Tragerecht. Der Mantel war ein Zeichen des Adels oder wies auf große Verdienste des Trägers zum Wohle des Bornlands hin. Mit diesem Kleidungsstücke würden sich so manche bisher verschlossene Türe für die Helden öffnen und war somit eine mehr als lohnenswerte Belohnung für die bisherigen Strapazen.Nach der Besprechung stieß GRAF WAHNFRIED VON ASK zu der Gruppe. NADJESCHA stellte sie aneinander nach allen Vorgaben des Protokolls und der Höflichkeit vor, beantwortete allerdings nicht die Frage, wodurch sich die Gäste den Bärenfellmantel verdient hatten.GRAF WAHNFRIED seinerseits hielt sich mit dem Bericht seinen Heldentaten nicht zurück und erzählte vom Fund des Schildes und wie er den Baumdrachen erschlagen und somit den ORDEN DER JAGD gegründet hatte. Jener Orden würde am morgigen Tag ein neues Mitglied in ihre Reihen aufnehmen und die Helden waren herzlich als Ehrengäste bei dieser Zeremonie eingeladen. Offenbar erhoffte sich der Graf zusätzliches Prestige durch die Anwesenheit der neuen Träger der Bärenfellmäntel, denn grundlos wäre ihnen eine solche Ehre nicht zu teil geworden. Freudig nahm die Gruppe diese Einladung an und verabredete sich mit der Adelsmarschallin zur Mittagsstunde des nächsten Tages auf dem großen Balkon des HOTELS „AM MARKT“.

Am Abend erhielt die Gruppe Besuch von einer verhüllten Gestalt in der Gewandung eines Bettlers. Die Listigkeit in seinen Augen und das wissenden Lächeln um seines Mund wies ihn als der erwartete Phexgeweihte aus, mit welchem ALEKSEJ zu sprechen gehofft hatte. Es wurden einige Humpen Bier geleert und die Gruppe erfuhr gegen die Spende von einigen Silbermünzen folgende neue Informationen: GRIMMJAN arbeitete KONTOR SURJELOFF und hatte somit Zugang zu größeren Mengen des Suds, welche von den Alchemisten der Akademie als KORS SAMEN identifiziert werden konnte. Der Bewohner der Brandruinen brachte eine kleine Phiole der Flüssigkeit in seinen Besitz da er es für wertvollen Branntwein hielt und verstarb nachdem er ihn getrunken hatte. Andere Arbeiter berichteten den Fuchs bei dessen Nachforschungen, dass ein Zwerg den Sund in verschiedene Fässer verteilte und an die WOLFSRUH, die OGERFAUST und ans HOTEL „AM MARKT“ auslieferte.

Dies war ein wichtiger Hinweis und die Gruppe durchsuchte sofort das Weinlager der eigenen Unterkunft. Auch wenn der Gastwirt alles andere als erfreut war, entdeckte TARAS rasch die gesuchte astrale Signatur in einem der eingelagerten Fässer. Zähneknirschend lies der Wirt das Fass zur Seite räumen und versprach den Helden, jenes nicht auszuschenken. Die Nacht verbrachte die Gruppe damit, den restlichen Fässern hinterher zu jagen, wobei sie im HOTEL „AM MARKT“ schlicht nicht eingelassen wurden, da das beste Haus am Platz schlicht ausgebucht war und die Gruppe nicht auf der Gästeliste stand. Was mit den Weinfässern geschah, konnte somit von den Helden nicht weiter beeinflusst werden. Anders sah es dahingegen in der OGERFAUST aus. TARAS konnte auch hier ein Fass identifizieren und mit einer von AMIR IBN ASUF angezettelten Schlägerei wurde jenes gezielt zerbrochen. Um den gröbsten Ärger zu lindern, gaben die Helden nach diesem angeblichen Unfall eine Lokalrunde aus, was bei der Menge an anwesenden Gästen den beiden jedoch teuer zu stehen kam, sie dafür jedoch mit dem erbosten Wirt versöhnte. Da die Helden weder alle Fässer identifizieren noch deren Verteilung unter den Gästen des Festes verhindern konnten, blieb ihnen nur Aufmerksam zu bleiben und in den kommenden Tagen mit weiteren Zwischenfällen zu rechnen…

09. Peraine 1039 BF, Norburg

Zum Mittagsschlag des großen Gongs auf dem Festplatz hatte sich die Gruppe wie verabredet mit NADJESCHA VON LEUFURTEN auf dem Balkon des HOTEL „AM MARKT“ getroffen. Die Bärenfellmäntel wurden von den anwesenden Adeligen mit großer Neugier betrachtet und unverhohlen darüber getuschelt, wer die Fremden waren und was sie wohl für die Adelsmarschallin geleistet hatten mit dieser Ehre belohnt zu werden.Kurze Zeit später betrat GRAF WAHNFRIED VON ASK die Bühne. Er war voll gerüstet und trug das Holzschild mit dem Riedemer Wappen am Arm, sowie die Flügelpaar des getöteten Baumdrachens auf den Rücken. GUDANJA TIPPSJEN betrat als zweites die Bühne. Die Heldentaten der junge Kämpferin wurde im Anschluss vorgetragen, wobei die Tötung eines jungen Drachens als siebte und ausschlaggebende Heldentat gewertet wurde, mit jener sie sich die Aufnahme in den Jagdorden redlich verdient habe. Die Menge jubelte der jungen Ritterin zu und die Musikanten stimmten die ersten Lieder an. Inmitten der vielen Musikinstrumente fiel die kleine Trommel eines Zweges nicht weiter auf. Erst als der Graf sein Schwert zog und GUDANJA erschlug brach Panik aus. Mehrere Großjäger des Orden, welche als Ehrenwache ebenfalls auf der Bühne gestanden hatte, taten es ihrem Anführer gleich und zogen ihre Waffe. Viel der Zuschauer waren jedoch in einen ähnlichen Wahn verfallen und griffen teilweise unbewaffnet die gerüsteten Kämpfer an, welche sie gnadenlos niedermachten. Der Kampf griff rasche auf den gesamten Platz über und auch unter den Adeligen auf dem Balkon kam es zu Panik. Die Helden, geschult durch dutzende Hinterhalte und unzählige Schlachten, reagierte mit kühlem Sachverstand. Da sie eine ähnliche Wirkung auf die Menge bereits bei der Goblinpauke in Festum während des Atmaskottjenumzug beobachtet hatten, suchten sie gezielt nach Trommlern. Schnell entdeckten sie einen Zwergen, der das Durcheinander nutzte um auf die Bühne zu steigen und Schild der heiligen Rondragabund an sich zu nehmen. Als jener kurz zuvor eine kleine Handtrommel von sich warf, war es um seine Unschuld geschehen. ZAHIDE schwang sich leichtfüßig von dem Balkon und setzte dem flüchtenden Zwergen nach. Jener kam nur eine Querstraße weiter, ehe die Elfe ihn stellte, zu Boden warf und fesselte. Zwerg, Trommel und Wappenschild waren somit gerettet.

Die restliche Heldengruppe hatte sich Inzwischen dem Schutz der Adelsmarschallin verschrieben. Nachdem das Abschlachten auf dem Marktplatz geendet hatte, wandten sich die wahnsinnig gewordenen Jagdritter dem Markthotel zu. Sie schlugen die Türe ein und ließen keinen Zweifel daran, dass der Tod der Adelsmarschallin ihr nächstes Ziel war. Die im Obergeschoss nun gefangenen Adeligen waren keine Hilfe für die Helden und so entbrannte eine wilde Schlacht zwischen der Gruppe und den Großjägern. Die erhöhte Position sowie die geübten Schützen in den Reihen der Gefährten trugen ebenso zum Sieg der Helden bei wie die schiere Kampfkraft von AMIR und DIMM. In der Zwischenzeit hatte YELLA und ALEKSEJ die Adelsmarschallin mittels Seil von dem Balkon gerettet und in Sicherheit gebracht. Nach einer halben Stunde war das Gemetzel beendet, wobei mit großer Bestürzung die Helden zwischen den toten Musikern, Gästen und Jagdrittern auch den verstorbenen GRAF WAHNFRIED VON ASK fanden. NADJESCHA bat die Helden mit auf die Norburg zu kommen und ihr zur Seite zu stehen. Rasch berichtete ZAHIDE von der Gefangennahme des Zwergen und seinem Versuch das Wappenschild zu stehlen. Jener würde sich nun in den Verliesen der Burg seiner Befragung stellen müssen, welche in Anbetracht der Todes des Grafen und der beträchtlichen Verwüstungen des Marktplatzes sicherlich nicht angenehm ausfallen wird…

1. Spielabend „Der Grüne Zug“ 13.05.2022

29. Phex 1039 BF, Festum

An diesem Morgen überschattete das Versagen der Gruppe deren gute Laune. Noch ehe sie sich Gedanken über ihr weiteres Vorgehen machen konnten, tauchte ein Bote in der Herberge „Zum letzten Helden“ auf. Jener war von dem ehemalige Adelsmarschall Jucho von Dallenthin und Persanzig geschickt worden, um die Gefährten zu einem gemeinsamen Mittagessen einzuladen und ihren Bericht über den vergangenen Abend zu hören. Natürlich war es zu erwarten gewesen, dass sich ALATZER bei seinem alten Freund über ihr Scheitern beschweren würde, waren sie doch aufgrund seiner Empfehlung im MARKTHOTEL als Wachen angestellt worden.

Da es jedoch keinen Sinn machte, sich bereits im Voraus Gedanken über diese unerfreuliche Unterhaltung zu machen, beschloss die Gruppe ihre Reisevorbereitungen abzuschließen, um wie geplant am Nachmittag zusammen mit den Jantareffs Richtung Norden aufzubrechen. Dazu begaben sie sich zur Halle des Quecksilbers und trafen den Alchemisten WULFJEW HOLLEROW welcher in ihrem Auftrag für die Gruppe Tränke zubereiten sollte. Die Freude und Überraschung war groß, als der Gelehrte tatsächliche sowohl Astral- wie auch Heiltränke den Helden überreichte, hatten jene es doch zumindest in Erwägung gezogen, dass sich WULFJEN mit ihrem Geld heimlich davongemacht hatte. Als sie die großen Hallen der Akademie und die festen Grundmauern der Kellergewölbe sahen, erinnerten sie sich an ihre, hier bereits versteckten Schätze, wie die Goblinartefakte aus Korswandt und dem Blauen Buch. Da sie sich nicht sicher waren, was mit dem Stahl geschehen sollte und auch Magister Wippflügler keine Einwände hätte, beschlossen sie den Stahl ebenfalls in der Akademie verwahren zu lassen. Somit entfiel die nötige Bewachung unterwegs und etwaige Verhandlungspartner wurden nicht in Versuchung geführt sich das edle Eisen mit Gewalt zu holen.

Nach der Einlagerung des Stahls war es bereits an der Zeit sich zum Stadthaus der von Persanzigs zu begeben. Die Gruppe entschied sich, ihre begangenen Fehler vollends zuzugeben und sich nicht in Ausflüchte zu verstricken. Ihre bisherigen Heldentaten konnten durchaus für sich selbst sprechen und auch den Besten konnten hin und wieder Fehler unterlaufen. Dies sah der ehemalige Adelsmarschall ebenso und war weit davon entfernt den Helden vorwürfe zu machen, sondern verwies auf die schweren Aufgaben, welche noch vor ihnen liegen würden und wogegen der Zwischenfall im Markthotel zur Bedeutungslosigkeit verkommen würde. Nach dem gemeinsamen Mahl stellte ihnen Jucho GASPARYN DAGONEFF vor, der der Gruppe bereits bekannte Perainegeweihten, welcher sie nach ihrer Rauferei mit den Thorwalern auf dem Swafnirplatz versorgt hatte. Jener würde auf Bitten Juchos die Gruppe in den Norden begleiten, da bei kommenden Abenteuern ein Heilkundiger sicherlich mehr von Nutzen wäre als weitere Kämpfer. Dankbar nahmen sie dieses Angebot an und verließen eine Stunde später das Herrenhaus.

Vor den Toren Festums hatten die Norbarden bereits alles für den Aufbruch vorbereitet. Unweit des ersten Wagens erblickte die Gruppe neben zwei Pferden NJESDAR und ULMHILD VON DUTTRINDSHAUSEN. Anscheinend wollten die beiden die am Abend zuvor geschlossene Bekanntschaft weiter pflegen und sich gegenseitig bei der Rückeroberung ihrer Familiensitze unterstützen. Noch einmal bat NJESDAR daraufhin seine ehemaligen Gefährten ihm den Stahl zu überlassen, um damit ein Heer aufzustellen. Auch wenn die Gruppe dies abermals ausschlug, so gaben sie ihm doch 170 Goldstücke mit auf dem Weg und das Versprechen ihn in Zukunft auch weiter zu unterstützen. Dankbar nahm er das Gold entgegen und verabschiedete sich von seinen Gefährten um dann gemeinsam mit ULMHILD Richtung Norden davon zu reiten. Kurze Zeit später setzten sich auch die Wägen der Jantareffs in Bewegung und begannen ihren langen Weg nach Norburg.

29. Phex bis 06. Peraine 1039 BF

Ruhige Reise von Festum nach Norburg auf der Bornstraße über Firunen und Pervin.

06. Peraine 1039 BF, Norburg

Am späten Nachmittag kamen die Helden an ihrem Ziel an. Die Stadt war bereits gut besucht und auch wenn das eigentliche Fest erst am nächsten Tag beginnen sollte, so zeigten bereits viele Gaukler und Barden Kostproben ihrer Künste. Die Gruppe nahmen sich im HAUS WOLFSRUH ein Zimmer, wo ebenfalls viele der derberen Barden Quartier bezogen hatten und so im Gegensatz zur vornehmen Gesellschaft im Hotel „AM MARKT“ wesentlich besser zu den Abenteurern passten. Den Abschluss des Tages bildete ein ausgiebiger Stadtrundgang und eine erste Bestandsaufnahme eventueller Verbündeter und potenzieller Käufer des geweihten Stahls aus Irberod.

07. Peraine 1039 BF, Norburg

Den entspannten Vormittag verbrachten die Helden mit Erholung, einem ausgedehnten Frühstück und Einkäufen auf dem ausufernden Markt des Festes. Ein kurzer Besuch der NORBURG endete mit einer Einladung der Adelsmarschallin an die Helden am nächsten Tag. Jene schien Interesse an der Gruppe zu haben, führten sie doch Empfehlungsschreiben sowohl von ALWIN WIPPFLÜGLER wie auch von JUCHO VON DALLENTHIN mit sich und behaupteten wichtige Informationen für die Zukunft des Bornlands zu besitzen.

Zur Mittagsstunde schlug der große Gong auf dem Marktplatz und zeigte die Eröffnung des Festes an. Bürgermeisterin NATASCHA PETRILOWSKA und Graf TSADAN VON NORBURG hielten feierliche Reden, begrüßten die angereisten Künstler und Gäste und wünschten allen Anwesenden eine friedliche und ausgelassene Feier. Im Anschluss war auf dem Platz sogleich der erste Höhepunkt des Tages zu sehen. Hinter einem riesigen, zwischen zwei Masten aufgespannten Vorhang sang ein vielstimmiger Chor sowohl moderne Bardenlieder wie auch alte Waisen aus dem zwölfgöttlichen Liedgut der Tempel. So beeindruckt die Menge von dem Gesang auch war, so ungläubig, belustigt oder abgestoßen zeigten sich viele, als der Chorleiter REIJKAD STELLMACHER den Vorhang nach der Vorstellung zurückschlug und sich die Mitglieder des Chors als Goblins in seidenen Roben erwiesen. STELLMACHER wies darauf hin, dass die meisten Zuschauer alleine durch ihr Gehör den Chor hinter den Vorhang eher als singende Mönche erkannt hätten, als der Haufen Rotpelze die er war. Dies könnte entweder auf die musikalische Unzulänglichkeit des Publikums oder auf die fortwährende Unterschätzung der Goblins zurückzuführen sein. Unter Jubelrufen und Pfiffen verließ der Chor den Marktplatz und die Helden durchstreifen daraufhin abermals die Stadt und hörten den vielfachen Darbietungen der Gaukler und Barden zu. Die späteren Stunden verbrachten sie in der Kneipe OGERFAUST und den derben Barden, die dort ihr zotiges Liedgut gut an die angetrunkene Gäste brachten…

FESTUMS ELEVEN – Teil 3 16.04.2022

26. Phex 1039 BF, Festum, abends

Nach der Auseinandersetzung zwischen den Helden und den Thorwalern auf dem Swafnirplatz erreichte die Gruppe das Gasthaus „Zum letzten Helden“. HENNING ALATZER hatte von seinem Verwalter einen Bericht über die Rauferei erhalten und schicken ihnen bereits eine Stunde später einen Heiler aus dem Perainetempel, welcher die Wunden der Kämpfe versorgte und sie mit frisch gebrauten Heilsud versorgte. Dankbar für diese Geste erholte sie sich so gut es ging und machten sich am nächsten Morgen auf den Weg zum MARKTHOTEL.

27. Phex 1039 BF, Markthotel

Den Vormittag verbrachte die Gruppe mit Erkundigungen im Hotel. ALATZER selbst erläuterte ihnen den Ablauf des Abends: Die Gäste würden ab dem frühen Nachmittag an eintreffen und mehr oder weniger öffentlich ihre Spenden abgeben. Jene würden bis nach dem Abendbankett verschlossen im Tresor verweilen und dann an die anwesenden Benefaktoren verteilt werden. Der Tresor ließe sich nur mit zwei Schlüsseln und einer geheimen, nur ALATZER bekannten Zahlenkombination öffnen. Des Weiteren würden einer der Schlüssel in seiner Schreibstube eingesperrt werden, wogegen er den zweiten stehts bei sich tragen würde.

Nach dieser Schilderung gingen die Helden vorerst davon aus, dass das Gold nicht ohne Weiteres zu stehlen sei. Sie legten im Anschluss die Einsatzorte der jeweiligen Helden fest: GUSPITER TRAVIDOW würde in der Küche bleiben und auf den Koch JANTOLD achtgeben. NJESDAR würde sich als Adliger ausgeben und mit zusammen mit TARAS, gekleidet in seiner feinen Magierrobe, als Gäste an der Feier teilnehmen. KALZAN und YELLA WARKOW beteiligten sich als Bedienstete, während AMIR und DIMM im Hinterhof die Umgebung des Hotels beobachten sollten. ZAHIDE hingegen würde ohne feste Position durch die Gänge des Gebäudes schleichen und nach allem Ungewöhnlichen Ausschau halten.

Zusätzlich zu den oben genannten Überlegungen sprachen die Helden auch nochmals über den von NOARA am Vorabend gefundenen Zettel. Auch wenn jener offenbar eine verschlüsselte Botschaft enthielt, so war es offensichtlich, dass er etwas mit den zwölf Gängen des abendlichen Menüs zu tun hatten. KALZAN fertigte eine Kopie des Schreibens an und das Original wurde wieder zurück in den Hinterhof gelegt, wo hoffentlich jemand den Verlust bemerkt hatte und danach suchen würde. Wieder war es die Vertrautenspinne der Hexe, welche geduldig die aufgestellte Falle überwachen sollte. Im Anschluss suchten die Helden noch ein Gespräch mit LUSIAN, der Hauptfrau der Hotelwache. Jene war wenig begeistert über die zusätzliche Unterstützung, welche ALATZER ohne Rücksprache mit ihr angeheuert hatte. Auf genaueres Nachfragen offenbarte sie, dass sie die Söldner, welche zur Bewachung des Eingangsbereiches, der Stallungen und des hinteren Hofes angeworben wurden, für nicht sehr vertrauenswürdig hielt. Weitere Planungen hielt die Gruppe für nicht notwendig und ging an diesem Abend bereits früh zu Bett, da die Vorbereitungen des Festes bereits in der Nacht beginnen würden.

28. Phex 1039 BF, Markthotel

Um drei Uhr morgens begann der Arbeitstag für KALZAN und YELLA. Die beiden hatten ausreichend Gelegenheit sich während der Vorbereitung nochmals im Hotel umzusehen. Die am Vortag als Falle ausgelegte Notiz war von einem der Hoteldiener als Abfall betrachtet und ohne großes Aussehen entsorgt worden. Im Laufe des Vormittages trafen auch die restlichen Helden ein. GUSPITER beobachtete das hektische Treiben in der Küche, während sich DIMM und AMIR mit den Stallburschen unterhielten. Dabei erfuhren sie, dass viele der wohlhabenden Gäste gemeinsam mit ihren Leibwächtern das Fest besuchten und die im Hinterhof abgestellten Pferde und Kutschen oft durch die Kutschenfahrer den ganzen Abend bewacht wurden. Die Vielzahl an zusätzlichen Personen, neben den geladenen Gästen und dem Hotelpersonal, bereitete der Gruppe zunehmend Probleme den Überblick zu bewahren. ZAHIDE schlich in der Zwischenzeit unbekleidet und unsichtbar durch die Flure und versuchte ungewöhnliches oder auffälliges Verhalten zu entdecken, wobei das hochnäsige und gönnerhafte Getue der Bronnjaren für die Elfe nur schwer dahingehend zu beurteilen war. Am frühen Nachmittag trafen auch NJESDAR und TARAS im MARKTHOTEL ein. Die beiden wurden von den Bediensteten in den Festsaal geführt und mischten sich dort unter die Feiernden, wobei auch sie auch dort keinerlei Anzeichen auf ungewöhnliche Vorgänge finden konnten. Eine weitere Stunde später waren alles Gäste angekommen und ALATZER eröffnete mit einer kurzen Begrüßung das zwölfgängige Menü. Zum 1. Gang wurde NJESDAR und TARAS an den Tisch der Benefaktoren gesetzt. Ob dies als unterschwellige Beleidung seines Standes zu werten war, wollte der verarmte Bronnjar lieber nicht beurteilen, sondern begann eine Unterredung mit ULMHILD VON DUTTRINDSHAUSEN. Die beiden tauschten ihre Familiengeschichten aus und verabredeten ein weiteres Treffen in den kommenden Tagen, da NJESDAR ihn auf eine sehr fähige Söldnertruppe aufmerksam machte, mit welcher er bereits in Kontakt getreten war und welche ihm behilflich sein würde, seine verräterische Verwandtschaft von ihrem rechtmäßig ihm gehörenden Grund und Boden zu vertreiben. ULMHILD war an diesen Söldnern sehr interessiert, da auch er Soldvolk benötigen würde, um seinen Anspruch durchzusetzen. Inzwischen wurde der Tresor verschlossen und ALATZER deponierte den Schlüssel in seinem Quartier im Obergeschoss des Hotels. Dies sollte der Sicherheit dienen, da jeder der Anwesenden davon ausgehen würde, er trage den Schlüssel bei sich. Insgesamt waren bei dem Spendenaufruf Wechselscheine und Geld im Wert von achtzigtausend Goldstücke für die vier verarmten Adligen gesammelt worden.

Dies war die Ausgangssituation mit welche sich die Gruppe zu Beginn des Festes konfrontiert sahen. Im Folgenden werden die Ereignisse beschrieben, wie sie die Helden am nächsten Tag rekonstruieren konnten: Zu einer nicht genauer zu bestimmenden Uhrzeit, wandte sich ein unerkannter Magier an ALATZER und erfuhr mittels des Zaubers „Blick in die Gedanken“ sowohl die Zahlenkombination des Tresors wie auch das Versteck des zweiten Schlüssel. Die Hausangestellte Nessa, welche neben anderen Vertrauten ALATZERS ebenfalls zu der Diebesbande gehörte, begab sich darauf ins Obergeschoss und entwendete den Schlüssel. Beinahe währe sie nach der Tat von ZAHIDE entdeckt worden, jedoch war die Elfe einige Augenblicke zu spät im Flur des Stockwerks eingetroffen und sah sie so nicht mehr aus dem Zimmer des Hotelbesitzers kommen. Im Ballsaal brach in der Zwischenzeit die Kellnerin ZOE zusammen. Jene hatte von einem Wasserkrug in der Küche getrunken. Ein herbeigerufener Medicus stellte ein starkes Betäubungsmittel in dem Wasser fest. Dieses Ereignis diente allerdings nur der Ablenkung. Mehrere Diebe drangen in den Tresorraum ein und überwältigten KALZAN. Im Hof machten kurz darauf die Wachhunde mit lautem Bellen auf eine Katze aufmerksam, welche sogleich auch das Misstrauen von YELLA weckte. Rasch wurde die Katze gefangen und mittels eines Zaubers ebenfalls als Hexe überführt. Nach der Rückverwandlung zeigte es sich, dass es sich um ZOE handelte, welche die Katzengestallt zu ihrer Flucht nutzen wollte. DIMM und AMIR sperrten sie daraufhin kurzerhand in einen der Kellerräume, um sie später der Hotelwache zu übergeben. Leider wurde die Hexe jedoch ausgerechnet in eben jenen Kellerraum gesperrte, welche die Diebe als eine der möglichen Fluchtwege nutzen wollten. Durch einen hinter schweren Eichenfässern verborgenen Durchgang gelangte man nicht nur zu einem kleinen Phexschrein, sondern auch in die weitläufige Kanalisation und somit ungesehen in die Freiheit. Während die Hexe durch den Kanal entkam, spazierten die restlichen Diebe ungesehen zur Vordertür hinaus, da die Helden mit der Suche nach ZOE beschäftigt waren. Nach ihrer erfolglosen Rückkehr hatte die Gruppe nicht nur die Hexe nicht mehr wiedergefunden, sondern auch die gesammelten Spenden verloren. Nachdem NJESDAR ALATZER in seiner ruhigen und besonnen Art über den Verlust der Spenden aufgeklärt hatte, verabschiedete sich die Gruppe. Fehlplanung und eine Spur Überheblichkeit aufgrund ihrer bisherigen Leistungen waren der Hauptgrund für das Scheitern dieses eigentlich sehr einfachen Auftrags. Der nächste Tag würde zeigen wie der ehemalige Adelsmarschall Jucho von Dallenthin und Persanzig auf das Versagen der Helden reagieren würde, hatte er doch selbst die Gruppe ALATZER gegenüber empfohlen…

FESTUMS ELEVEN – Teil 2 26.02.2022

25. Phex 1039 BF, Festum

Nachdem die Helden das Drachenmuseum besucht und das Mittagsmahl zu sich genommen hatten, machten sie sich an die Untersuchung des Weges, welcher der Karren am kommenden Tag vom Hafen zum MARKTHOTEL nehmen würde. Sie achteten dabei besonders auf Orte, welche für einen Hinterhalt geeignet waren und überlegten sich bereits eine Marschordnung. Diese Planung dauerte noch längere Zeit, irgendwann besann sich die Gruppe dann jedoch auf den Umstand, dass es lediglich ein mit Nahrung beladener Wagen war, welchen sie zweihundert Schritt eskortieren mussten, im Gegensatz zur Durchquerung des Bornwalds auf einem Floß ein als eher einfach zu beurteilendes Unternehmen.  

Um jedoch keine Kleinigkeiten zu übersehen, begaben sie sich nochmals zum MARKTHOTEL und besprachen sich dort mit HENNING ALATZER. Der Hotelinhaber konnte jedoch die Fragen der Gruppe nach dem Schiff, deren Reiseroute und dessen Kommandanten nicht beantworten und riet ihnen die Hafenmeisterei aufzusuchen. Bevor sie sich jedoch auf den Rückweg zum Hafen machen konnten, stellte er ihnen noch BRUDER GUSPITER TRAVIDOW vor, einen dicken Bruder des Traviaordens. Jener war von seinem Stift, nach einer großzügigen Spende ALATZERS, ausgesandt worden, um die Festlichkeiten durch seine Anwesenheit zu bereichern und im Sinne der gastfreundlichen Göttin zu segnen. Nach einer kurzen gegenseitigen Vorstellung und dem Austausch oberflächlicher Höflichkeiten schloss sich GUSPITER der Gruppe an, um sie bei den Vorbereitungen des Lebensmitteltransports zu unterstützen. Gemeinsam machten sie sich dann auf den weiteren Weg. Die Gruppe wollte im Anschluss das Gerberviertel aufsuchen, um MANTKA RIIBA über die neusten Entwicklungen und den Verbleib ihrer ehemaligen Schülerin JÄÄNI GRAUROTH zu unterrichten.

Dort angekommen fanden sie die Goblintaverne leer vor. Sogar der Gastwirt war nicht anzutreffen, lediglich eine vermummte, den Konturen nach weibliche Fremde befand sich im Gastraum und beobachtete wortlos die Helden. Als jene sie ansprachen, berichtete sie, sie hätte auf die Helden gewartet, da sie von ihren Heldentaten im Bornwald gehört habe. Daraufhin wurde NJESDAR sofort misstrauisch, waren sie doch nach nur zwei tagen in Firunen direkt nach Festum aufgebrochen und hatten niemand von ihrer Durchquerung des Waldes berichtet, um keinen Begehrlichkeiten für den mitgebrachten Stahl zu wecken. Es konnte also nicht sein, dass diese Neuigkeit schneller als sie selbst die Hafenstadt erreicht hatte. Da sich die Fremde weigerte, die Fragen des Bornländers zu beantwortet, wollte jener zu gröberen Mitteln greifen und der Frau erst einmal eine Tracht Prügel verpassen. Dies wurde jedoch durch einen Zauber der eben eintreffenden Goblinschamanin MANTKA RIIBA verhindert. Das Oberhaupt der Festumer Rotpelze bat NJESDAR daraufhin die Taverne zu verlassen. Auf Anraten seiner Kameraden kam er dem zähneknirschend nach und verließ die Hütte. Im Anschluss zeigte sich auch die Fremde gesprächsbereiter, stellte sich als YELLA WARKOW vor und gab NJESDAR recht, dass die Kunde ihres erfolgreichen Stahltransports sich bisher noch nicht verbreitet hatte, sie selbst jedoch eine Hexe sei und die Niederlage ZELDAS sich in den Hexenzirkeln rasch herumgesprochen hatte. Dies war auch der Grund, warum sich die junge Zauberin nun den Helden anschließend wollte, da sie selbst stets eine Gegnerin der Pläne Zeldas war und ein freies Bornland als wesentlich erstrebenswerter hielt als eines durch Hexenzirkel und Korsmalbund unterworfenes. Da sich in der offenherzigen Ausführung der Hexe keine Anzeichen von Lug und Trug erkennen ließen, stimmte die Gruppe ihren Wunsch zu sie zu begleiten.

Im Anschluss berichteten die Helden der Schamanin die Ereignisse seit ihrem letzten Treffen und überbrachten auch die unglückliche Nachricht, dass ihre Schülerin JÄÄNI weiterhin Gefangene des Bundes ist und schwere Zeiten über sich ergehen lassen muss während der Gegner versucht das Wissen der Goblinzauberei aus ihr heraus zu pressen. RIIBA reagierte ihn ihrer ruhigen Art mit einem Dank an die Helden für alles was sie vollbracht hatten, war darüber hinaus jedoch nicht bereit weitere Fragen zu beantworten und vertröstete sie auf ihre nächstes, zukünftiges Treffen…

Am Nachmittag unterhielten sich die Helden nochmals mit GUSPITER TRAVIDOW, befragten ihn nach seiner Meinung zu der kommenden Aufgabe und begaben sich dann gemeinsam nochmals ins Hotel PEGASUS, um eventuell beim Wirt RUDJEV JUSCHKO doch noch einen Hinweis auf eine bevorstehen Sabotage seines Konkurrenten zu entdecken. Ein paar respektlose Aussagen von NJESDAR dem Wirt gegenüber hätte dann beinahe zu einer Schlägerei zwischen ihm und GUSPITER geführt, da der Traviagläubige das Hausrecht der Wirtsleute als wichtiges Gut betrachtete und das Verhalten des Bornländers nicht hinnehmen konnte. NJESDAR besann sich dann jedoch und räumte seinen Fehler ein, da eine körperliche Auseinandersetzung mit einem Gläubigen sicherlich kein gutes Licht auf ihn geworfen hätte. Diesen neu geschlossenen Frieden zwischen GUSPITER und NJESDAR feierten die beiden mit einem kleinen Fässchen Branntwein. Die restliche Gruppe ließen sie auf dem Markplatz zurück und begaben sich zum Hafen. Inzwischen hatten sie herausgefunden, dass der Kapitän des Schiffes, welche die erwarteten Waren liefern würde, den Namen BEUKO trug. Bei der Hafenmeisterei wollten sie genaueres über den Kommandanten und Schiff in Erfahrung bringen, allerdings überschätzten sie dabei die festumer Bürokratie: Mehr als die ohnehin schon bekannte Ankunftszeit am frühen Abend war auch in der Schreibstube des Hafens nicht zu erfahren. Es schien so, als hätten an dieser Stelle der Traviabruder und NJESDAR das bessere Gespür gehabt, verbrachten jene doch eine gemütliche Stunde bei Rauchkraut und Alkohol und mussten sich nicht mit den Hafenarbeiten herumärgern, ohne auch nur eine einzige nützliche Neuigkeit zu erhalten.

26. Phex 1039 BF, Festum, Abends

Nach einem ruhigen Tag machte sich die Gruppe zur siebten Stunde auf den Weg zum MARKTHOTEL. Dort angekommen erwartete sie bereits der Verwalter des Hotels und der Knecht, welcher den Ochsenkarren bespannt und bereits auf dem Kutschbock Platz genommen hatte. Nach einer kurzen Absprache über die Marschordnung begaben sie sich zum Hafenviertel. Unterwegs begegneten sie mehreren Mitgliedern der Stadtwache, welche auf dem Weg ins Tavernenviertel waren. Offenbar war es dort wieder einmal zu Ausschreitungen zwischen betrunkenen Seeleuten gekommen, wobei diesmal auch ein größeres Feuer ausgebrochen war und jenes nun von der Garde gelöscht werden musste. Dies bedeutete im Umkehrschluss jedoch, dass sich weniger Hafenwachen auf ihren Posten befanden, was die Gruppe dazu veranlasste, noch wachsamer zu sein.

Die Warenübergabe am Hafen verlief ohne Zwischenfälle und nachdem die Bestellung vollständig auf dem Wagen verladen war, machte man sich auf den Rückweg zum Hotel. Um die noch immer anhaltenden Tumulte im Tavernenviertel zu umgehen, wich man jedoch von der ursprünglich geplanten Route ab und beschloss über den Swafnirplatz zu fahren. Wie sich herausstellte war dies jedoch eine denkbar schlechte Wahl: Auf dem Platz des namensgebenden Halbgottes lungerten einige stark angetrunkene Thorwaler herum, welche meinten in den Mitgliedern der Heldengruppe die Besatzung eines berüchtigten Wahlfangbootes zu erkennen. Da die Nordmänner für Argumente nicht zugänglich waren, kam es zu einer üblen Schlägerei. Arg geschunden konnte die Gruppe nach langem Kampf den Sieg erringen und die Waren zurück zum MARKTHOTEL bringen. Dort angekommen halfen sie noch beim Entladen des Wagens, wobei NOARA im Vorratskeller einen verdächtigen Zettel fand. Darüber sprach sie mit ihren Gefährten jedoch erst am nächsten Morgen, nachdem sich die Gruppe von ihrer Auseinandersetzung mit dem Thorwalern ein wenig erholt hatte…

FESTUMS ELEVEN – Teil 1 29.01.2022

24. Phex 1039 BF, Festum

Die fünf Tage dauernde Reise der Helden gemeinsam mit der Familie Jantareff von Firunen ins südlich gelegene Festum, blieb ohne berichtenswerte Ereignisse und stellte so eine willkommene Abwechslung und Erholung für die Gruppe dar. Wie bereits bekannt ließen die Gefährten an den Toren ihre Kriegswaffen zurück und die Schwerter mit den Friedensknoten sichern, ehe sie die freie Stadt betraten. Da der Frühling noch nicht angebrochen war und sich die Norbardensippe normalerweise noch in ihren Winterquartieren befanden, entschlossen sich die Jantareffs vor Stadt zu lagern, um nicht zu viel ungewollte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Gerüchte über den Grund ihres Aufenthalts zu schüren. Der wertvolle Stahl war noch immer in den siebzehn Wägen der Sippe versteckt und das letzte was jemand der Reisenden wollte, wären alberne, bierbeseelte Geschichte über irgendwelche Reichtümer, welche die Familie gefunden und deswegen ihren Wintersitz verlassen hatten.

Auch wenn es sich für die Gruppe nicht so anfühlte, waren gerade einmal zwei Monatsläufe seit ihrem letzten Besuch in der Stadt vergangen und da sie sich noch gut an die Gastfreundschaft in der Taverne „Halle des Quacksalbers“ erinnern konnten, lenkten sie als erstes ihre Schritte dort hin. Leider musste der Wirt Stane ihnen allerdings mitteilen, dass er keine Schlafplätze mehr frei hatte und da auch der Schankraum bereits gut gefüllt war, beschlossen sie der Empfehlung des freundlichen Wirts zu folgen und ins Gasthaus „Zum letzten Helden“ zu gehen. Das ruhige Gasthaus außerhalb der Mauern der Altstadt bot der Gruppe noch genügend Schlafplätze und der Wirte zeigte sich dankbar aufgrund der selbstlosen Empfehlung seines Freundes Stane. Sie machten es sich in der Wirtsstube gemütlich, doch noch ehe sie den ersten Humpen Bier getrunken hatten, setzte sich ein wohl bekannter Mann an ihren Tisch. Dabei handelte es sich um ihren alten Weggefährten NJESDAR. Jener begrüßte besonders herzlich seinen Freund DIMM, welchen er aus alten Heimat und der Jugend kannte. In den kommenden Stunden wurden die Erlebnisse der letzten Monate ausgetauscht und NJESDAR berichtete, dass seine Pläne, seinen betrügerischen Onkel aus dem im zustehenden Familiensitz zu vertreiben, leider gescheitert waren. Jedoch wäre er dem Bronjarentitel seines Vaters nicht würdig, wenn er sich so einfach geschlagen geben würde. Er habe bereits Kontakt mit einer schlagkräftigen Söldnertruppe aufgenommen und werde sich sein Erbe notfalls mit Gewalt zurückholen. Während seiner Erzählung versuchte er mehrmals die Helden davon zu überzeugen, ihm den aus Irberod mitgebrachten Stahl zu überlassen. Mit diesem Gegenwert würde er genügend Schwerter verpflichten können, seinen Familiensitz zurückzuerobern. Im Anschluss hätte die Gruppe nicht nur seine ewige Dankbarkeit, sondern auch einen sicheren und beständigen Rückzugsort wo sie ihr weiteres Vorgehen planen konnten. Auch gab er zu bedenken, dass im kommenden Herbst die Wahlen zum nächsten Adelsmarschall anstanden und in einem solchen Jahr auch der Einfluss eines eher kleineren Bronjaren vervielfacht zu werten sei. Diese Diskussion war jedoch rasche beendet, als TARAS spöttisch einwarf, dass man den Einfluss der Familie DORLOV allenfalls als „Brückenadel“ bezeichnen konnte. Dies war ein Ausdruck aus dem Bornischen und werte eine so bezeichnete Familie als unwichtig und nur mit wenig Einfluss ausgestattet. Da es jedoch weder der rechte Ort noch die rechte Zeit für eine Schlägerei war, leerte NJESDAR seinen Krug und ließ es dabei belassen…

Nach dem ausgiebigen Mittagsmal machte man sich an die zahlreichen geplanten Besuche. Als erstes besuchten die Helden die Halle des Quecksilbers und besprachen sich dort mit Alwin Wippflügler. Der Magister berichtete von den Fortschritten bei der Entschlüsselung des BLAUEN BUCHES, konnte dadurch allerding lediglich Informationen bestätigen, welche die Gruppe bereits aus dem Archiv des Firuner Rondratempel kannten. Im Anschluss folgte ein knapper Bericht der Helden und die traurige Kunde, dass die sich aus Firunen zurückziehenden Mitglieder des Korsmalbundes den entführen, ehemaligen Schüler des Magisters OLKO KNAACK mit sich genommen hatten. Auch die beiden Goblin BRUUTSCH und JÄÄNI konnten nicht befreit werden und es muss angenommen werden, dass sie schwerer Folter ausgesetzt waren, vermutlich um geheimes Wissen von der jungen Schamanin zu erpressen, welche erst vor kurzem zur Stammeszauberin geweiht wurde. Zum Abschied versprach die Gruppe, weiterhin die Augen nach dem jungen Magier offen zu halten und ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien, sollte dies in der Macht der Helden stehen.

Der letzte Besuch an diesem Tag führte die Gruppe zur Residenz des ehemaligen Adelsmarschalls Jucho von Dallenthin und Persanzig. Jener hörte mit Spannung die Berichte der Helden und erklärte, auch er wisse nicht, wo der Stahl dem Bornland am besten dienen würde. Die ADELSMARSCHALLIN NADJESCHA VON LEUFURTEN befand sich aktuell auf der Reise nach Norburg, wo sie am Bardentreffen teilnehmen und für ihre Wiederwahl am Jahresende werben wollte. Nach Meinung Juchos sollte die Gruppe sollte ihr in jedem Fall Bericht erstatten. Da auch die Jantareffs bereits vorgeschlagen hatten, dem Bardentreffen einen Besuch abzustatten, um dort nach Verbündeten und Kaufinteressenten für den Stahl zu suchen, schien dies das nächste Ziel der Gruppe zu werden. Zuvor bat Jucho sie allerdings noch um einen Gefallen, da sie anmerkten noch einige Tage in Festum bleiben zu wollen. Er berichtete von einem Freund namens HENNING ALATZER, welcher das MARKTHOTEL führte und für den Adeligen DANILOV VON OUVENSTAMM jedes Jahr ein Bankett ausrichtete. Die Einnahmen dieses exklusiven Ereignisses wurden an verarmte Adelige gespendet, um somit die in Not geratenen Familien zu unterstützen. Dazu wurde das berühmte Zwölfgöttermenü des Kochs JANTOLD serviert.  Dieses Jahr jedoch überschattet eine Drohung das Fest und DABILOV vermutet dahinter seinen ärgsten Konkurrenten, den Gastwirt des HOTEL PEGASUS, RUDJEV JUSCHKO, welcher entweder die Zutaten des Menüs ruinieren oder das Rezeptbuch des Kochs entwenden wollte. Da JUCHO um die Tatkraft der Helden wusste, erachtete er sie als perfekt geeignet den reibungslosen Ablauf des Festes sicher zu stellen. Natürlich willigten sie ein und begaben sich sofort im Anschluss in das MARKTHOTEL. Unterwegs entbrannte nochmals ein Streitgespräch zwischen NJESDAR und TARAS über den Einfluss der Praioskirche im Bornland, die Unterschiede der hiesigen Rondrianer zu jenen des Kaiserreiches und dem Nutzen des Freibunds für den Belebung des Handels zwischen den freien Städten Festum, Firunen und Norburg. Diese Diskussion kam jedoch zu keinem endgültigen Konsens, da NJESDAR den Magier als zu engstirnig und weltfremd betitelte, um die wirklichen Auswirkungen der schleichenden Abkehr vom Bronjarentum erfassen zu können. TARAS hingegen sah in dem Bornländer einen stehts nur zurückblickenden, fortschrittsfeindlichen Brückenadligen, der gerne in die Zeit der großen Familien zurückkehren würde, um sich nicht mit den Problemen einen zunehmend aufgeklärten Gesellschaft befassen zu müssen.

Im MARKTHOTEL angekommen, erhielten die Helden nur wenig neue Informationen. DABILOV brachte sie direkt zu JANTOLD und der Koch berichtete, dass sein Rezeptbuch sicher im Tresorraum des Hotels verstaut war. Die Helden sollten sich allerdings am nächsten Tag nochmals bei ihm melden, da dann eine wichtige Lieferung von Zutaten aus dem Hafen eintreffen sollte und die Gruppe jene begleiten könnte, um deren einwandfreien Zustand zu garantieren. Die Helden willigten ein und ließen den Abend im Gasthaus „Zum letzten Helden“ ausklingen.

25. Phex 1039 BF, Festum

Da der Transport der Lebensmittel erst zu späterer Stunde stattfinden würde, nutzten die Gruppe den Morgen, um sich das DRACHENMUSEUM im Hesindeviertel anzusehen. Da ihre Gegenspieler Perldrachen als Reittiere verwendeten, konnte es sicherlich nicht schaden die ausgestellten Waffen der erfolgreichen Drachentöter zu betrachten und sich Gedanken um die früher oder später unausweichlichen Kämpfe gegen die fliegenden Echsen zu machen…

Ausklang „Der Schwarze Forst“ 30.12.2021

18. Phex 1039 BF, Rondratempel zu Firunen

Die Heldengruppe feierte ihren erneuten Sieg über den Korsmalbund zusammen mit den Jantareffs und den im Tempel verbliebenen Rondrianern. Während die Norbarden allen Grund zur Freude hatten, so gab es auf Seiten der Geweihten viele Verluste zu beklagen und auch wenn LEUDARA froh war, die Überwachung und die Zwänge durch IRINJE VON LEUFURTEN losgeworden zu sein, so hatte sie doch getreue Freunde verloren. Wenigstens konnte sie der Umstand trösten, dass es den Mitgliedern des Bundes nicht mehr gelungen war, die Pergamente und Folianten, welche in den letzten Wochen aus den Archiven entnommen wurden, wegzuschaffen und vor den Helden zu verbergen. LEUDARA übergab die Texte an die Gruppe mit der Hoffnung, die Helden könnten wichtige Informationen daraus gewinnen. Noch am selben Abend machte sich KALZAN, gemeinsam mit der Bibliothekarin JASSJA PUSCHINSKE, daran die Unterlagen zu durchforsten, was der Schreiberin des Tempels sichtlich viel Freude bereitete. Darauf angesprochen erklärte sie, dass sie auf direkten Befehl IRINJES seit fast einem halben Götterlauf keinen Zutritt zu ihrer Schreibstube mehr gewährt bekommen hatte und so nur erahnen konnte, wonach die Korsmaldiener suchten. Das die Verräter in ihrer übereilten Flucht nun die Schriftstücke nicht mehr mitnehmen konnte, wertete JASSJA als wohlwollenden Zeichen Rondras oder auch Hesindes.

Während der hereinbrechenden Dämmerung unterhielten sich auch die restlichen Helden mit den Norbarden und Rondrianern. Zuvor war allerdings aus der nahen Stadt Bier und ein schlachtreifes Schwein besorgt worden. Während das Spanferkel seine Runden über dem Feuer drehte und Krug um Krug geleert wurde, erfolgte ein reger Informationsaustausch unter den Feiernden. So wusste beispielsweise GALJAN DAPPERSJEN, Dienstältester des Tempels und kampferprobter Krieger, dass die Schlacht eigentlich bereits vor ihrem Beginn für sie verloren gewesen sei. Zu hoch war die Überzahl der Korsdiener. Er selbst habe nur deswegen überlebt, weil er in der Haupthalle an der Seite von LEUDARA gestanden habe und IRINJE ausdrücklich befahl ihr kein Leid zuzufügen. Erst als die Geweihte von ihr nicht abließ und mehrere Mitglieder des Korsmalbundes niedermachte, befahl die ehemalige Tempelvorsteherin lieber den Rückzug und die Aufgabe des Tempels als ihre ehemals Vertraute anzugreifen. Noch mehr Verwirrung stiftete KALZAN, welcher im Archiv des Tempels einen ungeöffneten Brief an LEUDARA gefunden hatte. Dessen Inhalt warf eine Vielzahl an neuen Fragen auf, war er doch von ihrem Ziehvater Rondrowin und tröstete sie über anscheinend tragische Ereignisse hinweg, welche vor neun Jahren stattgefunden hatten. Die Helden hörten sich daraufhin unter den verbliebenen Geweihten um und sammelten im Laufe des Festes neue Informationen über die Herkunft und den Werdegang LEUDARAS. Zusammengefasst erfuhr die Gruppe folgendes:

Leudara wurde 1001 BF geboren, wobei der Verbleib ihrer Mutter unbekannt ist. Sie wurde als Findelkind auf den Stufen des Rondratempels von Schwertbergen von dem Geweihten Rondrowin als Ziehkind angenommen und lebte die nächsten Jahre in dem Tempel. 1009 BF wurde jener eines Nachts überfallen, wobei die Tore der Trutzburg von einem unbekannten Verräter von innen geöffnet wurden. Gezielt entführten Kordiener die achtjährige Leudara und verschleppten sie ins Gebirge. Dort musste sie über mehrere Wochen hinweg Todeskämpfe gegen unbekannte Fremde austragen und zeigte wohl ein besonderes Talent und Brutalität in ihrer Selbstverteidigung. Später wurde sie dann freigelassen und als sie zurück nach Schwertbergen kam, übergab sie ihr Ziehvater an den Tempel in Firunen, da er die Sicherheit seiner Tochter im heimischen Tempel nicht garantieren konnte. Aufgrund ihrer Ehrhaftigkeit und Kampfeskraft erlangte sie landesweit Beachtung und stellte sich im Jahr 1030 BF als Kanditat zur Wahl des Adelsmarschalls. Als Nachforschungen über ihre Vergangenheit einige, nicht näher bekannte Ungereimtheiten zu Tage förderten, zog sie ihre Kandidatur zurück und beendete ihre öffentliche politische Karriere. Ihr Ziehvater schrieb ihr daraufhin zum Trost den im Archiv gefundenen und von IRINJE vor Leudara geheim gehaltenen Brief. Kurz darauf verstarb ihr Vater überraschend in seinem Bett, ohne das vorangegangene Krankheiten oder ein Grund bekannt wurden.

Da die Helden keine weiteren Geheimnisse vor ihren Verbündeten haben wollten, konfrontierten sie LEUDARA mit dem Brief ihres Vaters. Sie erhofften sich daraus Antworten auf Fragen ihrer Vergangenheit, wie etwa den Grund, warum sie nicht zur Wahl des Adelsmarschalls angetreten war oder was es mit den blutigen Kämpfen in ihrer Kindheit auf sich hatte. Die Geweihte war allerdings nicht bereit, auch nur eine Frage zu beantworten. Lediglich erwiderte sie, sie wisse woher die Drachenreiter kämen und sie müsse nun selbst zur Ordensburg des Korsmalbundes, versteckt in den Walbergen, gehen um zuerst für sich selbst Antworten zu finden. Egal mit welchem Argument die Gruppe daraufhin versuchte die Geweihte von der gefährlichen der wahrscheinlich tödlichen Reise abzuhalten, ließ sich LEUDARA auf keine weiteren Diskussionen ein und plante ihren Aufbruch für den nächsten Morgen.

Nachdem sie sich in ihr Schlafgemach zurückgezogen hatte, dauerte die Feier noch einige Stunden an und weitere Gespräche mit den noch anwesenden Geweihten folgten. Dabei erfuhren die Helden von der Gefangenschaft des jungen Magiers OLKO KNAACK, sowie den beiden Goblins BRUUTSCH und JÄÄNI. Die drei seien seit einigen Wochen in den Kerkern der Burg untergebracht gewesen und wurden, wenn man den oft zu hörenden, nächtlichen Schreien glaubte, stark gefoltert. Angeblich wollte IRINJE etwas über Zauberkunst der jungen Schamanin herausfinden und fügte deswegen sowohl ihr wie auch ihren beiden Freunden schlimme Schmerzen zu. Ob bei dieser Befragung die gewünschten Ergebnisse erzielt wurden, ist zwar ungewiss, dass jedoch die Gefangen beim Rückzug des Korsmalbundes aus Firunen mitgenommen wurden, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die junge Schamanin ihr Wissen noch nicht preisgegeben hat. Natürlich blieb es auch weiterhin ein Bestreben der Helden, die drei, wenn möglich, aus ihrer Gefangenschaft zu befreien und sie wieder sicher zurück nach Festum zu bringen. Da jedoch niemand genau wusste, wohin sich die Bündler zurückgezogen hatten, war auch das weitere Vorgehen der Helden noch nicht abschließend geklärt.

Der restliche Abend hatte dann jedoch noch weitere Überraschungen parat, als ANASTASIA sich in einem ruhigen Moment an die Gruppe wandte und ihren Abschied verkündete. Die junge Frau hatte in den vergangenen Monaten wohl genug Schauriges und Gefährliches durchgestanden, dass ein ruhiges Leben ohne Abenteuer inzwischen als erstrebenswerter erschien, als täglich aufs Neue in immer gefährlichere Situationen zu kommen. Mit großem Verständnis verabschiedeten sich die Helden von ihr und stießen noch oft auf ihre weitere Gesundheit und Erfolg an. Dies endete mit einem epischen Wettstreit, als sowohl ANASTASIA wie auch KIAN jeweils auf ein Schwein sprang, um damit ein Rennen zu veranstalten. Beide hatten großes Glück sich bei diesem Unterfangen nicht das Genick zu brechen, doch es ist ja allgemein bekannt, dass sowohl Hesinde wie auch Rahja auf die Betrunkenen immer schon ein wachende Auges geworfen hatte…

19. Phex 1039 BF, Rondratempel zu Firunen

Die morgendliche Stimmung war aufgrund der getrunkenen Menge an Alkohol leicht gedrückt und auch der im bierseligen Zustand abgeschlossene Handel von ALEKSEJ mit den Jantareffs über den Verkauf der an der Riesenburg geplünderten Ausrüstung konnte nur wenig Frohsinn verbreiten, da LEUDARA ihren Entschluss in den vergangenen Stunden nicht geändert hatte. Die Geweihte hatte sich eine dunkle Robe gehüllt und verabschiedete sich von der Gruppe, hoffte jedoch sie bald wieder zu sehen. Einen letzten Versuch sie von ihrer Reise abzubringen, wurde lediglich mit einem kurzen Kopfschütteln abgetan, ehe sie die Ordensburg, in welcher sie fast drei Jahrzehnte der Göttin des gerechten Kampfes gedient hatte, hinter sich ließ…

Da jedoch auch die Helden eine Aufgabe zu erledigen hatten, beratschlagten sie sich mit der MUHME DASCHA. Die alte Norbardin empfahl mit dem Stahl nach NORBURG zu fahren, da dort in einigen Wochen das große, nur alle vier Jahre stattfinden Bardentreffen, beginnen würde. Dies sei der perfekte Ort, um potentielle Käufer und Verbündete zu finden, aber auch um Neuigkeiten und Gerüchte zu erfahren.Da die Reise in den Norden jedoch nicht allzu lange dauern würde, entschied man sich erst einmal nach Festum zurückzukehren. Die Helden wollten ihren dortigen Verbündeten die neuesten Entwicklungen mitteilen und vielleicht ihrerseits weitere Informationen erhalten. Die Muhme stimmte diesem Umweg zu und so machte sich die Wagenkolonne der Großfamilie ein weiteres mal in Richtung Süden auf…

Finale – Teil 2 „Der Schwarze Forst“ 18.12.2021

14. Phex 1039 BF, vier Meilen hinter Bornstein

Noch am selben Abend begann die Gruppe mit der Planung eines möglichen Angriffs auf die in der RIESENBURG verschanzten Mitglieder des Korsmalbundes. Im Schutz der Abenddämmerung überflogen deshalb NOARA mit ZAHIDE in sicherer Entfernung mehrmals den großen Steinring mit dem Ahornbaum auf der Erhebung in der Mitte. Die Elfe mit ihrer hervorragenden Nachtsicht konnte zwei Dutzend Wachen in einem Lager zwischen den Felsen und mehrere Armbrustschützen in den Zweigen des riesigen Baumes ausmachen. Sehr zur Überraschung der Helden bestanden die Wache jedoch nicht nur aus Bundesbrüdern, sondern auch aus gerüsteten Rondrageweihten, wodurch die Trennung zwischen Freund und Feind zunehmend schwieriger wurde. Ebenfalls nahe am Gipfel des Hügels, versteckt unter den Ästen des Ahorns und bewacht durch die Schützen entdeckten sie, in hölzerne Käfige gesperrt, die Mitglieder der Jantareff-Sippe.

Nachdem sie ihre Beobachtungen der restlichen Gruppe mitgeteilt hatten, brach ZAHIDE nochmals allein auf. Sie näherte sich dem Gegner aus westlicher Richtung und als sie den Fuß des steilen Hügels erreicht hatte, entkleidete sie sich und schlich unsichtbar in Lager. Ihr Ziel war es, mit den Gefangenen Norbarden zu sprechen, ihnen von ihren Angriffsplänen zu berichten und sie als Mitstreiter zu rekrutieren, welche den Korsdienern in den Rücken fallen sollte, wenn die Heldengruppe angriff. Dazu wollte sie kurz vor Kampfbeginn unsichtbar im Lager warten und die Käfige öffnen. NOARA würde daraufhin einen Sack mit Waffen und Ausrüstung vom Hexenbesen fallen lassen und somit die Norbarden die Werkzeuge für ihre Flucht zur Verfügung stellen. Die ebenfalls gefangene Muhme der Familie befürwortete den Plan, musste allerdings auf ein große Problem hinweisen: Unweit der Käfig befand sich ein kreisrunder Hort aus verbrannten Gras, in dessen Mitte eine Vielzahl von Tierknochen lagen. Die alte Norbardin erzählte von einen perlweißen Drachen, der in unregelmäßigen Abständen mitsamt seiner Reiterin in der RIESENBURG landet. Auf die Frage, ob sie die Drachenreiterin erkannt habe, antwortete DASCHA, es sei IRINJE VON SCHWERTBERGEN die Vorsteherin des Rondratempels zu Firunen.

Zurück im Lager reagierten die Helden sogleich die neuen Erkenntnisse der Elfin: Sie zogen das Floß vom Flussufer in ein kleines Dickicht und deckten es mit Gestrüpp ab, damit man es vom Rücken eines fliegenden Drachens aus nicht erkennen konnte. Im Morgengrauen machten sich NOARA und TARAS zusammen auf den Weg nach Firunen. Sie wollten dringend versuchen mit LEUDARA zu sprechen und mehr über IRINJE heraus zu finden.

15. / 16. Phex 1039 BF, vier Meilen hinter Bornstein

Unbemerkt landeten Hexe und Magier unweit der Theaterburg von Firunen, welche die Rondrakirche als Tempel nutzte. Durch das offene Burgtor betraten sie die Haupthalle und bemerkten sofort die weitläufigen Bauarbeiten. Ein großer Teil des Westflügels wurde zu einem Korschrein umgebaut und erweitert. Auch wenn der Glaube an Kor weit verbreitet und nicht verboten war, so deuteten die beiden Helden dies für sich und ihre Sache als schlechtes Zeichen, war es doch nur schwer vorstellbar das es sich um bloßen Zufall handelte, wenn die Vorsteherin des Tempels mit dem Korsmalbund zusammenarbeitete und gleichzeitig ihr Tempel derart umgewidmet wurde. Diese Befürchtung bestätigte sich im folgenden Gespräch mit der Geweihten Leudara. Als jene sich den Helden zuwandte, traten auch die Handwerker der Baustelle unmerklich näher heran. Sie legten kurze Pause ein, tranken einige Schluck aus dem Wasserbecken oder betrachteten übertrieben lange die ausliegenden Baupläne und Zeichnung. Offenbar konnte Leudara nicht offenen Wortes sprechen ohne das mitgehört wurde. Der Raffinesse des Magiers war es jedoch zu verdanken, dass sich bereits nach wenigen Sätzen ein Verständnis und eine Geheimsprache zwischen ihm und der Geweihten entwickelte. So sprachen sie über die Bauarbeiten und über die Bereicherung des Tempels durch den Schrein. Auch brachte TARAS seine Sorge zum Ausdruck, ob jener denn fertig werden würden, wenn die in der Bevölkerung bereits ungeduldig erwartete Stahllieferung aus Irberod ankam und das damit verbundene Fest stattfinden würde. Leudara erwiderte darauf, dass man nie wissen konnte wann die Helden den Wald durchquerten, die Vorsteherin jedoch bereits alle nötigen Vorbereitungen für einen ehrwürdigen Empfang getroffen hätte. Auch werde sie in zwei Tagen einen Teil ihrer Männer von einer wichtigen Aufgabe im Westen abziehen und sie als Unterstützung den Bauarbeiten zuweisen, um jene zu beschleunigen.

Nach diesem Gespräch verließen die beiden die Ordensburg und kehrten zu ihren Gefährten zurück. Die Informationen, welche TARAS aus diesem verschlüsselten Gespräch erhalten hatte, waren folgende: Leudara konnte nicht frei sprechen, da der Korsmalbund die Kontrolle über den Firuner Rondratempel hatte. Die Tempelvorsteherin IRINJE war ebenfalls auf deren Seite und die Reiterin des Perldrachens. Sie war auch für den Hinterhalt an der Riesenburg verantwortlich. Der Stahl sollte offiziell nie in Firunen eintreffen, sondern heimlich zur Bewaffnung des Bundes genutzt werden. Die Geweihte würde in zwei Tagen alle ihr treuen Rondrianer vom Born zurück nach Firunen rufen. Auch Drache und Reiterin würden dann nicht anwesend sein und so würde dies einen perfekter Zeitpunkt für einen Angriff durch die Helden darstellen.

Sofort machten sie sich daraufhin an den Aufbau eines Lagers und der Ausarbeitung des Angriffsplans. Dazu gehörte ebenfalls das weitere Ausspähen des Feindes und das Sammeln nützlicher Informationen. Diese Vorbereitungen zogen sich bis spät in die Nacht zum 17. Phex hinein und wurden jedoch durch das Auftauchen des Perldrachens jäh unterbrochen, welcher am Nachmittag des 15. mitsamt seiner Reiterin auftauchte, den Born entlang bis zum Waldrand flog und offenbar nach dem Floß Ausschau hielt. Die Umsicht der Gruppe ihr Transportmittel am Vortag zu verstecken hatte ihnen somit vermutlich das Leben, zumindest aber den Stahl gerettet. Der Drache kehrte zur RIESENBURG zurück, riss unterwegs ein Schaf und landetet dann auf der Hügelkuppe neben dem Ahorn.

NOARA hatte ihre Erkundung inzwischen ebenfalls abgeschlossen und auf der anderen Flussseite ein kleines Zelt mit drei Kultisten entdeckt. Jene gaben sich als Wanderprediger Kors aus, welche am Straßenrand lagerten, allerdings in Wirklichkeit nur die nördliche Seite der Kette bewachten, welche über den Born gespannt war um das Floß aufzuhalten. Das kleine Lager wurde daraufhin in die Angriffsplanung mit aufgenommen und NOARA sollte sich aus der Luft darum kümmern.

Am späten Nachmittag des 16. Phex machte sich die Hexe abermals in Richtung Firunen auf. Von der Muhme hatten sie erfahren, dass die Sippe der Jantareffs unweit der freien Stadt lagerte. NOARA hatte keine Schwierigkeit die Nordbarden ausfindig zu machen. Sie erläuterte den fahrenden Händlern ihre Pläne über den Angriff auf die RIESENBURG und als jene erfuhren, dass dort ihre bereits vermissten Familienmitglieder gefangen gehalten wurden, sicherten sie umgehend ihre Unterstützung zu. Allerdings hatten die Helden nicht die Absicht, sie direkt im Kampf einzusetzen. Vielmehr sollten sie beide Seiten des Flusses absichern und somit verhindern, dass eventuell flüchtende Mitglieder des Bundes im Rondratempel Alarm schlagen und IRINJE warnen konnten. Auch wenn viele der Norbarden lieber eine aktivere Rolle übernommen hätten, so versprachen sie auf die Brücke vor der Stadt und die Ufer zu achten und jeden aufzuhalten der aus Richtung Westen kommen würde.

17. Phex 1039 BF, in der Nähe der RIESENBURG

Den Tag verbrachte die Gruppe mit Erholung, um für die Anstrengungen der Schlacht gerüstet zu sein. Beobachtungen des Feindes zeigten, dass Leudara ihr Wort gehalten hatte. Zur Mittagsstunde zogen zwölf Rondrianer Richtung Osten davon, halbierten die Truppenstärke und verdoppelten die Chance der Helden. Auch der Perldrache samt IRINJE flog davon. Der Zeitpunkt des Angriffs wurde auf die Abenddämmerung festgelegt. Als es schließlich soweit war, zogen die Helden das Floß in die Strömung, machten es mit Tauen fest und begaben sich in Position. NOARA zerschnitt die Leinen und das Floß machte sich auf dem Weg in Richtung der Ketten. Die Hexe nahm auf dem Rückweg zum Lager ALEKSEJ SOROKIN auf ihrem fliegenden Stab mit und setzte ihn leise in der Baumkrone des Ahornes unmittelbar über den wartenden Armbrustschützen ab. Wenige Minuten später verfing sich das Floß in den Ketten. Die Bündler am Ufer riefen den Alarmfall aus und die Aufmerksamkeit konzentrierte sich in Richtung des Flusses. Diese Ablenkung nutzte ALEKSEJ und erschoss einen der Armbrustschützen mit seiner eigenen Armburst und den zweiten mit der Ballistrina. Nachdem er den Baum verlassen hatte und die unmittelbare Umgebung sicher war, ließ NOARA das vorbereitete Packet mit Dolchen und Kleidung für die Norbarden fallen. Jene wurden daraufhin befreit, ausgerüstet und zogen den Hügel hinunter Richtung des Hauptlagers. Zwei weitere Wachen wurden dort ungesehen aus dem Weg geräumt.

Mit der Ankunft des Floßes hatte auch die zweite Gruppe ihren Angriff begonnen. TARAS, DIMM und AMIR näherten sich von der gegenüberliegenden, südlichen Seite aus und überrumpelten die Wachen. Der Magier erzeugte eine starke Explosion durch seinen Zauberstab und die beiden Nahkämpfer rieben die Überlebenden in Zweikämpfen auf.

Nachdem NOARA die Ausrüstung der Norbarden abgeworfen hatte, wollte sie sich um die drei Bündler von der anderen Flußseite kümmern. Jene hatte, wie sicherlich im Vorfeld abgesprochen, ein Boot von der Nordseite des Born zum Floß in der dessen Mitte gefahren und stellten nun fest, dass jenes verlassen war. Das es sich hierbei wohl um einen Hinterhalt handelte, konnten sie jedoch ihren Kammeraden nicht mehr mitteilen, da die heranfliegende Hexe mittels einer Öllampen Boot, Floß und auch die beiden Kordiener in Brand setzte. Jene sprangen in die kalten Fluten des Born um die Flammen zu löschen, nur um kurz darauf zu ertrinken. Die Hexe setzte ihren Flug auf die andere Flussseite fort, entzündete dort das Zelt und vertrieb den dritten Bündler. Um ihn sollten sich später die Jantareffs kümmern.

Währenddessen entbrannten weitere Kämpfe im Lager und am Bornufer. Auch hier hatte die Hexe mehrere Feuer mittels zertrümmerter Sturmlaternen gelegt. Als schließlich die ehemals gefangenen Jantareffs den Fuß der RIESENBURG erreichen, wendete sich das Blatt endgültig zum Vorteil der Helden. Die restlichen Feinde wurden niedergemacht und als das Madamal zur Mitternachtsstunde hinter den Wolken hervorkamm, hatte die Gruppe aufgrund ihrer vorausschauenden Planung einen weiteren Sieg gegen den Korsmalbund errungen. Die Helden zogen sich daraufhin in ihr Lager zurück und verbrachten eine verdient erholsame Nacht.

18. Phex 1039 BF, in der Nähe der RIESENBURG

Im Morgengrauen traff der Wagenzug der Familie Jantareff im Lager der Helden ein. Die Wiedersehensfreude zwischen den Gefangenen und der restlichen Familie ist groß und auch die Dankbarkeit der Norbarden den tapferen Befreiern gegenüber schien keine Grenzen zu kennen. Nach einer kurzen Besprechung wurde entschieden, den Stahl auf die 15 Wägen der Familie zu verteilen und ihn so heimlich in Sicherheit zu bringen.

Gemeinsam setzte man nach dem Frühstück die Reise nach Firunen fort. Dort angekommen schlugen die Händler ihre Wagenburg auf einer Wiese vor dem Rondratempel auf und die Helden näherten sich langsam dem seltsamerweise verschlossenen Hauptportal. Wie sich kurz darauf herausstellte, hatte es in der vergangenen Nacht einen erbitterten Kampf zwischen den zurückgekehrten, Leudara gegenüber treuen Rondrianern und den verbliebenen Mitgliedern des Bundes gegeben. Auch wenn die Anhänger der Leuin den Sieg erringen konnte, so waren doch Verluste zu beklagen und neben der Geweihten waren nur noch drei weitere Getreue mit dem Leben davongekommen. IRINJE VON SCHWERTBERGEN war jedoch zusammen mit den Überlebenden des Bundes und dem Perldrachen entkommen. Helden und Geweihte redeten noch bis in die tiefe Nacht hinein und verbrachten auch den nächsten Tag im Schutze der Burg. Viele wichtige Informationen wurden dabei ausgetauscht, neue Erkenntnisse gewonnen und sogar ein altes Geheimnis aufgedeckt…

Finale – Teil 1 „Der Schwarze Forst“ 20.11.2021

11. Phex 1039 BF, In der Traumwelt MILZENIS

Auch wenn ELIDYA besiegt werden konnte, so musste die Gruppe doch den Verlust von DIMM und TARAS in Gestalt von Wildschwein und Frosch beklagen. Lange hielt diese Trauer jedoch nicht an, da auf der Schnauze des gefallenen Ebers ein kleiner, sprechender Floh entdeckt wurde, welcher sich sogleich als DIMM vorstellte. Ob dieses kleine, hüpfende Wesen beim Kampf gegen ZELDA nützlich sein würde und ob auch TARAS, welcher ja vom Kopf des Riesen in die Tiefe geschleudert wurde, ebenfalls wiederkommen würde, konnte abschließend noch nicht geklärt werden. Da man ansonsten kein anderes Ziel hatte, machten sie die Helden gemeinsam auf den weiteren Weg Richtung der Ohren, den lauten Trommelschlägen folgend. KALZAN, in Gestalt einer fast einen Schritt hohe Eule, nahm den zurückgelassenen Zauberstab der Hexe an sich.

Das Ohr des Riesen befand sich an der Seite seines Kopfes, also aus der Perspektive der Helden betrachtet inmitten einer Steil abfallenden Felswand. Sie näherten sich, indem sie durch den Haaransatz kletterten. Von dieser Position aus sahen sie ein hölzernes Gerüst, welches am Rand der Ohrmuschel errichtet wurde und bis zum Gehörgang hinaufführte. Jener wirkte wie eine finstere Höhle von mehreren Schritt Durchmesser und davor saßen zwei der Hexen und schlugen Abwechseln die dort aufgebaute Trommel. Die Vermutung der Helden, jede Hexe haben sich mit einem Paraphernalium und einer dazu passenden Aufgabe in den Traum begeben, schien sich hier abermals zu bestätigen. Wie zuvor bereits ELIDYA mit dem von ihr geführtem Zauberstab, befand sich dort an der Trommel IBRA. Die zweite Tochter Satuarias war YASINDE. Da jene den Wasserkrug, der im Ritualkreis zwischen ihren Beinen gestanden hatte, nicht mehr bei sich trug, schien sie nach Theorie der Helden ihre Aufgabe bereits abgeschlossen zu haben und nun ihrer Kameradin bei der Trommel zu unterstützen.

Ein erster Aufklärungsflug von ANASTASIA endete jäh, da die Trommelschläge aus der Nähe ein Denken oder bewusstes Handeln aufgrund ihrer enormen Lautstärke unmöglich machten. Es war gut nachvollziehbar, dass ein derartiger Lärm den Riesen im Schlaf stark reizen konnten. Da eine direkte Annäherung nicht möglich war, begannen Rabe und Eule Steine aus dem nahe Wald beziehungsweise dem Haarwuchs des Riesen heranzuschaffen und auf das Holzkonstrukt zu werfen. Auch hier zeigte sich die Eigentümlichkeit der Traumreise, denn die Felsen, die die beiden Vögel zu tragen in der Lage waren, schienen keinerlei Grenzen gesetzt. Steinbrocken in der Größe von Ochsen warfen die Helden somit auf die Hexen und beschädigten zusehends das Podest auf welchem die Trommel stand. An der Unterseite des Ohres hatte sich inzwischen ALEKSEJ als gewandter Luchs herangeschlichen und mit schierer Willenskraft den Lärm der Trommel überwunden. Er saß nun direkt unterhalb der hölzernen Plattform und begann mit seinen scharfen Krallen die tragenden Seile zu zerreißen.

Diese zunehmende Bedrohung blieb auch bei den Hexen nicht unbemerkt und so ließ YASIDE von der Trommel ab, sprang in die Tiefe und verwandelte sich ihrerseits in einen Jagdfalken. Sogleich nahm sie in neuer Gestalt die Verfolgung der fliegenden Helden auf und es war sicherlich auch ein Hauch Glück mit ihm Spiel, als es ANASTASIA nach einem Warnschrei von KALZAN gelang, in letzter Sekunde einem Angriff YASIDES auszuweichen. Die Hexe, in vollem Sturzflug an der Heldin vorbeigeflogen, schafften es nicht mehr zu bremsen und schlug eine tiefe Schneise in den Wald. Da sich daraufhin kein Lebenszeichen mehr von der Hexe ausmachen ließ, beschlossen die Helden sie nicht im Dickicht des Riesenhaares zu verfolgen, sondern abermals die Trommel anzugreifen. Mit einigen weiteren Felsbrocken und der zerstörerischen Hilfe des Luchses, brach die Holzkonstruktion schließlich in sich zusammen und begrub Hexe und Trommel unter sich. Wie bereits zuvor ELIDYA wurde nur noch das Gewand der Gegnerin gefunden, was die Gruppe als gutes Zeichen deutete. Die Trommel hatte hingegen den Absturz unbeschadet überstanden, was wohl auf deren magischen Charakter zurückzuführen war. Aus Ermangelung an besseren Ideen wurde jene zusammen mit dem Zauberstab von dem Riesenkopf in den Abgrund darunter geworfen, womit sie zumindest vorerst auch den Hexen nicht mehr zur Verfügung standen.

Nachdem nun zwei oder vielleicht sogar drei der Hexen ausgeschaltet waren, machten sich die Helden auf den weiteren Weg. Da Rabe und Eule mit den Felsen gezeigt hatte, dass sie scheinbar unglaubliche Gewichte zu tragen vermochten, krabbelten die anderen Heldentiere auf die beiden Vögel und so setzte die Gruppe die Reise fliegend fort. Da den Riesenleib immer wieder heftige Zuckungen durchliefen und er mit ausgebreiteten Armen in der Luft zu schweben schien, beschloss man seine Arme und Hände genauer zu betrachten. Am Handgelenk des rechten Arms fanden sie schließlich riesige, schmiedeeiserne Fesseln. Jene hingen an ebenso großen Ketten und liefen in ein schwingendes Pendel aus. Rasch brachten die Helden das Pendel, welches als ein Zeichen für die Magie URNISLAW zu deuten war, mit dem Bann des Riesen an die Sarnquelle in Zusammenhang. Als der Riese wieder laut und wütend aufstöhne, zerrte er so stark an seinen Fesseln, dass die Kettenglieder quietschten. Dies war eindeutig ein Traumbild für den Fortschritt der Hexen den Bann zu brechen und MILZENIS zu befreien. Da es an den Handgelenken für die Helden nichts weiter zu entdecken gab, flogen sie wieder zurück und erkundeten diesmal den Bereich unterhalb des riesenhaften Körpers. Dort hatte sich Schatten ein Wald gebildet und jener war unter dem Steiß des Riesen zu hunderten Schritt Höhe angewachsen. Durch die Äste der anormalen Bäume kletterten vielerlei Waldgetier, wobei all jene mit Hörnern und Fangzähnen bewaffnet waren. So sahen die Helden fliegende Kaninchen mit Widderhörnern und Rehe mit den Fängen von Bären und Wölfe. All diese Tier schienen aus dem Waldstück unterhalb des Riesen nach oben zu streben, nur um dort oben in dessen Beinkleider zu kriechen. Die Vorstellung was diese Hundertschaft an tollwütigem Getier in der empfindsamen Lendenregion dem Riesen für Ungemach bringen würde, bestätigte ein abermals wütendes Brüllen und ein starkes Zerren an den Ketten. Die Helden wandte sich daraufhin dem Grund des unnatürlichen Waldes zu. Jener entsprang aus einem ungefähr hundert Schritt durchmessenden Tal, welches mit klarem Wasser gefüllt war. Die Helden beobachteten ein Eichhörnchen, welches sich dem Wasser näherte und daraus trank. Nachdem es sich kurze Zeit später mit Fledermausflügeln in die Luft erhob, folgerte die Gruppe daraus, dass das Wasser der Ursprung dieser Plage war. Sie umrundeten das Tal in einigem Abstand und fanden den Holzeimer, welchen YASINDE ursprünglich bei sich hatte, umgestürzt am Rand des Tümpels liegen. Das Wasser schien aus ihm zu fließen, die Bäume und Tiere zu verändern und damit dann wie Filzläuse die Qual des Riesen zu ermöglichen.

Rasch wurde über die Möglichkeiten gesprochen MILZENIS zu helfen und am einfachsten schien die Entfernung des Eimers zu sein. Langsam näherte sich der Luchs dem Behältnis, doch eher er auf zehn Schritt heran war, tauchten zwei riesige Braunbären, getragen auf jeweils vier Paar Spinnenbeinen aus dem Unterholz auf und bewachten den Ritualgegenstand. Dies kam für die erfahrenen Helden natürlich nicht allzu überraschend, war doch kaum damit zu rechnen, dass die Hexe ihr Werk ohne Wächter zurückgelassen hätte.

In Anbetracht der schieren Größe der Bären wusste die Gruppe vorerst jedoch nicht weiter. Man besann sich dann jedoch wieder auf die jeweiligen Erscheinungsformen der Helden und was die Tiere denn besonderes könnten. Rabe und Eule konnten fliegen und dennoch große Lasten bewegen. Vielleicht war auch den anderen Helden nur ähnlich großzügige Grenzen gesteckt. Jeder experimentiere mit seiner Gestalt ein wenig herum und bald zeigten sich neue Fähigkeiten und deren Potenzierung wenn sie zusammenarbeiteten. So vermochte die Schlange ähnlich wie eine Speikobra ihr Gift zu verspritzen. Der Floh erreichte eine enorme Sprungkraft und glich dadurch mehr dem Geschoss einer zwergischen Ballestrina als einem kleinem Insekt, wogegen das Eichhörnchen mit atemberaubenden Tempo Tunnel und Löcher in den Boden graben konnte.

In Anbetracht dieser neuen Fähigkeiten wurde ein abenteuerlicher Plan gefasst: Während die Schlange ihr Gift auf die Bären spukte, sollte der Floh von einem Baum abspringen und versuchen den missgestalteten Baumbewohner am Kopf zu treffen. In der Zwischenzeit würde NOARA in Gestalt das Hörnchen einen Tunnel zum Grund des Tales graben und dass aus dem Eimer ausgelaufene Wasser in eine nahe Schlucht ableiten. All dies gelang mit erstaunlichen Ergebnissen: Das Gift der Schlange erwies sich als ausgesprochen ätzend und zersetzte den Kopf des ersten Bären bis hinab zum Schädelknochen. Der zweite Bär brach tot zusammen, als er vom Floh regelrecht durchschlagen wurde. Danach war es kein Problem mehr den Eimer aufzurichten und das weitere Auslaufen des magischen Wassers zu verhindern. Auch die Trockenlegung des kleinen Sees gelang wie geplant. Die Tunnel des Eichhörnchens ließen ihn bis zum Grund austrocknen und kaum war das letzte Wasser verschwunden, begannen auch die monströsen Bäume zu welken. Ebenso verloren die Tiere ihre Fähigkeiten zu fliegen und zu klettern und hunderte von Hasen, Marder, Rehe, Wildscheine und Dachse stürzen von den Lenden des Riesen in den Tod.

Der Triumph über diesen Sieg weilte allerdings nicht lange. Nach einem kurzen, wohligen Seufzer, als die Qual in seinem Schritt nachließ, stieß MILZENIS einen weiteren, diesmal umso lauteren Schrei aus. Der riesenhafte Körper bäumte sich auf und mit einem ohrenbetäubenden Kreischen riss eine der Kette, die seine Arme fesselten. Der Riese versuchte nach etwas hinter seinen Schultern zu greifen und so wussten die Helden, wo sie ihre Suche fortzusetzen hatten. Wieder trugen Eule und Rabe die Gefährten den mehrere Meilen langen Körper entlang. Schon von weiten sahen sie die alte NEUNHILD. Die Hexe war nun jedoch auf gut zweihundert Schritt Höhe angewachsen und umtanzen einen noch höheren Ahornbaum. Jener Baum schien während ihres Tanzens ständig weiter zu wachsen und seine Krone bohrte sich zwischen die Schulterblätter des Riesen, was ihm große Schmerzen zu verursachen schien.

Durch ihre neuen Fähigkeiten hatten die Helden jedoch auch neues Selbstvertrauen gewonnen und so plante sie NEUNHILD ebenso anzugreifen wie zuvor die Spinnenbären. Dabei unterlief DIMM jedoch ein folgenschwerer Denkfehler: In Gestalt des Flohs wollte er auf die Hexe hüpfen, übersah jedoch, dass er noch immer auf der Schlange saß. Als er nun absprang, zerriss es das Traumbild, welches AMIR darstellt in einen feinen Nebel aus Blut und Schlangenfetzen. Auch wenn dies einen kurzen Rückschlag bedeutete, so begann sogleich die Gruppe nach der neuen Form ihres kampferprobten Kameraden zu suchen. AMIR in der Zwischenzeit war von dem zerrissenen Schlangenkörper in die weit weniger epische Form eines Regenwurms gewechselt.

Nachdem der Gefährte wiedergefunden war, begann die Gruppe mit dem Angriff: NOARA grub sich in das Wurzelwerk des großen Baumes und wollte ihn somit fällen. Der Luchs wurde von der Eule auf die Schulter der Hexe geflogen und begann sogleich sich mit Klauen und Zähnen in das innere des Hexenhalses zu graben. DIMM hatte eine gute Absprungposition gefunden und sprang durch die Schläfe in den Kopf der Hexe. Der Rest des Plans verlief ähnlich zufriedenstellend wie die Trockenlegung der Talsohle kurz zuvor: Das Eichhörnchen grub in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit einen tiefen und breiten Graben, bis die schiere Größe des Ahorn den Baum zum Umstürzen brachte und somit die Pein des Riesen beendete. DIMM in der Zwischenzeit steckte in der Schläfe des riesigen Hexenkopfes direkt an dessen Schädelknochen. Als der Floh daraufhin versuchte aus der Hexe wieder herauszuspringen drückte er in einer gigantischen Implosion den Kopf NEUNHILDs, sodass dessen Inhalt zu Augen, Mund und Nase herausspritze. Die Hexe löste sich auf und verschwand, noch ehe der tote Leib den Boden erreicht hatte.

Auch dieser Sieg konnte die Gruppe jedoch nur kurz erfreuen, ertönte nicht nur ein Wütender Schrei vom ZELDA, welche offenbar das Versagen ihrer Hexenschwestern bemerkt hatte, sondern auch der Riese schrie in nie gehörter Weise aufgrund von neuen Schmerzen. Schnell begab such die Gruppe auf die Oberseite des Riesen, wo riesenhaft Version ZELDAS einen gigantischen Speer in die Brust MILZENIS stieß. Die Spitze dieses Speers bildete der Rote Schleifstein, den sie wiederum als Paraphernalium in den Traum gebracht hatte. Die Helden, die nun über den Nutzen und die Macht ihrer Kräfte ausreichend Bescheid wussten, griffen gemeinsam an: Der Wurm, welcher die große Gabe des unglaublichen schnellen Fressens entwickelt hatte, vergrub sich sofort in den hölzernen Schaft des Speers. Das Eichhörnchen zernagte die Seile, welche den Schleifstein hielten. Luchs, Rabe und Floh griffen direkt den Kopf der Hexe an. Die rohe Kraft der Helden machte ZELDA zu schaffen und die Durchschlagskraft des Flohs ließ ihre Augen wie rohe Eier platzen als er in sie hineinsprang. Der Luchs grub sich in ihren Hals und zerfetzte ihre Adern und als schließlich der Schaft des Speeres bracht, stürzte sich die Hexe zu Tode.

Der Riese stöhnte ein letztes Mal auf als der Schleifstein aus seiner Brust glitt und somit waren die Hexen besiegt. Ob die gerissene Kette der rechten Hand eine Schwächung des Banns bedeutete, konnte nicht geklärt werden, jedoch würde sich die Nachricht sicherlich rasch im Bornland verbreiten, wenn MILZENIS sich plötzlich weiter von der Sarnquelle entfernen können würde.

Mit dem Tod der letzten Hexe löste sich auch der Traum auf und die Helden erwachten wieder in der Höhle. BISMINKA hatte sich in der Zwischenzeit den der Reihe nach erwachenden Gefährtinnen ZELDAS gewidmet und jede von ihnen mit Tauen gefesselt. Nach einer kurzen Besprechung wurde beschlossen, sie den Hochelfen zu übergeben, da jene wohl am ehesten als die Herrscher des Bornwalds zu betrachten seien und vom Treiben der Hexen nicht sonderlich erfreut waren. Auch für die toten Vögel in den Bäumen, welches ZELDA durch die Goblins hatte verteilen lassen, würden sie sich nun verantworten müssen…

Nachdem dies geklärt war, machte man sich schleunigst auf den Rückweg zum Lagerplatz. Eine Begegnung mit dem jederzeit erwachen könnenden Riesen wollten die Helden nicht riskieren.

Während des Rückwegs schien ALRIKSEJ wesentlich besser auf die Gruppe zu sprechen zu sein. Er entschuldigte sich für sein Verhalten und erklärte, BISMINKA habe ihm viele Dinge von RICARDA erzählt, die er noch nicht wusste. Auch habe sie ihm ein starkes Gegenmittel gegen die Liebestränke gegeben, mit welche die junge Hexe über Wochen hinweg den Norbarden gefügig und beeinflussbar gemacht hatte.

12. Phex 1039 BF, Mündung des Sarn in den Born

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht erwachten die Helden am späten Vormittag. BISMINKA und die Hexen waren bereits am Vorabend in die Hochelfenstadt zurückgekehrt, womit die Helden an diesem Tag nichts weiter zu tun hatten als das Floss zu reparieren und den Stahl zu verladen.

Am späten Nachmittag kam es dann doch noch zu einer berichtenswerten Begegnung, als drei Goblinkinder versuchten die Gruppe zu überfallen. Da sie jedoch nur ein Messer und eine rostige Holzfälleraxt bei sich hatte, machten sich AMIR und DIMM nicht einmal die Mühe ihre Waffen zu ziehen sondern verdroschen sie mit bloßen Händen. Wie sich herausstellte, waren die Kinder die einzigen Überlebenden des von den Hochelfen fast vollständig ausgerotteten Stammes von Goblins, welche den Hexen geholfen haben. Die Bitte der Kinder sie mit dem Floss aus dem Bornwald zu nehmen, lehnte die Helden allerdings schweren Herzens ab, da sie meinte die Überlebenschancen der jungen Rotpelze sei im vertrauten Wald höher als in dem von den Bronjaren beherrschten Umland, wo sie höchsten gefangen genommen und in die Sklaverei verkauft werden würden.

13. Phex 1039 BF

Reise auf Born in westlicher Richtung.

14. Phex 1039 BF, am Waldrand

Am Nachmittag erreichte das Floss endlich den Rand des Bornwalds. Die erste Siedlung, nur eine knappe Meile hinter dem Waldrand, war Bornstein. Die wehrhafte Ortschaft mit einer kleinen Trutzburg hatte seit über zwei Jahrhunderten die Aufgabe den Born zu beobachten und sicher zu stellen, dass sich keinerlei Waldbewohner auf dem Wasserweg ins Reich der Bronjaren eindrang. Da so etwas jedoch ebenfalls seit über zwei Jahrhunderten nicht vorgekommen war, zeigte sich auch der Fischer am Steg des kleinen Hafens sehr überrascht jemanden auf dieser Wasserstraße reisen zu sehen. Rasch machte er sich davon um von seiner Beobachtung, vermutlich in der Dorfschenke, zu berichten. Darüber konnte sich die Gruppe jedoch nur kurz Gedanken machen, da ein Pfeil, abgeschossen aus einem Baum am Uferrand, ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Schütze sprang aus der Baumkrone und ein von ALEKSEJ abgeschossener Pfeil, prallte an einer Eisenplatte ab, welche der Fremde unter seinem Hemd versteckt hatte. Daraufhin erhob er die Hand zum Gruß und warf seine Armbrust ins Gras. Von diesem seltsamen Verhalten nicht wenig irritiert steuerten die Helden die Böschung an, machten das Floss fest und stellten den Unbekannten zur Rede. Jener gab sich als Bote zu erkennen, der einen wichtigen Brief an die Gruppe zu überbringen hatte und mit dem Pfeil lediglich die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Sein verschmitztes Lächeln wie auch der Umstand das er aufgrund der Eisenplatte wohl genau wusste das man auf ihn Schießen würde, ließ rasch den Verdacht aufkommen, dass es sich bei dem jungen Mann nicht um einen normalen Boten handeln könnte.

Der Brief wiederum, den er den Helden aushändigte, war alles andere als erfreulich: Von einer „unbekannten Freundin“ verfasst, warnte er die Gruppe vor einem Hinterhalt. Der Korsmalbund hatte einige Meilen vor Firunen bei der RIESENBURG, einem Felsmassiv mit einem riesigen Ahornbaum in dessen Zentrum, einen Hinterhalt vorbereitet. Schwere, schmiedeeiserne Ketten waren dort über den Born gespannt worden und sollten das Floss zum Anhalten bringen. Mehrere Dutzend der Bundesbrüder würden daraufhin die Helden aufreiben, den Stahl an sich nehmen und das Floss versenken. Offiziell wäre dann der Stahl im Bornwald verloren gegangen. Als zusätzliches Druckmittel gegen ALRIKSEJ wurde DASCHA, die Muhme des Jantareff-Klans soweit ein halbes Dutzend weiterer Familienmitglieder, gefangen genommen und in der Nähe des Ahorns in große Käfige gesperrt.

Die Helden legte aufgrund der neuen Umstände eine längere Pause ein um sich beraten. Gegen Abend schlugen sie außerhalb der Sichtweite von Bornstein ihr Lager auf. Mit dem Boten hatte sie sich inzwischen ebenfalls länger unterhalten und auch wenn sie nur Andeutung und das eine oder andere Lächeln als Antwort, nie jedoch ein klares Ja oder Nein erhielten, waren sie inzwischen fest davon Überzeugte es mit einem Diener Phexkirche zu tun zu haben. Die Füchse beobachteten die sich verschärfende Lage und hatten sich noch für keine Seite entschieden, sich allerdings aufgrund des sich ausbreitenden Korglaubens in der bornischen Rondrakirche für eine gewisse Beteiligung entschieden. Am Ende dieses Tages hatten die Helden folgende neuen Erkenntnisse als Grundlage für ihr Zukünftiges Handeln:

Der Brief bewies die Beteiligung des Firuner Rondratempels am Korsmalbund wie auch die Pläne der Kirche mehr Macht und Einfluss im Bornland zu erhalten. Der Stahl sollte zur Ausrüstung des Bundes genutzt werden, jedoch vorerst noch die Beteiligung der Tempelvorsteherin IRINJE an dieser Verschwörung decken.

Einig waren sich die Helden darin, dass die geheime Freundin höchstwahrscheinlich Leudara war, die nach ihrem Gesprächen in Irberod über ihre zukünftige Position innerhalb der Rondrakirche und des Korsmalbundes nachgedacht hatte und sich nun für die Seite der Gruppe entschied.

Der Hinterhalt an der RIESENBRURG war bereits vorbereitet, doch noch hatten die Bündler ihre Anwesenheit nicht bemerkt. Nun lag es an den Helden sich einen Schlachtplan und ein weiteres Vorgehen zu überlegen…

7. Spielabend „Der Schwarze Forst“ 18.10.2021

10. Phex 1039 BF, Hochelfenstadt Siridan

Das Gespräch mit BISMINKA VON JASSULA zog sich noch einige Zeit hin, dann waren die Helden jedoch bereit der alten Hexe zu glauben und mit ihr gemeinsam die alte Elfenstadt wieder zu verlassen. Da die Elfen offenbar ein Interesse daran hatten, dass der Plan der Hexen, den an die Sarnquelle gefesselten Riesen MILZENIS zu befreien, nicht aufgehen sollte, erlauben sie der Gruppe die Stege und Brücken der Stadt zu nutzen, um somit schneller und unbeschwert über die Wipfel der Bäume reisen zu können. Rasch wurde daraufhin das Lager am Waldboden abgebrochen, der Stahl für den weiteren Transport in handliche Bündel geschnürt und alles mittels Hexenbesen auf die Wipfelstege gebracht. Die Wanderung über den Baumkronen dauerte dem gesamten Tag und in einem aus gewachsenen Ästen bestehenden Baumhaus übernachtete die Gruppe, ständig beobachtet von wachsamen Elfenschützen mit griffbereiten Bögen…

11. Phex 1039 BF, Über dem Bornwald

Bis zum frühen Nachmittag setzten die Helden ihre Wanderung fort, ehe sie die Mündung des Sarn in den Born erreichten. Sie kletterten von den Bäumen herab und trafen am Boden des Waldes auf einen weiteren Elfen. Jener hatte offenbar auf sie gewartet und ließ durch astrale Kraft eine Brücke aus weisem Licht entstehen, auf welcher sie ohne Probleme den breiten Fluss überqueren konnte. Auch wenn dies eine willkommene Erleichterung ihrer Reise war, so deuteten die Gruppe dies doch als weiteres Zeichen, wie sehr den edlen Elfen ihre Anwesenheit missfiel und sie ihnen jede Unterstützung zukommen ließen, nur um die kurzlebigen Menschen schnell wieder los zu werden.

Auf der anderen Seite des Borns rasteten sie kurz und beschlossen den Stahl zu vergraben. Unweit des Ufers fanden sie die Überreste ihres Floßes. Die Hexen um ZELDA waren nur an dem außen angebrachten Hexenholz interessiert gewesen und hatte für die restliche Konstruktion keine Verwendung. Sobald das Problem mit dem Riesen gelöst war, wollten die Gruppe hierhin zurückkehren, den vergrabenen Stahl bergen, das Floß notdürftig reparieren und ihre Reise nach Firunen fortsetzen.

Das diese Pläne mitunter zu optimistisch sein könnten, wurde ihnen beim Angriff eines Schwarms sehr großer Fledermäuse schlagartig bewusst. Die Tiere hatten in den Baumkronen gehangen und waren von den Geräuschen der Helden aufgeschreckt worden. Ein kurzer, jedoch schwerer Kampf entbrannte, den die Helden jedoch für sich entscheiden konnten. Im Anschluss daran kam es zu einem heftigen Streit zwischen ALRIKSEJ und der Gruppe, da der Norbarde wieder einmal die Elfe für den Tod seiner Verlobten verantwortlich machte. Auch sah er noch immer keinen Sinn darin, sich in die Pläne der anderen Hexen einzumischen. Er und FABIUS waren dafür das Floß sofort zu reparieren und die Reise nach Firunen fort zu setzten. Beinahe wäre es zu einem Kampf zwischen den Gefährten gekommen, hätte sich vom Fluss her nicht unbemerkt eine der großen Wasserschlangen genähert. Mit einer schnellen Bewegung packte sie den Seekadetten und verschwand mit ihm in den Tiefen des Borns. Für weitere Streitereien blieb keine Zeit denn nur Sekunden nach der ersten, tauschte eine zweite Schlange auf. Jene hatte es auf den Norbarden abgesehen und nur ein beherzter Sprung konnte ihn davor bewahren, dass Schicksal des unglücklichen FABIUS zu teilen. Da die Wasserschlange ihre Beute jedoch nicht einfach so aufgeben wollte, glitt sie aus dem Wasser und bewies den Helden, dass sie auch an Land einen ernst zu nehmenden Gegner darstellte. Der Kampf wurde sogar noch verschärft, als sich von der Waldseite her mehrere Wölfe anschlichen und ebenfalls die Gruppe eingriff. Durch Zusammenarbeit, Absprache und gegenseitige Unterstützung wurden am Ende jedoch alle Tiere nieder gemacht und es bedurfte nicht der Weisheit und Erfahrung eines URNISLAW um zu erkennen, dass eine derart hohe Zahl von Tierangriff selbst für den Bornwald nicht normal sein konnte. NOARA brachte die Überlegungen schnell auf die hexische Fluchmagie und nachdem sämtliche Habseligkeiten durchsucht wurden, fand sich tatsächlich ein lederner Hexenbeutel im Gepäck von ANASTASIA. Rasch wurde jener als Grund der Angriffe ausgemacht und in einem kleinen Lagerfeuer verbrannt.

Bis zur Mittagsstunde ereigneten sich daraufhin keine weiteren Zwischenfälle und die Helden beschlossen ihre Reise zur Sarnquelle fortzusetzen. Unterwegs beratschlagten sie, wie der Hexenbeutel wohl in den Rucksack gekommen sein könnte. NOARA wies auf die Möglichkeit hin, dass die beiden Raben, welche sie nach dem Diebstahl des Floßes beobachtet hatte, durchaus klug und stark genug wären, das Säcklein zu verstecken. Eine genauere Befragung des zum Wachdienst abgestellten Norbarden zeigte, dass weder er noch FABIUS es als nötig empfunden hatten, sonderlich genau auf die Habseligkeiten der Helden acht zu geben, sondern eher den Verlust RICARDAS durch einige Schlucke Weinbrand zu lindern. Da der Seekadett ALRIKSEJ jetzt jedoch nicht mehr zur Seite stand, war auch dessen Streitlust vergangen und kleinlaut folgte er der Gruppe.

Zwei Wegstunden später erreichten sie die steilen Felswände des Gebirges, welches direkt im Zentrum des Waldes lag. Unter BISMINKAS Führung war es kein Problem den Ritualplatz und die Quelle des Flusses zu finden. Der Riese MILZENIS lag im Quellwasser in einem tiefen Schlaf. Unweit von ihm, versteckt in einer Höhle fanden die Helden die ebenfalls schlafenden Hexen. BISMINKA erklärte den Helden, sie müssten sich ebenfalls in den Traum des Riesen begeben, um die Hexen dort zu bekämpfen und zu verhindern, dass sie URNISLAW Bann über MILZENIS brechen.

Während BISMINKA die Traumreise für die Helden vorbereitete, sahen sich die Gefährten in der Höhle um. Der Ritualplatz bestand aus einem sechszackigen Stern, welcher in den felsigen Boden gemeißelt worden war. Eine weitere Hexe, welche nicht mit ZELDA an der Entführung des Floßes beteiligt war, lag in einem der Zacken und hatte sich die Unterarme aufgeschnitten. Das sich daraus ergossene Blut hatte die Rinne des Sterns gefüllt und schien ein mächtiger Energiespeicher des Rituals zu sein. In den anderen Zacken lagen ZELDA, welche einen roten Schleifstein auf der Brust hielt. Daneben befand sich IBRA mit einer Goblintrommel in den Händen. Ein Eimer Wasser stand zwischen den Beinen von YASINDE im dritten Zacken. ELIDYA hielt einen Magierstab in den Händen. Rasch konnte dieser von TARAS identifiziert werden, war jener doch ausgesprochen dick geraten und nur plump bearbeitet. Er gehört dem ehemaligen Studiosi ORSCHIIN HIRKSJEN, welchen die Gruppe bei der Hardener Seenplatte trafen und der aufgrund der ungezügelten Macht seines Stabes von Elementargeistern und ähnlichen magischen Missgeschicken heimgesucht wurde. Wie er Stab nun hierherkam, war sicherlich eine interessante Geschichte, um die sich jedoch erst später gekümmert werden konnte. Die letzte Hexe war NEUNHILD und sie hielt einen frischen Ahornzweig zwischen den Fingern. Das geraubte Hexenholz befand sich in der Mitte des Hexagramms und schien die zentrale Parafernalie zu sein.

BISMINKA beendete ihre Vorbereitungen und durch eine Kombination von Rauschkräuter und Zaubertränke beförderte sie die Helden in den Traum des schlafenden Riesen.

Die Helden erwachte kurze Zeit später in einem dichten Wald. Armdicke Äste verhinderten eine Orientierung und als sie sich auf kleiner Lichtung besprechen wollten, folgte sogleich die erste Überraschung: Sie waren nicht mehr in der ihnen bekannte Gestalt, sondern hatten sich alle in Tiere verwandelt. BISMINKA hatte sie zwar darauf hingewiesen, dass die Traumwelt nicht an die Gesetzmäßigkeiten Deres gebunden sei, dass sie jedoch gänzlich anders aussehen würden verunsicherte sie im Moment dann doch. Den Kampf gegen die Hexen konnte man nur schwerlich in Rüstung und mit dem Schwert in der Hand gewinnen, wenn man keine Rüstung trug und auf Pfoten durch den Staub krabbelte.

Erschwerend kam hinzu, dass jeder der Helden in ein anderes Tier verwandelt wurde. Während DIMM als kräftiges Wildschwein und ALEKSEJ als gewandter Luchs wenigsten noch stattlich aussahen und ANASTASIA als Rabe fliegen konnte, waren die anderen Erscheinungen eher weniger einschüchternd. AMIR als kleine Schlange könnte zumindest noch giftig sein, TARAS als Frosch hingegen wurde in seiner Harmlosigkeit nur noch von NOARA übertroffen, welche als Eichhörnchen keinerlei heldenhaftes Aussehen mehr besaß. Was die Gruppe in ihren tierischen Körpern gegen die fünf Hexen würden ausrichten können, sollte sich erst noch zeigen.

Zuerst jedoch mussten jene gefunden werden. Aus diesem Grund unternahm ANASTASIA einen Flug über den Wald hinweg, um sich einen Überblick zu verschaffen. Bei ihrer Rückkehr beschrieb sie eine ebene im Norden und dahinter einen weiteren Wald. Abhänge im Osten und Westen. Dazwischen zwei Täler und ein hoher Berg. Die Gruppe zeichnete eine Karte und musste mit weiterem Erstaunen feststellen, dass sie sich offenbar auf dem enormen Leib des Riesen befanden. Die Wälder waren Bart und Haar, die Ebene seine Stirn, die Täler die Augen und der Berg die Nase. Bei dieser Größe des Kopfes schätzten die Helden die Gesamtlänge auf mindestens vier Meilen. Auch wenn diese Entfernungen weit waren, so hatten sie nun eine grobe Ahnung vom Aussehen der Umgebung. Aus diesem Grund beschlossen sie, erstmal in Richtung der Ohren zu gehen. BISMINKA meinte, die Hexen um ZELDA wollten den Riesen im Traum reizen und so schienen die Ohren ein guter Ort zu sein, um nach den Goblintrommeln zu suchen.

Nach dieser Erkenntnis machten sich die tierischen Gefährten rasch auf den Weg Richtung rechtes Ohr. Als sie jedoch die Ebene der Stirn überqueren wollten, erblickten sie ein riesiges Abbild ELIDYAS. Die Hexe stand mit dem Zauberstab in der Stirnmitte und hatte die Helden ebenfalls bemerkt. Offenbar war es ihre Hauptaufgabe ihre Hexenschwestern zu beschützen, denn sie griff sofort und ohne weitere Worte an. An normalen Kampf war nicht zu denken, denn neben direkten Kampfzaubern warf sie aus ihrem schwarzen Kleid, dessen Ärmel den Flügeln eines Raben nachgebildet war, mehrmals messerscharfe, aus dunklem Metall bestehende Federn. Da keiner der Helden für sich genommen etwas ausrichten konnte, beschlossen sie sich zu einem gemeinsamen Angriff: DIMM, als starker Keiler, nahm den Frosch und die Schlange auf seinen Rücken und rannte auf die Hexe zu. Ohne Unterlass quakte der Frosch und als die Hexe sich umwandte, flog der Rabe ihr geradewegs in Gesicht. Das Wildschwein schlug einen Haken und durch die Wucht der Richtungsänderung wurde die Schlange auf ELIDYAS geworfen. Der Frosch verlor jedoch ebenfalls den Halt und blieb vor der Hexe liegen. Nun sprang auch der Luchs auf den Rücken der Hexe und unter den Schnabelhieben des Raben, den Prankenhieben des Luchses und der ungezählten Bissen der giftigen Schlange musste sie sich geschlagen geben. ELIDYA verschwand unter lautem Fluchen und nur der Zauberstab und ihr Gewand blieben zurück. Viel Grund zum Jubeln hatte die Gruppe jedoch nicht, denn auch wenn die erste Hexe vertrieben war, so hatten auch sie Verluste erlitten: In ihrem verzweifelten Kampf bekam ELIDYA den Frosch zu packen und warf ihn mit gewaltiger Kraft über den Rand des Gesichtes. TARAS fiel hunderte von Schritt und verschwand im Nebel, der sich unterhalb des Riesenkörpers gebildet hatte. Auch DIMM hatte in diesem Kampf kein Glück. Als das Wildschwein die Schlange und den Frosch erfolgreich zur Hexe getragen hatte, wurde er beim Rückzug von einem halben Dutzend der scharfkantigen Metallfedern durchbohrt. Als der Kampf zu Ende war, war das Wildschwein bereits tot und plötzlich stellten sich die Überlebenden die nicht unwichtige Frage, was in der realen Welt geschehen würde, wenn sie in der Traumwelt starben…